Direkt zum Inhalt
Mord aus Habgier
Foto: iStock / showcake
ANZEIGE

Mord aus Habgier 21-Jähriger soll in Schleswig-Holstein einen 56-Jährigen brutal erstochen haben

ms - 28.07.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Ein 21-jähriger Mann steht aktuell in Schleswig-Holstein vor Gericht, weil er sich mit einem 56-jährigen schwulen Mann verabredet und ihn dann brutal und heimtückisch ermordet haben soll. Der Fall wird vor der Jugendkammer des Landgerichts Itzehoe verhandelt. 

Geplanter Mord aus Habgier

Der damals 20-jährige Justin R. aus Wedel im Kreis Pinneberg kontaktierte im Januar dieses Jahres den 35 Jahre älteren Mann über die Dating-Plattform Grindr, wo er sexuelle Leistungen für Geld anbot, so die Anklageschrift. Laut der Staatsanwaltschaft soll der junge Mann allerdings bereits vorab geplant haben, sein Opfer zu überfallen und zu ermorden. „Der Angeklagte wird beschuldigt, aus Habgier einen Menschen getötet zu haben”, so Staatsanwältin Janina Seyfert bei Prozessbeginn. Justin R. soll hoch verschuldet gewesen sein und auch darüber hinaus Finanznöte gehabt haben.  

Nach Einschätzung der Anklage traf sich der Täter am 22. Januar 2025 kurz vor Mittag mit seinem späteren Opfer in dessen Wohnung. Nach dem Austausch erster Intimitäten soll Justin R. ein Küchenmesser hervorgeholt und dem 56-jährigen Jörg M. damit zweimal in den Hals gestochen haben. Der überrumpelte Schwule soll noch kurz mehrfach um Hilfe gerufen haben, bevor er aufgrund des raschen Blutverlustes zu Boden sank. Ein Nachbar hörte die Schreie und alarmierte die Polizei. 

Jede Rettung kam zu spät

Als die Polizei mitsamt des Notarztes vor Ort eintrafen, war es bereits zu spät. Trotz mehrerer Widerbelebungsversuche verstarb Jörg M. kurz darauf im Krankenhaus. Neben den zwei Stichverletzungen dokumentierten die Ärzte auch eine schwere Kopfverletzung, möglicherweise herrührend durch den Sturz. 

Der Täter war vorab durch ein Fenster aus der Wohnung geflohen, soll dann aber später noch einmal zurückgekommen sein, um aus dem Auto des Opfers einen Umschlag mit rund 5.000 Euro in Euro-Scheinen und US-Dollar-Noten zu stehlen. Einen Tag später stellte sich Justin R. nach der Einleitung der Fahndung selbstständig bei der Polizei und gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Die Mordkommission sieht den Fall anhand der Beweislage anders und widerlegte die Aussagen schnell.

Lebenslange Gefängnisstrafe möglich

Der junge Mann sitzt aktuell in Untersuchungshaft, ob er im Falle eines Schuldspruchs nach dem Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht behandelt wird, ist noch unklar. Derzeit soll geklärt werden, ob bei dem heute 21-Jährigen eine Reifeverzögerung in seiner Entwicklung vorliegt. Je nach Einschätzung der Experten droht Justin R. eine lebenslange Freiheitsstrafe. Insgesamt sind elf weitere Verhandlungstage angesetzt, als Nebenkläger tritt der Ehemann des Opfers in Erscheinung. Ein Urteil ist wahrscheinlich nicht vor Mitte Dezember zu erwarten. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

News zu Heated Rivalry 2

Hudson Williams verrät Details

„Heated Rivalry 2“ wird derzeit gedreht und soll 2027 mit neuen Konflikten und mehr Emotionalität starten, verriet jetzt Schauspieler Hudson Williams.
Schwule Juden

Mehr Sichtbarkeit in der Community

Eine LGBTIQ+-Tora-Gruppe in Oregon liest jüdische Texte neu und will LGBTIQ+-Menschen darin als Teil der jüdischen Geschichte sichtbar machen.
Streisand greift Trump an

Streit um das Kennedy Center

Barbra Streisand kritisiert Präsident Trumps Vorgehen beim Kennedy Center, dessen Umbenennung juristisch und politisch umstritten ist.
Zehn Jahre Projekt „WiR*“

Aufklärung gerät unter Druck

Das Kölner Projekt „WiR*“ feiert zehn Jahre Aufklärungsarbeit – und warnt vor zunehmender Queerfeindlichkeit an Schulen.
Kolumbien sagt Nein zu LGBTIQ+

Kritik an neuem Regierungskurs

Kolumbien verlässt eine wichtige internationale LGBTIQ+-Koalition, während Menschenrechtsvereine vor anhaltender Gewalt gegen die Community warnen.
Vapen bei LGBTIQ+-Jugendlichen

Mobbing verstärkt den Trend

Eine neue Untersuchung sieht einen Zusammenhang zwischen der Ausgrenzung und Mobbing von LGBTIQ+-Jugendlichen und ihrem erhöhten Vape-Konsum.
ESC-Krise in Großbritannien

Prüfung des Auswahlverfahrens

Nach dem letzten Platz 2026 beim ESC soll das britische Eurovision-Auswahlverfahren jetzt im Parlament genauer untersucht werden.
Volkszählung in den USA

Neue Regeln sorgen für Kritik

Geplante Regeln für die US-Volkszählung 2030 könnten trans* Menschen zur Offenlegung ihrer Geschlechtsidentität gegenüber dem Staat zwingen.