Direkt zum Inhalt
Debatte um Coming-Out-Szene

Debatte um Coming-Out Christen und Konservative wettern gegen besondere Szene

ms - 05.01.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Das Finale von „Stranger Things“ ist überlebt und die allermeisten Fans online zeigen sich hoch zufrieden mit dem Ende der erfolgreichsten Netflix-Serie aller Zeiten. Allerdings gibt es auf digitalen Foren und in den sozialen Medien noch immer zahlreiche Debatten darüber, ob ein Coming-Out der Serienfigur Will Byers überhaupt „nötig“ gewesen wäre – vielfach kommentiert von homophoben und christlichen Hardlinern. 

Ein „überraschendes“ Coming-Out 

Manche Zuschauer zeigten sich indes sogar überrascht, dass der Charakter schwul ist – eine Begebenheit, die sich nur damit erklären lässt, dass jene Menschen die Serie offenbar nicht verstanden haben. Bereits in der ersten Folge in Staffel 1 von „Stranger Things“ ist die Rede davon, dass Will Byers „anders“ ist, im Laufe der weiteren Folgen wird die Homosexualität immer klarer, bevor sie in Staffel 4 wie dann auch in Staffel 5 ganz offen mehrfach thematisiert wird. 

Ebenso wenig überraschend war dann das Coming-Out in der vorletzten Folge 7 der finalen Staffel – eine Szene, in der sich Will mit sehr emotionalen Worten an seine Freunde und seine Mutter richtete und sich im sehr typischen 1980er-Jahre Stil als schwul outete, als er erklärte, er möge keine Mädchen, wenigstens nicht so wie seine Freunde. Die Community feierte das Coming-Out, eine Kernszene der ganzen Serie, die überdies nicht als Selbstzweck eingebaut worden war, sondern auch zur Weiterführung der Story diente – erst, wenn Will offen zu seinen Gefühlen und seiner Homosexualität steht, ist es ihm möglich, Erzbösewicht Vecna kraftvoll entgegenzutreten. Die Duffer-Brüder und Masterminds der Serie arbeiteten über Monate zusammen mit Schauspieler Noah Schnapp an dieser einen Szene. 

Statement der Duffer-Brüder

Trotzdem hagelte es online von Homophoben und konservativen Hardlinern massive Kritik, das Coming-Out sei „aufgezwungen“ und „komplett unnötig“ gewesen. Auch X-Eigentümer Elon Musk bewertete das so. Die Schöpfer Matt und Ross Duffer haben auf die Kritik an der Coming-Out-Szene von Will Byers nun reagiert. In einem Interview mit „Variety“ erklärte Matt Duffer, dass er die heftige Gegenreaktion, einschließlich homophober Kommentare, nicht erwartet habe. „Es ist die ehrliche Wahrheit“, so Duffer. „Es ist, wie Ross gesagt hat, etwas, das wir über lange Zeit aufgebaut haben. Subtilität ist nicht eines der Dinge, die wir machen.“ Ross Duffer lobte in diesem Zusammenhang sowohl die Episode als auch die Leistung von Noah Schnapp und bezeichnete seine Darstellung als „sehr mutig und verletzlich“.

Ross Duffer teilte zudem mit, dass er nach der Ausstrahlung der Episode mit Schnapp in Kontakt gewesen sei. „Er ist sehr stolz auf die Szene, und wir sind ebenfalls stolz auf sie“, so Duffer. Schnapp outete sich 2023 in einem TikTok-Video öffentlich wie seine Hauptrolle Will als schwul. Trotz der Kritik an der Szene betonten die Duffer-Brüder weiter, dass die Handlung von Will Byers dazu diene, seine persönliche Reise zur Selbstakzeptanz darzustellen und gleichzeitig mit der Gesamtgeschichte der Staffel sowie seiner Rolle im Kampf gegen den Bösewicht Vecna in Verbindung steht. Wer das als „komplett unnötig“ einstuft, hat die Gesamtserie ganz offensichtlich nicht verstanden. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Lucy feiert Geburtstag

Große Feier zum 50. Ehrentag

No Angels-Sängerin Lucy Diakovska wird heute 50 Jahre alt und hat neue Lebenspläne: Sie will Bürgermeisterin in Bulgarien werden.
Queere Fans fordern Klarheit

Schwules Pärchen sorgt für Furore

Nachdem Vitor auf TikTok gepostet hatte, dass sein Freund angeblich fremdgeht, entpuppte sich der mutmaßliche Betrüger als dessen Zwillingsbruder.
Horror mit Connor Storrie

Sexy Grusel in neuem Kurzfilm

"Heated Rivalry"-Star Connor Storrie spielt die Hauptrolle in einem neuen Horror-Kurzfilm und darf sich dabei erneut von seiner sexy Seite zeigen.
Konsum von trans* Erotik

Pornhub veröffentlicht Statistik

Vor allem ältere Männer 65+ haben großes Interesse an trans* Pornografie, ganz anders die junge Generation, offenbart nun eine Studie von Pornhub.
Rücktritt vom Rücktritt

Erasure dementiert Band-Ende

Schock bei den Fans: Erst machte das Gerücht die Runde, Erasure löst sich auf, nun dementierte die Band über Facebook.
Award für Michael Patrick King

Regisseur von „Sex and the City”

Regisseur und Autor Michael Patrick King ist für seine queerpositive Arbeit (Sex and the City) mit dem Visibility Award ausgezeichnet worden.
Kylie Minogue als Headliner

Finale im Football Down Under

Popstar Kylie Minogue ist erstmals Headliner der Show zum Finale des australischen Footballs – das größte Megasportevent in Down Under.
Comeback von Céline Dion

Rückkehr mit zehn Konzerten

Erst war es nur ein Gerücht, jetzt steht fest: Pop-Diva Céline Dion kehrt tatsächlich für eine Konzertreihe in Paris auf die Bühne zurück.
Sängerin spricht über Angst

Unfallursache bislang unklar

Im Fall um einen Stalker, der Billie Eilish bedrohte, gibt es nun eine kuriose Wendung, denn der 30-Jährige wurde tödlich von einem Zug erfasst.