Direkt zum Inhalt

Hakenkreuz bei queerem Zentrum Hassparolen beim queeren Jugendzentrum in Gifhorn

Von ms - 25.11.2025 - 09:00 Uhr
Hakenkreuz bei queerem Zentrum
Foto: Facebook / Queeres Netzwerk Gifhorn
ANZEIGE
Loading audio player...

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben Unbekannte ein großes Hakenkreuz aus Klebeband auf das Fenster des queeren Jugendzentrums "Spektrum" im niedersächsischen Gifhorn hinterlassen. Neben dem Hakenkreuz wurden auf dem Band und dem Fensterrahmen Schmierereien wie "Kämpft!", "Respekt der Heimat" sowie "Lutscht meinen deutschen Schwanz" entdeckt. Zudem fanden sich auch Flüche in russischer Sprache.

Hasserfüllter Vandalismus

„Die Brutalität und Klarheit dieser Botschaften lassen keinerlei Raum für Interpretationen: Es handelt sich um einen gezielten, hasserfüllten Angriff, der in seiner Intensität für uns in Gifhorn ohne Beispiel ist“, erklärte das Queere Netzwerk Gifhorn, das das Jugendzentrum betreibt. „Obwohl wir bereits in der Vergangenheit mit rechtsextremen Stickern und Schmierereien konfrontiert waren, stellt dieses Vorgehen eine erschreckende neue Dimension des Hasses dar.“

Der Vorfall treffe den Verband „ins Mark“, so das Queere Netzwerk in einem Facebook-Post. „Dieser Angriff richtet sich nicht nur gegen ein Gebäude, sondern gegen einen sicheren Raum, den queere Jugendliche dringend benötigen. Einen Ort, der Schutz, Gemeinschaft und Sichtbarkeit bietet.“ Die queeren Aktivisten riefen die Politik, die Verwaltung und die Gesellschaft zu Solidarität auf: „Unsere Community verdient Sicherheit – jetzt mehr denn je. Bleibt solidarisch. Bleibt laut. Steht zusammen für Vielfalt.“ Der Austausch mit den Sicherheitsbehörden sei bereits im Gange und man erwarte eine gründliche Aufklärung des Vorfalls. Inzwischen hat der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen übernommen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (05371) 980-0 bei der Polizei Gifhorn zu melden.

Landrat verurteilt Vandalismus

Landrat Philipp Raulfs (SPD) sowie der Erste Kreisrat des Landkreises Gifhorn, Dominik Meyer zu Schlochtern (Grüne), erklärten zu dem Vorfall: „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere Werte von Vielfalt, Toleranz und Menschenwürde. Es ist unerträglich, dass ein so abscheuliches Symbol der Hetze an einen Ort geschmiert wird, der für Akzeptanz und Gemeinschaft steht. Wir vertrauen darauf, dass die ermittelnden Behörden alles daransetzen, die Verantwortlichen schnell zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.“ Als Zeichen für die Verbundenheit mit der Community hat die Kreisverwaltung gestern am Schloss Gifhorn die Regenbogenflagge hissen lassen. 

Rechtsextreme Angriffe

Bereits im letzten Jahr kam es in der 43.000-Einwohner-Stadt Gifhorn nach dem CSD zu einer Welle der Feindseligkeit gegenüber der queeren Community. Unter einem Artikel der Regionalzeitung, der den Pride-Event mit mehreren hundert Teilnehmern behandelte, wurden viele abfällige Kommentare gepostet. Die Polizei sicherte damals rund 2.500 solche Nachrichten. Sie wies darauf hin, dass Straftaten wie Beleidigung, üble Nachrede, Bedrohung und Volksverhetzung im digitalen Raum ebenso verfolgt werden wie in der realen Welt.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterGossip und Paranoia: Warum wir Promi-Verschwörungstheorien liebenndQueercore | Team Dresch: Die Schönheit der GleichwertigkeittazAusstellung, Buch und Queeres Leben: Sich von Arschlöchern nicht kleinkriegen lassenDER SPIEGELBerlin: Gedenkort für CSD-Anschlag zum dritten Mal attackiertAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Williams fordert Festnahmen

Sexuelle Übergriffe an Universität

Hudson Williams fordert Festnahmen nach einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff an der Cornell University. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall neu.
Viel Aufregung in Nigeria

Schwule Webserie wird zum Hit

Die schwule Webserie „Living in Colors“ aus Nigeria ist ein Zuschauer-Hit, während die nigerianische Filmbehörde versucht, die Folgen zu verbieten.
Angriff auf den Regenbogen

Dritter Fall von Vandalismus

Traurig aber immer weniger überraschend für viele: Zum dritten Mal wurde jetzt die Regenbogenbank in Berlin Tiergarten verwüstet.
Fake News aus der KI

KI wird zur Propagandawaffe

Russische Akteure sollen Claude für Propaganda, Fake News und die Überwachung politischer Gegner in Zentralafrika eingesetzt haben, auch gegen LGBTIQ+
Schüler warten auf Schutz

Dramatische Lage an US-Schulen

Unter Präsident Trump liegen zahlreiche Bürgerrechtsfälle an US-Schulen auf Eis. Betroffen sind Vorwürfe zu Rassismus und sexueller Belästigung.
US-Lesbenbar im Rampenlicht

Masken-Streit beschäftigt Hollywood

Eine US-Lesbenbar lockert ihre hauseigene Corona-Maskenpflicht und löst heftigen Streit aus. Nun interessiert sich sogar Hollywood für die Geschichte.
Island setzt Europas Maßstab

Europa führt bei Gleichstellung

Europa führt weltweit bei der Gleichstellung von Frauen und Männern - eine gute Entwicklung auch für LGBTIQ+-Menschen. Weltweit führend ist Island.
Forscher kämpfen für Lambda

Queeres Jugendnetzwerk unter Druck

141 Wissenschaftler fordern eine langfristige Finanzierung des queeren Jugendnetzwerks Lambda und kritisieren das Ende der bisherigen Bundesförderung.
Keine Homophobie bei Nike

Aktionäre stützen LGBTIQ+-Kurs

Ein Antrag zur Überprüfung von Nikes LGBTIQ+-Engagement ist bei den Aktionären deutlich gescheitert: Nur ein Prozent stimmte dafür.