Hannes Steinert (* 1954) ist Bildender Künstler in Stuttgart und seit Jahrzehnten queerer Aktivist. In den 1980er Jahren wurden figurative Arbeiten an den Kunstschulen wenig geschätzt. Angesagt waren Abstraktion und große Ölbilder. Das Großformatige der Gemälde hat seine Nachteile: Nicht überall findet sich Platz für große Werke. Um 1986 wurde in Stuttgart das erste schwule Café, das Café Jenseitz, eröffnet. Hannes Steinert war dort oft zu Gast. Das Café organisierte auch kleine Ausstellungen, aber für die großen Bilder, die er während seines Studiums gemalt hatte, war dort kein Platz. So begann er mit einer Serie kleinformatiger Linolschnitte. Waren seine damaligen Arbeiten noch abstrakt, so begannen sich in den folgenden Jahren die abstrakten Figuren langsam zu dem zu entwickeln, was man heute als die typische Steinert-Figur bezeichnen kann: groß, schlank, wohlproportioniert mit meist markanten Genitalien. Der meist nackte Jüngling ist das bevorzugte Thema in seinen Linolschnitten, allein oder zusammen mit anderen, oft in Naturkulissen, erotisch oder aphrodisierend. Nun gibt es anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers den Bildband „BOYS for BOYS“. Auf insgesamt 168 Seiten sind 253 Original-Linolschnitte und 163 Varianten zu sehen
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