Direkt zum Inhalt

Studie über Spätzünder Warum haben manche Menschen erst sehr spät ihr erstes Mal?

Von ms - 26.09.2025 - 12:30 Uhr
Der erste Sex im Alter
Foto: iStock / Deagreez
ANZEIGE
Loading audio player...

Während sich die Forschung in den letzten Jahren mit Blick auf junge queere Menschen immer wieder auf das Coming-Out und das berühmte erste Mal konzentriert hat, fanden verspätete sexuelle Erfahrungen bei Menschen bisher wissenschaftlich wenig Beachtung. Eine neue internationale Studie unter Federführung des Max Planck Instituts hat sich nun diesem Themenbereich genauer gewidmet – es ist die bisher größte Untersuchung dazu. 

Komplexe Gründe

In Deutschland liegt das Durchschnittsalter für den ersten Sex bei 17 Jahren, so Untersuchungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), wobei Mädchen zumeist ein wenig früher dran sind als Jungs. Konkrete aktuelle Studien zum ersten Mal bei homosexuellen oder queeren Menschen gibt es für Deutschland bisher nicht. 

Sexlosigkeit bis ins hohe Erwachsenenalter indes liegt laut dem Forscherteam an mehreren Faktoren und beruht auf einer komplexen Mischung aus psychologischen, sozialen und genetischen Aspekten. Zudem: „Menschen, die bis ins höhere Erwachsenen alter hinein keinen Sex hatten, sind im Durchschnitt gebildeter, aber einsamer, nervöser und unglücklicher als Menschen mit sexueller Erfahrung.“ In der Studie entspinnt sich dabei das Bild des klassischen Nerds: Menschen ohne Sex leben tendenziell eher zurückgezogen, tragen in jungen Jahren Brillen, sind intelligenter und konsumieren wenig oder gar keinen Alkohol oder Drogen. 

Einsamkeit und Angst 

Dazu komme, dass Sexlosigkeit häufiger in Regionen mit größerer sozioökonomischer Einkommensungleichheit auftrete. Bei Männern spielen weitere Punkte hinein wie die Einstellung zur Geschlechterverteilung im näheren Umfeld und die physische Stärke – Männer, die rein körperlich eher schwächer sind, neigen auch stärker dazu, noch nie Sex gehabt zu haben. Co-Autorin Laura Wesseldijk vom Max-Planck-Institut betonte dabei: „Romantische und sexuelle Beziehungen sind oft eine wichtige soziale Stütze. Ihr Fehlen ist für Viele mit Einsamkeit, Angstzuständen, depressiven Gefühlen und vermindertem Wohlbefinden verbunden.“

Die genetischen Faktoren bei der Sexlosigkeit machen etwa 15 Prozent aller Fälle aus, sie hängen dabei offenbar eng mit Intelligenz, Bildung und neurologischen Entwicklungsstörungen wie Autismus zusammen. Neben dem Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPIEA) waren auch das Amsterdam University Medical Center (UMC) und die Universität von Queensland, Australien, daran beteiligt. Das Forscherteam analysierte dazu die Daten von mehr als 400.000 Briten im Alter zwischen 39 und 73 Jahren. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

tazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenFrankfurter Allgemeine ZeitungMit Hilfe von Leihmutter: Niederländischer Ministerpräsident und sein Verlobter bekommen ein BabyAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wende im Fall Meiwes

Vorerst keine Entlassung

Armin Meiwes bleibt in Haft. Sein Antrag ist zurückgezogen. Was über die Entscheidung bekannt ist und warum lebenslang nicht nach 15 Jahren endet.
Omas Antwort auf den Hass

„Liebe kennt keine Barrieren“

Nach der Hasswelle gegen Luca und Cristian meldet sich Lucas Oma Loretta zu Wort. Ihr Brief stellt das Glück ihrer Familie an erste Stelle.
Kreativer Widerstand

Zehnkämpfer zeigt Haut aus Protest

Frauenfeindliche sexistische Witze von US-Comedian Shane Gillis sorgen aktuell für viel Empörung. Zehnkämpfer Chase Lathrop antwortet kreativ und sexy
Sorge um queere Sichtbarkeit

Pride-Teams wollen Kräfte bündeln

Mehr als 100 CSD-Veranstalter trafen sich in Recklinghausen. Sie warnen vor Anfeindungen und wollen sich bundesweit stärker unterstützen.
Geheimnisse bei Heated Rivalry

Jacob Tierney erklärt Serienerfolg

Ein neues Buch zeigt, wie „Heated Rivalry“ entstand, welche Szenen gestrichen wurden und was die zweite Staffel vorbereitet.
Rob Jetten wird Vater

Premier erwartet erstes Kind

Niederlands Premierminister Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan erwarten im Frühjahr 2027 ihr erstes Kind durch eine Leihmutter.
Neue Pornogesetze in England

Verbot von Fetisch-Darstellungen

Großbritannien verschärft das Pornografie-Strafrecht: Ab November werden bestimmte sexuelle Darstellungen im Bereich Fetisch und Rollenspiele verboten
Regenbogen spaltet Amsterdam

Streit um queere Sichtbarkeit

Ein geplanter Regenbogenweg in Amsterdam sorgt für Streit. Während Initiatoren ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen wollen, protestieren Anwohner.
Keine PrEP in der Schweiz?

Ende der Kassenleistung 2027

In der Schweiz ist die Kostenübernahme für die HIV-Schutzpille PrEP nur bis Ende 2026 gesichert. LGBTIQ+-Verbände warnen vor Rückschritten.