Direkt zum Inhalt

LGBTI*- und frauenfeindlich Erneute Zensur erzürnt chinesische Fans von „Friends“

Von co - 14.02.2022 - 12:00 Uhr
Erneute Zensur erzürnt chinesische Fans von „Friends“
Foto: © instagram.com_friends
ANZEIGE
Loading audio player...

Seit letzter Woche bieten diverse chinesische Streaming-Dienste die US-Sitcom „Friends“ an – allerdings in zensierter und teilweise in den Untertiteln stark veränderter Fassung.

Zensur und frauenfeindliche Untertitel

Das chinesische Publikum beschwerte sich laut Serienjunkies darüber, dass Szenen aus der Serie entfernt wurden. Dazu gehören auch solche, in denen über Ross’ Ex-Frau Carol gesprochen wird. Diese hatte sich von ihm getrennt, als sie merkte, dass sie lesbisch ist. Außerdem entfernt wurde ein gleichgeschlechtlicher Kuss: In „The One With Rachel’s Big Kiss“ küsst Rachel (Jennifer Aniston) die Figur Melissa (Winona Ryder). Auch vor den Untertiteln machte die Zensur nicht halt – so ersetzte man beispielsweise „multiple Orgasmen“ mit „Frauen haben endlose Tratschereien“. Das ignoriere „nicht nur das sexuelle Verlangen und Vergnügen von Frauen“, so ein Social-Media-Kommentar laut CNN. Es verstärke auch „das Geschlechterstereotyp von Frauen“.

Fans rufen zum Boykott auf

Auch in China hat „Friends“ eine riesige Fangemeinde. Viele junge Erwachsene verdanke der Serie ihre Kenntnisse der englischen Sprache und Kultur. Zwischen 2012 und 2018 strahlte Anbieter Sohu die Serie unzensiert aus. Viele Fans sind bestürzt über die zensierte Wiederveröffentlichung: #FriendsCensored wurde auf Weibo schnell zu einem beliebten Hashtag. Doch auch das fiel wohl der Schere zum Opfer: Schon am Sonntag war kaum noch etwas dazu zu finden.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterGossip und Paranoia: Warum wir Promi-Verschwörungstheorien liebenndQueercore | Team Dresch: Die Schönheit der GleichwertigkeittazAusstellung, Buch und Queeres Leben: Sich von Arschlöchern nicht kleinkriegen lassenDER SPIEGELBerlin: Gedenkort für CSD-Anschlag zum dritten Mal attackiertAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Williams fordert Festnahmen

Sexuelle Übergriffe an Universität

Hudson Williams fordert Festnahmen nach einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff an der Cornell University. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall neu.
Viel Aufregung in Nigeria

Schwule Webserie wird zum Hit

Die schwule Webserie „Living in Colors“ aus Nigeria ist ein Zuschauer-Hit, während die nigerianische Filmbehörde versucht, die Folgen zu verbieten.
Angriff auf den Regenbogen

Dritter Fall von Vandalismus

Traurig aber immer weniger überraschend für viele: Zum dritten Mal wurde jetzt die Regenbogenbank in Berlin Tiergarten verwüstet.
Fake News aus der KI

KI wird zur Propagandawaffe

Russische Akteure sollen Claude für Propaganda, Fake News und die Überwachung politischer Gegner in Zentralafrika eingesetzt haben, auch gegen LGBTIQ+
Schüler warten auf Schutz

Dramatische Lage an US-Schulen

Unter Präsident Trump liegen zahlreiche Bürgerrechtsfälle an US-Schulen auf Eis. Betroffen sind Vorwürfe zu Rassismus und sexueller Belästigung.
US-Lesbenbar im Rampenlicht

Masken-Streit beschäftigt Hollywood

Eine US-Lesbenbar lockert ihre hauseigene Corona-Maskenpflicht und löst heftigen Streit aus. Nun interessiert sich sogar Hollywood für die Geschichte.
Island setzt Europas Maßstab

Europa führt bei Gleichstellung

Europa führt weltweit bei der Gleichstellung von Frauen und Männern - eine gute Entwicklung auch für LGBTIQ+-Menschen. Weltweit führend ist Island.
Forscher kämpfen für Lambda

Queeres Jugendnetzwerk unter Druck

141 Wissenschaftler fordern eine langfristige Finanzierung des queeren Jugendnetzwerks Lambda und kritisieren das Ende der bisherigen Bundesförderung.
Keine Homophobie bei Nike

Aktionäre stützen LGBTIQ+-Kurs

Ein Antrag zur Überprüfung von Nikes LGBTIQ+-Engagement ist bei den Aktionären deutlich gescheitert: Nur ein Prozent stimmte dafür.