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Patongs Nachtleben in Gefahr Flut trifft schwules Urlaubsparadies in Thailand

Von ms - 27.10.2026 - 08:30 Uhr
Patongs Nachtleben in Gefahr
Foto: IMAGO / JNA Press
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Überschwemmte Straßen, beschädigte Geschäfte und Schlammlawinen mitten in einem der beliebtesten Ferienorte Südostasiens: Nach heftigen Regenfällen kämpfen die Behörden auf der thailändischen Insel Phuket gegen die Folgen schwerer Unwetter. Besonders betroffen ist Patong, das nicht nur für seine Strände und sein Nachtleben bekannt ist, sondern auch zu den wichtigsten Urlaubszielen der internationalen schwulen Community zählt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schwere Unwetter: Starkregen hat auf Phuket Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Schlamm, Geröll und Felsbrocken beschädigten Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge.
  • Touristenort besonders betroffen: In Patong und dem umliegenden Bezirk Kathu mussten Einsatzkräfte Straßen räumen und Abflusswege freilegen. Für Betroffene wurden Notunterkünfte eingerichtet.
  • Zentrum der schwulen Community: Patong gehört zu den bekanntesten LGBTIQ+-Reisezielen Thailands. Besonders rund um die Paradise Complex genannten Ausgehstraßen konzentrieren sich Gay-Bars, Clubs und weitere Treffpunkte.
  • Auswirkungen auf die Gay-Szene unklar: Ob und wenn ja, welche einzelne LGBTIQ+-Lokale überflutet, beschädigt oder vorübergehend geschlossen wurden, ist bislang nicht bestätigt. 
  • Weitere Regenfälle erwartet: Die thailändischen Wetterbehörden warnen bis mindestens Mittwoch vor anhaltenden starken Niederschlägen.

Zentrum des schwulen Nachtlebens 

Die Sturzfluten trafen den Badeort in der Nacht zum Montag. Nach Angaben örtlicher Behörden strömten Wasser, Schlamm und große Felsbrocken von den umliegenden Hügeln in tiefer gelegene Wohn- und Geschäftsviertel. Zahlreiche Gebäude und Fahrzeuge wurden beschädigt. In einigen Straßen zerbrachen Schaufensterscheiben, andernorts rissen die Wassermassen Gegenstände aus Geschäften mit sich.  Die Schäden treffen einen Urlaubsort, der für die internationale LGBTIQ+-Community eine besondere Bedeutung hat. Phuket gilt seit Jahrzehnten als eines der bekanntesten schwulen Reiseziele Asiens. Insbesondere Patong hat sich mit seinen Bars, Clubs, Shows, Hotels und Treffpunkten zu einem wichtigen Zentrum des Gay-Tourismus entwickelt.

Das Herz der Szene liegt im sogenannten Paradise Complex. In dem Ausgehviertel rund um die Rat-U-Thit-Straße befinden sich zahlreiche Lokale, die sich vor allem an schwule Männer richten. Dazu gehören Gay-Bars, Clubs mit Dragshows und weitere Einrichtungen, die bei internationalen Gästen beliebt sind. Für viele schwule Urlauber ist Patong nicht nur ein Badeort, sondern auch ein Reiseziel, an dem sie vergleichsweise offen ausgehen und Kontakte knüpfen können. Die Überschwemmungen werfen deshalb auch Fragen nach den Folgen für das schwule Nachtleben auf. In Patong wurden mehrere Geschäftsstraßen überflutet, darunter die bekannte Bangla Road. Auch Straßen rund um das Einkaufszentrum Jungceylon waren zeitweise nicht oder nur eingeschränkt befahrbar. Ob Bars, Clubs oder andere LGBTIQ+-Treffpunkte im Paradise Complex unmittelbar beschädigt wurden, lässt sich bislang nicht bestätigen. Ebenso fehlen belastbare Angaben darüber, ob einzelne Betriebe wegen der Überschwemmungen vorübergehend schließen mussten. Angesichts der Schäden in mehreren Teilen Patongs sind Einschränkungen für das Nachtleben und den Tourismus aber sehr wahrscheinlich. 

