Wird der Winter 2026 heiß? Lewis Gibson: Offen schwuler Eistänzer startet bei Olympia
Der britische Eistänzer Lewis Gibson, offen schwul und mit Joshua Walsh verheiratet, startet im Februar 2026 bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina – mit dem Ziel, eine Lücke in seiner beeindruckenden Medaillensammlung zu schließen. Zum ersten Mal seit Jahren gilt das Paar Gibson und seine Tanzpartnerin Lilah Fear als ernsthafte Anwärter auf das olympische Podium.
Ein neuer Meilenstein für den britischen Eistanz
Lewis Gibson, 31 Jahre alt, zählt gemeinsam mit Lilah Fear zu den erfolgreichsten Eistanzenden des Vereinigten Königreichs. Die beiden konnten bereits Silber bei den Europameisterschaften 2022 sowie Bronze bei den Weltmeisterschaften und verschiedenen Grand-Prix-Events gewinnen. Insgesamt hält Gibson sieben nationale Meistertitel und zahlreiche internationale Auszeichnungen. Damit avanciert er zu einer Schlüsselfigur des britischen Eiskunstlaufs, der besonders im internationalen Vergleich selten solche Erfolge feierte.
Gibson ist einer der wenigen offen schwulen Athleten im internationalen Wintersport. Noch vor wenigen Jahren zögerte er, über sein Privatleben zu sprechen, zu groß war die Sorge vor Diskriminierung. Erst 2022 outete sich der Sportler öffentlich. In einem Podcast sagte er:
„Ich kann nicht leben, ohne ehrlich zu zeigen, wer ich bin und wen ich liebe.“ (Podcast Five Rings To Rule Them All)
Der Einfluss früherer Vorbilder wie Adam Rippon, Medaillenträger der Winterspiele 2018, bestärkte Gibson in seinem Entschluss. Sichtbarkeit queerer Sportlerinnen und Sportler sei heute wichtiger denn je, denn Vorurteile und gesellschaftliche Hürden bestehen im internationalen Spitzensport weiterhin. Bei den letzten Winterspielen in Peking stieg die Zahl der offen queeren Medaillengewinnerinnen und -gewinner erstmals auf neun – ein Rekordwert, der für immer mehr Inklusion in der olympischen Familie steht.
Nach einem zehnten Platz im Olympiajahr 2022 möchte das britische Duo dieses Mal die Favoritinnen und Favoriten aus Nordamerika und Europa herausfordern. Die kommenden Spiele bieten dabei nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich eine wichtige Bühne: Mit dem geplanten Pride House Milano bleibt Mailand – ähnlich wie schon andere Ausrichterstädte – ein sicherer Ort für queere Athletinnen und Athleten sowie Fans. Löst Lewis Gibson das Ticket zum Treppchen, würde er zum Symbol für Vielfalt im Welteissport werden.
Die Frage bleibt: Folgt dem britischen Eistanzwunder in Mailand der historische Triumph – und setzt Gibson damit ein Zeichen weit über den Sport hinaus?