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Rückschritte bei LGBTIQ+ Ein Drittel aller Länder verbietet homosexuelle Handlungen

Von ms - 28.05.2026 - 10:00 Uhr
Rückschritte bei LGBTIQ+-Rechten
Foto: iStock / remotevfx
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Während in zahlreichen Ländern weltweit im Juni der Pride Monat begangen wird, hat die Organisation ILGA World aktuelle Zahlen zur Lage von LGBTIQ+-Rechten veröffentlicht. Die neuen Daten und Karten zeigen nach Angaben der Organisation sowohl Fortschritte als auch zunehmende Einschränkungen in vielen Staaten, insbesondere mit Blick auf die Rechte von Schwulen und Lesben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • 65 UN-Mitgliedstaaten kriminalisieren gleichgeschlechtliche Beziehungen
  • Zahl der Staaten mit entsprechenden Gesetzen erstmals seit 2017 gestiegen
  • In sieben Ländern droht aktuell die Todesstrafe
  • Zahlreiche Staaten schränken Meinungs- und Organisationsfreiheit ein
  • Europa bleibt Vorreiter bei Gleichberechtigung von Homosexuellen 

Kriminalisierung von Homosexuellen

Demnach stellen derzeit 65 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen Personen gleichen Geschlechts unter Strafe – in rund einem Drittel aller 195 Staaten weltweit werden Schwule und Lesben damit weiter kriminalisiert. Zudem ist die Zahl der Länder mit entsprechenden Gesetzen im Jahr 2025 erstmals seit 2017 wieder leicht angestiegen. Grundsätzlich zeigt die Langzeitstudie allerdings einen klaren Trend für mehr Rechte von Homosexuellen – im Jahr 1990 wurde Homosexualität noch in 114 Ländern weltweit kriminalisiert. 

Fakt ist aber aktuell auch: In sieben UN-Mitgliedstaaten kann auf schwulen oder lesbischen Sex sogar die Todesstrafe stehen. In fünf weiteren Staaten besteht laut ILGA World keine vollständige rechtliche Klarheit über die Anwendung solcher Strafen. Europa bleibt dabei der einzige Kontinent weltweit, in dem Homosexualität in keinem Land kriminalisiert wird. In Asien indes gibt es in 22 Ländern noch homosexuellenfeindliche Gesetze, das sind knapp die Hälfte aller Staaten. Noch dramatischer ist die Lage in Afrika, hier verbieten 33 Staaten homosexuelle Handlungen. 

Druck auf Community wächst 

Darüber hinaus verfügen mindestens 63 UN-Mitgliedstaaten über Gesetze oder Vorschriften, die die freie Meinungsäußerung zu sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität einschränken. Nach Angaben der Organisation errichten zudem mindestens 61 Staaten rechtliche Hürden für Gruppen und Initiativen, die sich offen für die Rechte von LGBTIQ+-Personen einsetzen. Gleichzeitig verweist ILGA World auch auf Fortschritte in einzelnen Bereichen. So hätten inzwischen 17 UN-Mitgliedstaaten landesweite Verbote sogenannter „Konversionstherapien“ eingeführt. Die Ehe für alle existiere mittlerweile in 37 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sowie in Taiwan.

Neun UN-Mitgliedstaaten hätten zudem Gesetze verabschiedet, die nicht notwendige und nicht einvernehmliche medizinische Eingriffe an intergeschlechtlichen Jugendlichen untersagen. In 18 Staaten sei außerdem eine rechtliche Anerkennung des Geschlechts auf Grundlage der Selbstbestimmung möglich. ILGA-World-Geschäftsführerin Julia Ehrt sieht trotzdem weltweit einen zunehmenden Druck auf Minderheitenrechte. „Unabhängig von unserer ethnischen Zugehörigkeit, unserer Herkunft oder unserem Geschlecht schätzen die meisten von uns die Freiheit, unser Leben so zu führen und uns für unsere Gemeinschaften genau so einzusetzen, wie wir wirklich sind.“

Zugleich warnte sie vor autoritären Entwicklungen. „Doch zunehmend versuchen autoritäre Machthaber und Bewegungen zu kontrollieren, was mit unseren Körpern geschieht und wie wir uns in der Welt bewegen. Ihr Bestreben, LGBTIQ+-Personen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, ist Teil eines reaktionären Drehbuchs, von dem wir gehofft hatten, dass die Gesellschaften es bereits überwunden hätten“, so Ehrt weiter. Zuletzt richtet sie dabei auch einen Appell an die Community mit Blick auf den Pride Monat Juni: „Immer wieder sind Menschen, denen soziale Gerechtigkeit am Herzen liegt, Seite an Seite marschiert und haben sich geweigert, wieder ins Verborgene gedrängt zu werden.“

Lage verschärft sich vielerorts 

Die aktuellen Entwicklungen zeigen nach Angaben von ILGA World in mehreren Ländern außerdem eine generelle Verschärfung der Lage. So führte Burkina Faso erstmals ein Gesetz ein, das gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Strafe stellt. Trinidad und Tobago nahm eine frühere Entkriminalisierung zurück. Im Senegal wurden bestehende Strafvorschriften für Homosexuelle radikal verschärft. Nach Angaben der Organisation habe dies eine Welle von Festnahmen und Gewalt ausgelöst. Auch in der Türkei gibt es Pläne für ein radikales Anti-LGBTIQ+-Gesetz. In China ging die Regierung verstärkt gegen Autoren homoerotischer Literatur und entsprechende Online-Plattformen vor. Malaysia wiederum sperrte den Zugang zu mehreren Dating-Apps mit Bezug zur LGBTIQ+-Community.

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