Von der Leinwand zur Politik Whoopi Goldberg US-Botschafterin? LGBTIQ+-Rechte im Fokus
Was macht eine mehrfach ausgezeichnete Entertainerin wie Whoopi Goldberg, wenn sie schon alle begehrten Trophäen des Showbusiness – vom Oscar bis zum Tony-Award – im Regal stehen hat? Sie denkt nicht etwa ans Rentnerdasein, sondern überrascht alle mit ganz neuen Plänen: Die 70-Jährige will amerikanische Botschafterin werden! Und das verkündete sie nicht etwa klammheimlich, sondern lässig und offen im hauseigenen „Behind the Table“-Podcast von „The View“. Diplomatische Immunität für die Star-Komikerin? Da wird selbst ihr Produzent nervös – oder war es Vorfreude?
Die Bühne wird politisch
Whoopi Goldbergs Motive sind alles andere als oberflächlich: Ihr Ziel ist es, das internationale Image der USA wieder aufzupolieren – mit mehr Charme, weniger Machtgehabe. „Ich weiß, wir sind nicht perfekt, aber es gibt Großartiges an diesem Land“, betont sie. Der Gedanke, als Vermittlerin zwischen Nationen zu stehen, entspringt nicht erst aus den politischen Debatten der letzten Jahre. Immer wieder hat sich Goldberg gegen Intoleranz und für LGBTIQ+-Rechte starkgemacht. 2013 wurde sie für ihr Engagement sogar von der Human Rights Campaign geehrt. Gab es auch eine Rolle in einer queeren Kultserie? Auch die fehlt in der Vita Goldbergs nicht: 2002 traute sie im britischen TV ein gleichgeschlechtliches Paar.
Gleichzeitig gilt Whoopi Goldberg in den USA als Stimme für Diskurskultur. „Streit gehört zur Demokratie. Es ist kein Amerika, wenn Widerspruch zum Risiko wird“, sinniert sie. Ihr feinsinniger Humor wurde in heiße Talkshow-Debatten ebenso sichtbar wie ihr entschiedener Widerstand, als Trump & Co. sie ins Visier nahmen.
„Ich liebe es, weil dies eines der wenigen Länder ist, in denen man sagen kann: 'Das gefällt mir nicht', und man wird nicht eingeschränkt ...“— Whoopi Goldberg, Behind the Table Podcast
Wird Hollywood nun diplomatisch?
Doch wie wahrscheinlich ist der Wechsel vom Red Carpet zur Botschafter-Residenz? Erfahrung im internationalen Parkett bringt sie mit, immerhin setzt kaum eine US-Berühmtheit so konsequent auf offene Worte und Engagement. Ihr Ruf eilt ihr voraus: Die amerikanische Politik ist bei prominenten Botschafterposten längst nicht zimperlich – Stars wie George Clooney werden regelmäßig als Kandidaten gehandelt und Ronald Reagan schaffte sogar den Sprung ins Weiße Haus.
Goldbergs Vorstoß ist im Trend: Immer mehr Prominente mischen auf der großen Bühne der Weltpolitik mit. Sollten wir uns also auf "Ambassador Goldberg" einstellen – und wäre das für Amerika nicht ein echter Imagegewinn? Die diplomatische Welt kann sich auf flotte Sprüche und ernsthafte Haltung gleichermaßen freuen.