Taipeh hat am Samstag ein großes Regenbogenzeichen gesetzt: Rund 150.000 Menschen kamen nach Schätzung der Veranstalter zur 24. Taiwan Pride. Zwischen bunten Kostümen und Fahnen ging es um das Recht, sichtbar und ohne Angst zu leben – auch nach der umstrittenen Polizeirazzia in einer Schwulenbar.
Das Wichtigste im Überblick
- Die 24. Taiwan Pride fand am 31. Oktober in Taipeh statt.
- Die Veranstalter schätzten die Beteiligung auf rund 150.000 Menschen.
- Das Motto lautete „Our Voices, Our Journey“.
- Mehr als 180 Gruppen waren für den Umzug angemeldet.
- Teilnehmer forderten ein Ende von Ausgrenzung und Stigmatisierung.
Mehr als ein buntes Straßenfest
Die Nachrichtenagentur CNA sprach vor Ort mit Menschen aus Taiwan und anderen Ländern. Ein wiederkehrendes Thema war die Freiheit, die manche Besucher in ihrer Heimat vermissen. Die Eheöffnung von 2019 habe wichtige Rechte gebracht, erklärte der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins, Tai Yu-hsun. Gleiche Behandlung im Alltag sei damit jedoch noch nicht überall erreicht.
Auch AP schildert, wie unterschiedlich Akzeptanz erlebt wird: Eine Teilnehmerin berichtete, dass ihre Eltern ihr Coming-out bis heute nicht unterstützten. Sichtbarkeit auf der Straße und Sicherheit im eigenen Zuhause sind weiterhin zwei verschiedene Erfahrungen.
Die Razzia wirkt nach
Der Polizeieinsatz im Commander D vom 3. Oktober beschäftigte die Community auch rund um die Pride. Damals wurden 51 Gäste zur Befragung mitgenommen. Nach Kritik an der Behandlung der Menschen entschuldigte sich der Bürgermeister; Beamte wurden disziplinarisch belangt.
Über den Solidaritätsaufruf vor der Pride hatte SCHWULISSIMO bereits berichtet. Am Samstag wurde dieser Anspruch auf den Straßen sichtbar: Die Demonstration startete am Rathausplatz, teilte sich in zwei Routen und kehrte dorthin zurück. Die Veranstalter hatten für den Tag auch Bühnenprogramm und Regenbogenmarkt angekündigt.