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Nutzer fordern Kurswechsel Grindr-Deal gescheitert: Aktie sinkt um 12 Prozent

Von mr - 01.12.2025 - 17:30 Uhr
Grindr-Deal gescheitert: Aktie sinkt um 12 Prozent
Foto: © IMAGO / Levine-Roberts
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Der Versuch, Grindr von der Börse zu nehmen, ist vorerst gescheitert. Ein von den Hauptaktionären Raymond Zage und James Lu initiierter Milliardendeal zur Privatisierung der weltweit größten Dating-App für schwule, bisexuelle, trans* Männer und nicht-binäre Menschen ist gescheitert. Der Aktienkurs sackte daraufhin um zwölf Prozent ab. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur ein undurchsichtiger Finanzinvestor, sondern auch die wachsende Unzufriedenheit der Community mit dem Kurs des Unternehmens.

 

Börsenpläne und Nutzerfrust prallen aufeinander

Grindr befindet sich seit dem Börsengang 2022 in einer Phase des Wandels. Trotz wachsender Umsätze, erwarten Expertinnen und Experten für dieses Jahr doch einen Rekordumsatz von rund 430 Millionen Dollar, mehrt sich der Widerstand. Mit neuen Funktionen und einem immer stärker eingeschränkten Gratiszugang entfernt sich die App zunehmend von den Bedürfnissen vieler Nutzenden. Besonders die Flut von Werbeanzeigen wird lautstark kritisiert. Währenddessen blieb das Wachstum der aktiven monatlichen User mit derzeit etwa 15 Millionen hinter den Erwartungen zurück.

Offiziell begründet CEO George Arison den Rückgang mit Maßnahmen gegen Spam und Falschprofile, doch einschlägige Foren und Social-Media-Kanäle zeichnen ein anderes Bild: Die Community fühlt sich nicht mehr gehört und erlebt eine Verschlechterung des Angebots, während das Unternehmen mit zunehmend aggressiver Monetarisierung versucht, Investoren zu überzeugen.

 

Kontrolle, Kritik und Einflussnahme

Ein schwedischer Shortseller, dessen Name im Hintergrund bleibt, sorgte mit einem kritischen Bericht für zusätzlichen Druck auf den Kurs der Grindr-Aktie. Laut seinem Netzwerk habe die App ein „klassisches Beispiel für Enshittification“ abgeliefert, eine Entwicklung, bei der Apps zunächst kostenlos und nutzerfreundlich sind, mit steigender Bekanntheit jedoch immer stärker auf Einnahmen optimiert werden.

„Momentan gibt es mehr Werbung als Männer auf Grindr“, kommentierte ein Nutzer auf X (ehemals Twitter) den aktuellen Zustand der Plattform.

 

Wohin steuert Grindr?

Die internen Auseinandersetzungen zeigen sich auch in der strategischen Ausrichtung: Arison verweist darauf, dass die Börsennotierung Grindr als Plattform für LGBTIQ+-Rechte stärken könne. Skeptikerinnen und Skeptiker bezweifeln allerdings, dass die wirtschaftlichen Interessen mit dem Anspruch an eine inklusive, sichere Community vereinbar sind.

Die Geschichte Grindrs spiegelt dabei die Herausforderungen der gesamten Branche wider: Zwischen kommerziellem Erfolg und Authentizität entsteht ein Spannungsverhältnis, das auch künftig Konflikte zwischen Aktionären und Nutzenden schüren dürfte. Die zentrale Frage wird sein, ob Grindr es schafft, den Spagat zwischen Profit und Community-Vertrauen zu meistern oder ob enttäuschte Nutzende endgültig Alternativen suchen.

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