Direkt zum Inhalt

Weniger Druck auf Afrika LGBTIQ+-Menschen werden im Stich gelassen

Von ms - 06.07.2026 - 14:30 Uhr
Weniger Druck auf Afrika
Foto: iStock / Ruma Aktar
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump wird afrikanische Staaten nach Medienberichten künftig nicht mehr dazu drängen, die Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen einzustellen. Mehrere konservativ ausgerichtete US-Zeitungen berichten übereinstimmend, dass das Weiße Haus kein Interesse daran habe, entsprechenden politischen Druck auf Regierungen des Kontinents auszuüben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Berichte über Kurswechsel der US-Regierung unter Donald Trump
  • Washington will afrikanische Staaten demnach nicht mehr wegen der Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen unter Druck setzen
  • Deutlicher Unterschied zur Politik der Vorgängerregierung unter Joe Biden
  • Sorge über Signalwirkung angesichts zunehmender Repressionen in mehreren afrikanischen Staaten

180-Grad-Kurswechsel der Regierung 

Damit zeichnet sich ein deutlicher Kurswechsel gegenüber der vorherigen US-Regierung unter Joe Biden ab. Dessen Administration hatte sich wiederholt gegenüber afrikanischen Regierungen für den Schutz der Menschenrechte von LGBTIQ+-Personen eingesetzt und entsprechende Forderungen öffentlich vertreten. Bekannt wurde der Politikwechsel zunächst durch einen Bericht des Wall Street Journal.

Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der sich die Situation für LGBTIQ+-Menschen in zahlreichen afrikanischen Staaten weiter verschärft. In mehreren Ländern wurden in den vergangenen Jahren neue oder deutlich strengere Gesetze gegen homosexuelle Menschen verabschiedet oder bestehende Regelungen ausgeweitet. Besonders international beachtet wurden dabei die Gesetzesverschärfungen in Uganda sowie zuletzt die jüngsten Maßnahmen in Senegal. Gleichzeitig berichten Menschenrechtsorganisationen aus verschiedenen Teilen des Kontinents von einer zunehmend aufgeheizten und hasserfüllten Stimmung gegenüber homosexuellen Menschen. Aktivistinnen und Aktivisten warnen vor wachsender gesellschaftlicher Ausgrenzung, verstärkter staatlicher Repression und einer steigenden Zahl von Festnahmen sowie gewaltsamen Übergriffen gegen LGBTIQ+-Personen.

Zusammenbruch HIV-Versorgung

Hinzu kommt, dass die zunehmende Kriminalisierung und gesellschaftliche Feindseligkeit auch die HIV-Prävention und -Versorgung erheblich beeinträchtigt. Internationale Hilfsorganisationen und Gesundheitsexperten warnen seit Jahren davor, dass viele homosexuelle Männer aus Angst vor Verhaftung, Denunziation oder Übergriffen medizinische Einrichtungen und Beratungsstellen meiden. Dadurch werden HIV-Tests seltener in Anspruch genommen, Therapien häufiger unterbrochen und Präventionsangebote schlechter erreicht. Fachleute befürchten, dass die verschärften Anti-LGBTIQ+-Gesetze und das feindselige gesellschaftliche Klima die Bekämpfung der HIV-Epidemie in mehreren afrikanischen Ländern langfristig deutlich erschweren könnten.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

hessenschauMoritz Brandenstein schafft Ort gegen Einsamkeit: "Keiner war so wie ich"tazHomosexualität im japanischen Sport: Rui Takahashi macht den ganz mutigen AufschlagtazNeue ZDF-Serie: Das Geisterhaus im SchwarzwaldhessenschauTanzen gegen die Einsamkeit: Ein Ort, an dem sich queere Menschen nicht erklären müssenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Missbrauch durch Priester

Erzbistum zahlt Schmerzensgeld

Nach jahrzehntelangem Kampf erhält Andreas Perr Schmerzensgeld vom Erzbistum München. Der Missbrauchsfall beschäftigt auch die Kirche.
Ungewissheit in Cloppenburg

Wird 2027 der CSD erneut ausfallen?

Nach dem Ausfall 2026 droht auch der CSD Cloppenburg 2027 auszufallen. Ohne zusätzliche Ehrenamtliche kann die Veranstaltung nicht stattfinden.
Frankreich verbietet Dickpics

Hohe Strafen für Penisfotos

Frankreich will ungefragt verschickte Penisfotos unter Strafe stellen. Schon ein einziges Bild könnte künftig 15.000 Euro kosten, auch bei Dating-Apps
Schuluniformen in Pornos

Verbot in Großbritannien gefordert

In England wird über eine Petition debattiert, die Schuluniformen aus Pornofilmen verbannen und damit Jugendliche vor Sexualisierung schützen soll.
Justin Lui zieht Bilanz

Schwuler Olympionike hört auf

Der offen schwule Volleyball-Olympionike Justin Lui beendet seine Nationalmannschaftskarriere und blickt stolz auf sein Coming-Out zurück.
Coming-Out im Wandel

Schwul sein ohne Versteckspiel

Zwischen Angst und Selbstverständlichkeit: Das Coming-Out schwuler Männer hat sich in 30 Jahren grundlegend verändert.
Krise unter US-Jugendlichen

Queere Jugendliche ohne Zuhause

Junge LGBTIQ+-Menschen in den USA sind mehr als doppelt so häufig von Wohnungslosigkeit betroffen. Experten fordern jetzt bessere Hilfen.
Nackt durch Vice City

GTA 6 zeigt nackten Helden

Ein neuer GTA-6-Leak zeigt Hauptfigur Jason völlig nackt in Vice City. Rockstar bestätigt jetzt Nacktszenen für das kommende Spiel.
Heiratsantrag am Leuchtturm

Schwule Volleyballstars sagen Ja

Die schwulen Beachvolleyballer Tim Brewster und Kyle Friend haben sich verlobt. Der Heiratsantrag fand an einem Leuchtturm in Maine statt.