Direkt zum Inhalt

Schutz für queere Studenten Wie agieren britische Universitäten im Bereich LGBTIQ+?

Von ms - 26.11.2025 - 15:00 Uhr
Sichere Orte für queere Studenten
Foto: IMAGO / Dreamstime
ANZEIGE
Loading audio player...

In einer neuen Studie wurden jetzt die LGBTIQ+-freundlichsten Universitäten im Vereinigten Königreich ermittelt. Die Umfrage, an der rund 2.000 Studenten und Studentinnen im Alter von 18 bis 24 Jahren teilnahmen, gab Einblicke in die Erfahrungen und Wahrnehmungen von LGBTIQ+-Menschen an insgesamt 79 Universitäten in Großbritannien. 

Junge Universität bekommt Bestnoten

Die Studenten wurden gebeten, auf einer Skala von 0 bis 10 zu bewerten, wie LGBTIQ+-freundlich ihre Universität sei. Das Ergebnis zeigt, dass 60 Prozent der Befragten ihre Institution mit einer 7 oder höher bewerten, was darauf hindeutet, dass sie ihre Universität als weitgehend inklusiv und unterstützend empfinden. 

An der Spitze der Liste steht die Universität Brighton, die mit einer Bewertung von 8,7 als die LGBTIQ+-freundlichste Universität des Vereinigten Königreichs hervorging. Diese Universität bietet ein Umfeld, in dem queere Studenten und Studentinnen sich sicher, unterstützt und angenommen fühlen. An der Universität Brighton studieren, verteilt auf zwei Standorte, derzeit rund 18.000 Menschen. Die Universität beschäftigt zudem rund 2.400 Mitarbeiter und wurde im Jahr 1992 gegründet. Weitere Universitäten, die gut abschnitten, waren die Universität Derby (8.0), die Universität Nottingham (7.8) sowie die Universität von South Wales (7.7). Bei diesen Bildungsstätten wurden zudem auch die positive soziale und akademische Atmosphäre für junge LGBTIQ+-Menschen betont. 

Kein Safe Space an Elite-Universitäten  

Am unteren Ende der Skala fand sich die Universität von Dundee, die mit einer Bewertung von gerade einmal 5.2 deutlich schlechter abschnitt. Auch Portsmouth und Bradford waren mit einer Bewertung von 5.5 Punkten nicht viel besser. Besonders auffällig sind auch die Ergebnisse der beiden britischen Eliteuniversitäten Cambridge und Oxford, die traditionell als akademische Spitzeninstitutionen gelten. Cambridge erhielt nur eine Bewertung von 5.6, während Oxford mit 6.0 nur wenig besser davonkam.

Während keine der 79 Universitäten eine offen feindselige Haltung gegenüber LGBTIQ+ zeigte, deuten die niedrigeren Bewertungen allerdings darauf hin, dass es an einigen Institutionen noch viel Raum für Verbesserungen gibt. Studenten an Universitäten mit niedrigen Bewertungen gaben so oft an, dass sie sich weniger unterstützt fühlten oder dass das soziale Umfeld weniger einladend war. Fünf Prozent der Befragten vergaben sogar eine Bewertung von 0 – offenbar gibt es also noch immer Bildungseinrichtungen, an denen sich LGBTIQ+-Personen gar nicht willkommen fühlen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazDurchsuchung in Berlin-Kreuzberg: Polizei razzt queeres ZentrumBerliner Morgenpost„Hormone für alle“: Spontane Versammlung nach LKA-Durchsuchung in KreuzbergWDRQueere Menschen wollen kein Feindbild seinBILDEin Jahr nach der Tat - Berliner Polizei sucht zwei U-Bahn-SchlägerAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

LGBTIQ+-Schutz in der Ukraine

Queere Community bleibt skeptisch

Die Ukraine plant einen besseren Schutz von LGBTIQ+-Menschen. Doch frühere Gesetzesvorhaben und fehlende Partnerschaftsrechte sorgen für Zweifel.
Israel wählt neue Knesset

LGBTIQ+-Rechte unter Druck

Vor der Parlamentswahl in Israel stehen die Zukunft Netanjahus, der Krieg in Gaza und der Schutz von LGBTIQ+-Menschen im Mittelpunkt.
Scharfe Kritik von UN-Experten

Angriffe auf LGBTIQ+ in der Türkei

18 UN-Menschenrechtsexperten verlangen ein Ende der Maßnahmen gegen LGBTIQ+-Aktivisten in der Türkei und warnen vor Einschränkungen der Grundrechte.
Urteil gegen Moldau

EU-Gerichtshof verhängt Geldstrafe

Moldau muss eine LGBTIQ+-Organisation entschädigen, weil Behörden einen Pride-Marsch nach Drohungen von Gegnern eingeschränkt hatten.
Viel Widerstand in Berlin

Rot-Grün-Rote Koalitionspläne

In Berlin wollen Linke, Grüne und SPD gemeinsam regieren. Doch Kritik aus der Bundes-SPD belastet die Gespräche über das Bündnis.
Triumph in Roanne

Mika Brunold dreht das Finale

Mika Brunold gewinnt in Roanne nach Satzrückstand. Für den offen schwulen Schweizer ist es der zweite Challenger-Titel in gut einem Monat.
Keine Scham im Wahlkampf

Gallant kontert den Fotowirbel

Alte Fetischfotos sollten Chris Gallant schaden. Jetzt setzt der schwule US-Kandidat auf Offenheit – und einen frechen Wahlkampfslogan.
177 Jahre nach seinem Tod

Die Debatte um seine Männerlieben

Am 17. Oktober 1849 starb Frédéric Chopin. Seine Briefe an Männer berühren bis heute – und sorgen weiter für Streit in der Forschung.
Teure Ausgrenzung

Japan verschenkt sein Potenzial

Lohneinbußen, Krankheit und fehlende Rechte: Ein neuer Bericht zeigt, welchen Preis Japan für die Ausgrenzung von LGBTIQ+-Menschen zahlt.