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Warten auf die Impfung Berechtigte Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Lage

Von ms - 16.09.2022 - 14:00 Uhr
Warten auf die Impfung
Foto: © iStock / Diy13
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In den letzten Wochen hat sich die Situation rund um die Affenpocken in Deutschland schrittweise ein wenig entspannt – erstmals wurden Ende dieser Woche an einem Tag sogar im Epizentrum Berlin kein neuer Fall gemeldet, noch im Juli und August waren es teilweise bis zu 50 Neu-Infektionen an einem Tag. Grund für eine generelle Entwarnung ist dies noch nicht, denn die derzeitige Entspannungslage gerade innerhalb der Gay-Community speist sich aus mehreren Aspekten – zum einen haben viele Homosexuelle in den letzten Wochen und Monaten ihre sexuellen Kontakte drastisch eingeschränkt oder ganz ausgesetzt, zum anderen wurden von den Arztpraxen bereite jene Männer zeitnah als erstes geimpft, die besonders stark sexuell aktiv sind. Die zweite Gruppe von Männern mit vielen wechselnden Sexualpartnern hat sich indes bereits im Zeitraum ab Mai mit den Affenpocken infiziert.

Von einer generellen Entwarnung könne daher noch nicht gesprochen werden, bestätigt auch Facharzt Kevin Ummard-Berger von der Schwerpunktpraxis UBN in Berlin – eine von 30 Anlaufstellen für Impfwillige in der Hauptstadt. Gegenüber SCHWULISSIMO erklärt der Facharzt, dass die ersten Impfdosen sehr schnell verspritzt waren, Anfang September kam dann eine weitere Charge, die auf alle Praxen in Berlin verteilt wurde. Aktuell fragen die zuständigen Stellen im Auftrag des Berliner Senats bei den Schwerpunktpraxen in Berlin den Bedarf ab – ein erster Hinweis darauf, dass die geplanten rund 200.000 weiteren Impfdosen für ganz Deutschland tatsächlich bis Ende September eintreffen könnten. Ummard-Berger zeigt sich hoffnungsvoll, dann mit Blick auf seine Patienten den Bedarf decken zu können. Für schwule und bisexuelle Männer, die bisher noch keinen Impftermin haben, rät der Facharzt: „Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach und lassen Sie sich dort einen Termin geben beziehungsweise auf die Warteliste setzen. Der Impfstoff ist generell knapp, sodass es keinen Sinn hat, alle dreißig Praxen in Berlin anzufragen und sich überall auf die Warteliste setzen zu lassen – im Gegenteil. Das Verhalten kann, wenn es vermehrt auftritt, zu verfälschten Fallzahlen bezüglich des tatsächlichen Bedarfs führen.“

Wenn der Hausarzt nicht gegen Affenpocken impft, können sich Impfwillige auch direkt beispielsweise an die Infektiologie-Abteilungen im St. Joseph Krankenhaus oder im Auguste-Viktoria-Klinikum wenden. Auch der Checkpoint BLN berät über die beste Herangehensweise in puncto Impfung und impft auch selbst. In Berlin gibt es aktuell rund 1.600 Fälle von Affenpocken, deutschlandweit sind es rund 3.550 Meldungen. Das Robert-Koch-Institut hält dazu fest: „Allgemein ist die Zahl der wöchentlich ans RKI übermittelten Fälle seit Anfang August 2022 rückläufig.“ Auch Facharzt Ummard-Berger bestätigt, dass die Zahl der Fälle in Berlin sinkt, selbst nach dem CSD in Berlin gab es nicht, wie anfangs allgemein befürchtet, einen massiven Anstieg der Neu-Infektionen. So besteht durchaus auch die realistische Chance, dass auch jetzt nach dem sex-positiven Fetisch-Festival Folsom in der vergangenen Woche in Berlin die Zahlen nicht nach oben schießen werden. „Ich glaube, sehr viele sind einfach sehr vorsichtig!“, so Ummard-Berger weiter. Begründet ist diese Vorsicht dabei durchaus, der Facharzt erzählt von einzelnen Fällen, in denen Patienten mit Golfball-großen, äußert schmerzvollen Pusteln und Ekzemen am Körper sowie auch am Penis zu ihm gekommen waren, deren Heilung oftmals bis zu sechs Wochen angedauert hat.

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