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Missbrauchsskandal in den USA Republikaner vor Gericht: Vom LGBTIQ+-Kritiker zum Angeklagten wegen Kinderpornografie

Von ms - 14.08.2025 - 13:00 Uhr
Missbrauchsskandal in den USA
Foto: YouTube / Screenshot / WCNC
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Jene, die am lautesten gegen Homosexuelle wettern und ihr Verhalten als sündig und gefährlich brandmarken, haben oft selbst am meisten zu verbergen – ein Klischee, das allerdings bis heute immer mal wieder der Realität entspricht. Der jüngste Fall betrifft den ehemaligen republikanischen Abgeordneten Robert John „RJ” May III, bekannt als RJ May, aus South Carolina. Immer wieder geißelte er die LGBTIQ+-Community mit scharfen Worten zum „Schutz der Kinder“, nun wurde er wegen der möglichen Verbreitung von Kinderpornografie verhaftet – und ist jetzt auch von allen Ämtern zurückgetreten. 

Festnahme und Rücktritt 

Die Justiz war dem 38-Jährigen auf die Spur gekommen, nachdem mehrere seiner Online-Videos dem Nationalen Zentrum für vermisste und missbrauchte Kinder gemeldet worden waren. Unter dem Pseudonym „joebidennnn69“ soll May mindestens zehn Videos mit sexuellem Missbrauch geteilt haben. Die Ermittler konnten dabei das Online-Konto mit der privaten IP-Adresse und dem Mobilgerät des Republikaners in Verbindung bringen. Bereits im Juni dieses Jahres war der Politiker daraufhin festgenommen worden, in dieser Woche nun trat er von all seinen Ämtern zurück. 

„Ich habe beschlossen, dass es im besten Interesse meiner Familie und meiner Wähler ist, sofort aus dem Repräsentantenhaus von South Carolina auszutreten. Es war mir eine Ehre, den Menschen des 88. Bezirks zu dienen“, so May in seinem Schreiben an den Sprecher des Repräsentantenhauses – sein Rücktritt wurde mit sofortiger Wirkung angenommen. Der South Carolina Freedom Caucus, eine politische Gruppe innerhalb der Republikaner, erklärte, Mays Rücktritt sei „längst überfällig“ gewesen. „Wir begrüßen diesen Rücktritt, sind jedoch der festen Überzeugung, dass das Repräsentantenhaus von South Carolina RJ May sofort hätte ausschließen müssen, nachdem er wegen solch abscheulicher Verbrechen angeklagt worden war.“

Tiefer Fall eines Vorbild-Republikaners

May war Mitglied des Repräsentantenhauses von South Carolina und entsprach dem Musterbild eines Republikaners inklusive Mitgliedschaft in der der größten Waffenlobby der USA, der National Rifle Association, kurz NRA. In jungen Jahren gründete er eine politische Beraterfirma, 2020 wurde er selbst ins Repräsentantenhaus gewählt. Seit neun Jahren ist er verheiratet und hat einen Sohn. 

Immer wieder setzte er sich dafür ein, Homosexuellen und queeren Menschen Rechte zu entziehen und wetterte dabei auch gegen Drag Queens und trans* Menschen. Seinen Kampf gegen die LGBTIQ+-Community begründete er mit dem „Schutz der Unschuld der Kindheit”. Nun droht May eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren, eine Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar und eine mindestens fünfjährige Bewährungsstrafe im Anschluss an seine mögliche Zeit im Gefängnis. 

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