Schlamm und Felsbrocken 

Besonders schwer traf das Unwetter das Gebiet Nanai im Bezirk Kathu. Gegen 3.05 Uhr am Montagmorgen erreichten nach Angaben lokaler Medien große Mengen Wasser und Geröll die tiefer gelegenen Straßen. Stellenweise machten Schlamm, Steine und Trümmer die Straßen unpassierbar. Fahrzeuge wurden beschädigt oder von Geröll eingeschlossen. Auch Geschäfte und Hotels meldeten Schäden. Nach Angaben der Lokalzeitung „The Phuket News“ waren in Patong mehr als 100 Haushalte und Gewerbetreibende betroffen. Die Behörden registrierten Überschwemmungen und Erdrutsche in allen drei Bezirken der Inselprovinz: Kathu, Mueang Phuket und Thalang. 

Einsatzkräfte rückten mit Baggern, Lastwagen und weiteren schweren Maschinen an. Sie sollten die Straßen freiräumen, beschädigte Bereiche sichern und verstopfte Abwasserkanäle wieder öffnen. Auch Soldaten, freiwillige Helfer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung beteiligten sich an den Aufräumarbeiten. Am Montagvormittag ging das Wasser in mehreren Gebieten bereits zurück. Zurück blieben Schlamm, Geröll und beschädigte Fahrzeuge. Nach ersten Behördenangaben wurden bei den Überschwemmungen auf Phuket keine Todesopfer oder Verletzten gemeldet. 

Weitere Überschwemmungen 

Die Stadtverwaltung von Patong richtete drei vorübergehende Notunterkünfte ein. Außerdem wurden Hilfsstellen eingerichtet und Lebensmittel verteilt. Die Behörden unterstützten Einwohner und Touristen, die ihre Unterkünfte nicht mehr erreichen konnten oder von den Überschwemmungen betroffen waren. Teilweise mussten Bewohner ihre persönlichen Gegenstände in Sicherheit bringen. Einsatzkräfte halfen dabei, beschädigte Gebäude zu räumen und überflutete Straßen wieder zugänglich zu machen. Die Provinzverwaltung erklärte betroffene Gebiete zum Katastrophengebiet, um Hilfsmaßnahmen und Entschädigungen zu ermöglichen. 

Entwarnung gibt es für Phuket noch nicht. Der thailändische Wetterdienst rechnet bis mindestens Mittwoch, den 28. Oktober, mit weiteren starken Niederschlägen im Süden des Landes. Besonders in tiefer gelegenen Gebieten sowie an Berghängen und Wasserläufen besteht weiterhin die Gefahr von Sturzfluten und Erdrutschen. An mehreren Messstationen auf Phuket wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 100 Millimeter Regen registriert. Die Katastrophenschutzbehörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Warnmeldungen zu verfolgen, gefährdete Straßen zu meiden und persönliche Gegenstände gegebenenfalls in höher gelegene Bereiche zu bringen. 

Millionen Urlauber jährlich

Die Überschwemmungen treffen eine Region, deren Wirtschaft stark vom internationalen Tourismus abhängig ist. Phuket gehört zu den bedeutendsten Urlaubszielen Thailands und zieht Besucher aus Europa, Asien, Australien und anderen Teilen der Welt an. Im Jahr 2025 kamen rund 14 Millionen Touristen auf die Insel in der Andamanensee. Mehr als zehn Millionen reisten aus dem Ausland an. Deutschland zählt zu den wichtigen Herkunftsländern. Neben den Stränden, den vorgelagerten Inseln und dem vielfältigen Nachtleben ist auch die vergleichsweise offene LGBTIQ+-Szene ein Anziehungspunkt für internationale Gäste.

Die Überschwemmungen auf Phuket sind Teil einer Serie schwerer Unwetter in Thailand. Bereits Ende September hatten anhaltende Regenfälle in der Hauptstadt Bangkok erhebliche Schäden verursacht. Die Behörden riefen damals für alle 50 Stadtbezirke den Katastrophenfall aus. Auch der Flugverkehr war zeitweise beeinträchtigt. Landesweit waren nach damaligen Behördenangaben rund 2,6 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Seit Mitte September kamen nach Angaben des thailändischen Katastrophenschutzes mindestens 83 Menschen bei Überschwemmungen im Land ums Leben. 

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