Direkt zum Inhalt
Lewis Gibson: Offen schwuler Eistänzer startet bei Olympia

Wird der Winter 2026 heiß? Lewis Gibson: Offen schwuler Eistänzer startet bei Olympia

mr - 21.11.2025 - 20:30 Uhr
Loading audio player...

Der britische Eistänzer Lewis Gibson, offen schwul und mit Joshua Walsh verheiratet, startet im Februar 2026 bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina – mit dem Ziel, eine Lücke in seiner beeindruckenden Medaillensammlung zu schließen. Zum ersten Mal seit Jahren gilt das Paar Gibson und seine Tanzpartnerin Lilah Fear als ernsthafte Anwärter auf das olympische Podium.

 

Ein neuer Meilenstein für den britischen Eistanz

Lewis Gibson, 31 Jahre alt, zählt gemeinsam mit Lilah Fear zu den erfolgreichsten Eistanzenden des Vereinigten Königreichs. Die beiden konnten bereits Silber bei den Europameisterschaften 2022 sowie Bronze bei den Weltmeisterschaften und verschiedenen Grand-Prix-Events gewinnen. Insgesamt hält Gibson sieben nationale Meistertitel und zahlreiche internationale Auszeichnungen. Damit avanciert er zu einer Schlüsselfigur des britischen Eiskunstlaufs, der besonders im internationalen Vergleich selten solche Erfolge feierte.

Gibson ist einer der wenigen offen schwulen Athleten im internationalen Wintersport. Noch vor wenigen Jahren zögerte er, über sein Privatleben zu sprechen, zu groß war die Sorge vor Diskriminierung. Erst 2022 outete sich der Sportler öffentlich. In einem Podcast sagte er:

„Ich kann nicht leben, ohne ehrlich zu zeigen, wer ich bin und wen ich liebe.“ (Podcast Five Rings To Rule Them All)

Der Einfluss früherer Vorbilder wie Adam Rippon, Medaillenträger der Winterspiele 2018, bestärkte Gibson in seinem Entschluss. Sichtbarkeit queerer Sportlerinnen und Sportler sei heute wichtiger denn je, denn Vorurteile und gesellschaftliche Hürden bestehen im internationalen Spitzensport weiterhin. Bei den letzten Winterspielen in Peking stieg die Zahl der offen queeren Medaillengewinnerinnen und -gewinner erstmals auf neun – ein Rekordwert, der für immer mehr Inklusion in der olympischen Familie steht.

Nach einem zehnten Platz im Olympiajahr 2022 möchte das britische Duo dieses Mal die Favoritinnen und Favoriten aus Nordamerika und Europa herausfordern. Die kommenden Spiele bieten dabei nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich eine wichtige Bühne: Mit dem geplanten Pride House Milano bleibt Mailand – ähnlich wie schon andere Ausrichterstädte – ein sicherer Ort für queere Athletinnen und Athleten sowie Fans. Löst Lewis Gibson das Ticket zum Treppchen, würde er zum Symbol für Vielfalt im Welteissport werden.

Die Frage bleibt: Folgt dem britischen Eistanzwunder in Mailand der historische Triumph – und setzt Gibson damit ein Zeichen weit über den Sport hinaus?

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nach Awarenessaktion

Mehr Sensibilität in Saunen

Die öffentlichen Saunen der Stadt Wien sollen spezielle queere Tage bekommen, um LGBTIQ+-Personen einen geschützten Raum zu ermöglichen.
LGBTIQ+ in Venezuela

Bessere Zukunft für die Community?

Wie geht es in Venezuela weiter nach dem Sturz von Machthaber Maduro? Und was bedeutet das für die LGBTIQ+-Community? Viele hoffen auf Verbesserungen.
Urteil nach Grindr-Dates

22 Opfer von krimineller Masche

Zwei junge Männer wurde in London jetzt verurteilt, sie sollen mindestens 22 Schwule mit einer speziellen Grindr-Dating-Masche ausgeraubt haben.
Klage gegen Starmer

Christen klagen gegen Pride

Dürfen britische Beamte beim CSD dabei sein? Nein, findet ein christlicher Verband und hat nun Klage gegen Premierminister Keir Starmer eingereicht.
FBI verhindert Anschlag

18-Jähriger plante Massaker

Ein 18-Jähriger plante an Silvester in North Carolina einen Anschlag auf Christen, Juden und LGBTIQ+-Menschen. Das FBI konnte die Tat vereiteln.
Neues Gesetz in Kasachstan

Parlament betont „Homo-Propaganda“

Kasachstan hat jetzt doch ein Gesetz umgesetzt, das künftig "Propaganda" für „nicht-traditionelle sexuelle Orientierungen“ verbietet.
Niederlage vor Gericht

Reichelt gegen Pantisano

Nius-Chefredakteur Julian Reichelt hat vor Gericht eine Niederlage einstecken müssen. Kritisiert wurden Aussagen seinerseits zum Fall Jurassica Parka.
Happy Science-Fiction-Tag

Die Zukunftslust der Community

Heute feiern wir den Science-Fiction Tag – und wir mittendrin. Doch warum begeistern sich so viele Schwule für den fiktiven Blick in die Zukunft?