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Dramatische Zahlen aus den USA
Foto: iStock / Khaosai Wongnatthakan
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Dramatische Zahlen aus den USA 90 Prozent der LGBTI*-Jugend in den USA hat gesundheitliche Probleme, 40 Prozent denkt über Selbstmord nach

ms - 02.05.2024 - 11:00 Uhr
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Es sind dramatische Zahlen, die der größte amerikanische LGBTI*-Beratungsverein für Jugendliche, das Trevor Project, jetzt veröffentlicht hat: Die neuste Umfrage unter jungen LGBTI*-Menschen belegt, dass neunzig Prozent von ihnen durch die aktuelle Anti-LGBTI*-Politik im Land gesundheitliche Probleme haben. Zudem verzeichnet die Organisation deutlich höhere Selbstmordraten unter LGBTI*-Jugendlichen. 

Katastrophale Auswirkungen

Der Verein selbst spricht daher klar von einer landesweiten Krise der öffentlichen Gesundheit, die Anti-LGBTI*-Gesetze in den Vereinigten Staaten hätten eine „katastrophale Auswirkung“ auf die junge Generation. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres wurden erneut mehrere hundert Anti-LGBTI*-Gesetze in den Bundesstaaten eingebracht. Im vergangenen Jahr waren es rund 600, ganze 80 davon wurden auch tatsächlich umgesetzt und sind inzwischen in Kraft. Im Jahr 2024 wurden nach Angaben der American Civil Liberties Union bereits 487 Anti-LGBTI*-Gesetze eingebracht und 21 verabschiedet.

Die Spannbreite reicht von medizinischen Einschränkungen für LGBTI*-Menschen, Verbotsgesetze rund um Trans-Jugendliche bis hin zu generellen Richtlinien, die sich gegen Homosexuelle und queere Personen gleichermaßen richten. In einigen US-Bundesstaaten erlauben es Gesetze Ärzten so zum Beispiel, einen schwulen Patienten aufgrund seiner Sexualität abzuweisen, wenn dies nicht mit der Religion des Arztes in Einklang zu bringen ist. An immer mehr Schulen gibt es strikte Redeverbote, die Lehrer dürfen in keiner Weise mehr über Homosexualität oder anderweitige LGBTI*-Themen informieren. 

Mobbing und Suizid

Das Resultat der U.S. National Survey on the Mental Health of LGBTQ+ Young People-Studie aus diesem Jahr: 90 Prozent der LGBTI*-Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren gaben an, dass ihr gesundheitliches Wohlbefinden durch die jüngste Politik negativ beeinflusst wurde. Die Hälfte von ihnen (49%) hat im vergangenen Jahr Mobbing erlebt. In dieser Gruppe der LGBTI*-Jugendlichen stieg auch die Rate von Selbstmordversuchen signifikant weiter an. Insgesamt 39 Prozent aller LGBTI*-Jugendlichen in den USA haben 2023 ernsthaft einen Suizid in Erwägung gezogen. Bei den Trans-Jugendlichen war es mit 46 Prozent sogar jeder Zweite. 

Wenig Hilfe für alle Beteiligten

Eine weitere Entwicklung: Gesetze, die sich gegen LGBTI*-Jugendliche richten, haben oftmals auch Auswirkungen auf die ganze Familie. Fast jede zweite betroffene Familie (45%) überlegt deswegen aktuell, aufgrund der Anti-LGBTI*-Richtlinien in einen anderen Bundesstaat zu ziehen. 

Nebst den erschreckenden Zahlen selbst, verschlimmert auch die therapeutische Versorgungsmöglichkeit die Lage: 50 Prozent der LGBTI*-Jugendlichen, die im vergangenen Jahr eine psychologische Betreuung wünschten, haben diese aus Mangel an Möglichkeiten oder erneut durch reglementierende Gesetze nicht erhalten.

Eine ganze Generation in Gefahr

„Ein Großteil unserer Bemühungen, die öffentliche Gesundheitskrise mit Blick auf die Selbstmordrate unter LGBTI*-Jugendlichen anzugehen, wird durch die anhaltende Welle von Anti-LGBTI*-Politik erschwert, die von extremistischen Gesetzgebern im ganzen Land vorangetrieben werden. Angesichts solch dramatischer Zahlen und dem Fakt, dass Familien buchstäblich ihre Häuser verlassen müssen, um in Sicherheit zu sein, müssen die Gesetzgeber ernsthaft die realen und schädlichen Auswirkungen überdenken, die ihre Anti-LGBTI*-Politik und -Rhetorik verursachen. Kein 'politischer Sieg' sollte es wert sein, das Leben junger Menschen zu riskieren“, so Janson Wu, Senior Director of State Advocacy and Government Affairs bei The Trevor Project. 

 

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über Suizid ist ein überaus sensibles Thema. Wir möchten es in KEINSTER Weise glorifizieren oder romantisieren. Viele Menschen die durch Suizid sterben, leiden an einer psychischen Erkrankung. Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Mit Beratung steht dir auch der Coming Out Verein via Messenger oder E-Mail unter www.coming-out-day.de zur Seite. Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

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