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Geständnis von Leroy Leone

Geständnis von Leroy Leone Der Schauspieler wurde mehrfach Opfer von sexualisierter Gewalt

ms - 08.12.2025 - 14:45 Uhr
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Der schwule Schauspieler und Comedian Leroy Leone (36) äußerte sich jetzt erstmals zu sexuellem Missbrauch und Gewalt, die er in seiner Jugend erlebt hat. Online versucht er stets, seine vielen Fans ein Lachen ins Gesicht zu zaubern, privat wird nun klar, dass der Humor auch ihn selbst gerettet hat. Exklusiv gegenüber dem Medienportal watson betonte er jetzt, er habe sich sehr bewusst dazu entschieden, sein Schweigen nun zu brechen: „Ich habe mich dazu entschieden, weil mich das Schweigen fast umgebracht hätte.“

Mit 13 Jahren erstmals missbraucht

Die ersten Fälle von sexualisierter Gewalt erlebte er bereits mit 13 Jahren auf Kur an der Nordsee: „Über Wochen hinweg haben drei erwachsene Männer Dinge mit mir gemacht, die ich nicht wollte und nicht verstanden habe. Sie haben mich sexuell missbraucht. Es hat mich innerlich zerbrochen. Noch mehr, als ich zu dem Zeitpunkt ohnehin schon war.“ Er erzählte daraufhin seiner Mutter von dem, was er erlebt hatte: „Sie hat den Brief zerrissen und meinte, das seien alles Lügen und ich wolle nur Aufmerksamkeit. Das war der Punkt, an dem ich angefangen und gelernt habe, zu schweigen.“

In den kommenden Jahren habe sich die Situation für ihn dabei immer weiter dramatisiert, insbesondere, nachdem er realisierte, dass er schwul ist, so Leone: „Zuerst habe ich gemerkt, dass ich mich zu Männern hingezogen fühle, was mich damals komplett verwirrt hat. Denn es waren Männer, die mir das angetan haben. Auch hat meine Familie meine Homosexualität nicht akzeptiert. Das tut sie bis heute nicht, weshalb ich unter anderem zu meinen Eltern keinen Kontakt habe. Allein deshalb bin ich also schon durch die Hölle gegangen.“ Die Folge war mit Anfang 20 bereits die erste extreme Depression, verstärkt überdies durch den Tod des Bruders. 

Trennung und Vergewaltigung 

Verarbeitet hatte Leone den Missbrauch lange nicht und merkte in seiner ersten Beziehung mit einem anderen Mann, dass er keine Nähe zulassen konnte, sofort waren da Flashbacks und Erinnerungen an die traumatischen Erlebnisse als Kind wieder da. „Wassergeräusche, dunkle und enge Räume oder Berührungen haben mich immer wieder daran erinnert, was mir passiert ist. Ich konnte deshalb eine lange Zeit nicht duschen gehen, da ich eine Dusche mit dem Ort assoziierte, an dem ich das erste Mal vergewaltigt wurde“, so der heute 36-Jährige weiter. 

Erst Jahre später kommt Leone schließlich in eine Psychiatrie, die Ärzte diagnostizieren dann bei ihm eine Angststörung. Nach dem Ende der Reha trennte er sich von seinem Freund, weil er zu diesem Zeitpunkt den Eindruck hatte, alle Männer seien böse. Zurück in Frankfurt bandelte er mit einem neuen Mann an, der starke Drogen wie Ecstasy, LSD oder Kokain konsumierte und immer wieder auf Leone einschlug – schlussendlich vergewaltigte er den jungen Mann stark betrunken erneut. „Ich weiß noch genau, dass ich mich nicht bewegen konnte, bin mir aber bis heute nicht sicher, warum: Menschen, die in ihrer Kindheit missbraucht wurden, geraten später häufig in einen Schock-Zustand. Es kann also diese Lähmung gewesen sein. Es kann aber auch sein, dass er mir K.o.-Tropfen verabreicht hat.“ Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. 

Das Stigma vom starken Mann 

Geholfen habe ihm schlussendlich nur die Therapie: „Nach jahrelanger Therapie habe ich aber gelernt: Je mehr ich darüber spreche, desto mehr heile ich. Und weil ich nicht der Einzige bin, der das erlebt hat, werde ich es jetzt öffentlich tun. Gerade als Mann finde ich das wichtig.“ Vielen betroffenen Männern falle es dabei bis heute schwer, darüber zu reden, zu schambesetzt ist das Thema nach wie vor. „Ich will das Stigma in den Köpfen brechen. Bis heute fühle ich mich bei dem Thema wie der 13-jährige Leroy, der zum Schweigen gebracht wurde. Ich bin aber Mitte 30 und lasse mir da nicht mehr reinreden.“ 

Die Comedy habe ihn überdies gerettet, sie war immer sein Safe Space, so Leone weiter. „Ich habe schon als Kind Robin Williams oder Jim Carrey geliebt und eigentlich hat mir dieser Humor sogar das Leben gerettet.“ Dabei bekräftigte er, dass er nach wie vor jeden Tag Hassnachrichten wegen seiner Homosexualität bekomme. Generell sei dabei überdies wichtig: „Wir sollten alle genauer hinschauen und mal fragen: ´Hey, wie geht’s dir? Du bist ja immer der Lustige, aber wer bist du wirklich?´“

Leone wurde 1989 in Frankfurt am Main geboren, er absolvierte eine professionelle Schauspielausbildung in Berlin und wurde nach kleineren TV-Rollen durch die Reality-Soap „Berlin – Tag & Nacht“ bekannt. Parallel zu seiner Arbeit als Schauspieler trat Leone zunehmend auch als Stand-up-Comedian in Erscheinung. Seine Clips erreichen auf TikTok und Instagram zehntausende Menschen und prägten sein öffentliches Bild als humorvoller Unterhalter.

 

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über sexueller Missbrauch und Depressionen sind ein überaus sensibles Thema. Wenn es dir nicht gut geht, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Mit Beratung steht dir auch der Coming Out Day Verein via Messenger, E-Mail und Videochat unter www.coming-out-day.de sowie www.comingoutundso.de zur Seite. Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

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