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„La Bola Negra“ in Toronto Geschichte über Homosexualität begeistert Festivalpublikum

Von ms - 21.09.2026 - 09:00 Uhr
„La Bola Negra“ gewinnt in Toronto
Foto: IMAGO / ABACAPRESS
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Das spanische schwule Drama „La Bola Negra“ ist beim 51. Toronto International Film Festival mit dem wichtigsten Publikumspreis ausgezeichnet worden. Das Publikum wählte den Film von Javier Calvo und Javier Ambrossi zum Gewinner des People’s Choice Award.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das spanische schwule Drama „La Bola Negra“ hat beim 51. Toronto International Film Festival den People’s Choice Award gewonnen.
  • Das Werk stammt von den Regisseuren Javier Calvo und Javier Ambrossi und erzählt von drei Männern aus unterschiedlichen Epochen Spaniens.
  • Im Mittelpunkt stehen gesellschaftliche Unterdrückung und die Folgen, mit denen die Männer aufgrund ihrer Homosexualität konfrontiert werden.
  • „I Play Rocky“ von Peter Farrelly belegte beim wichtigsten Publikumspreis Platz zwei.
  • Den International People’s Choice Award erhielt das schwule Aids-Drama „Elsinore“ von Simon Stone mit Andrew Scott in der Hauptrolle.
  • Das TIFF zeigte in elf Tagen 294 Filme aus 72 Ländern.
  • Anders als bei Cannes, Berlin oder Venedig entscheidet in Toronto keine Jury über die wichtigsten Publikumspreise. Die Festivalbesucher stimmen selbst über ihre Favoriten ab.

Schwules Drama als Festivalfavorit

Festivalchef Cameron Bailey gab die Entscheidung am Sonntag bei der Preisverleihung bekannt. „La Bola Negra“ verbindet die Geschichten von drei schwulen Männern, deren Leben in unterschiedlichen historischen Epochen Spaniens spielen. Gemeinsam ist ihren Schicksalen die Erfahrung gesellschaftlicher Unterdrückung aufgrund ihrer Homosexualität. Damit steht ein Stoff über Ausgrenzung und den gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität im Zentrum des wichtigsten Publikumspreises des Festivals.

Auf dem zweiten Platz des People’s Choice Award landete „I Play Rocky“ von Peter Farrelly. Der Film beschäftigt sich mit der Entstehung des ersten „Rocky“-Films und dem schwierigen Weg Sylvester Stallones zu dem später weltbekannten Werk. Den dritten Rang erreichte „Being Heumann“ von Siân Heder. Die Regisseurin wurde bereits mit einem Oscar ausgezeichnet, ihr Film „CODA“ erhielt international zahlreiche Auszeichnungen. „Being Heumann“ erzählt die Lebensgeschichte der US-amerikanischen Behindertenrechtsaktivistin Judy Heumann. Das Biopic hatte zugleich die diesjährige Ausgabe des Festivals eröffnet.

Auszeichnung für Aids-Drama

Neben dem zentralen People’s Choice Award vergab das Publikum weitere Preise in unterschiedlichen Bereichen. Der International People’s Choice Award ging an das schwule Aids-Drama „Elsinore“ des Regisseurs Simon Stone. In der Hauptrolle ist Andrew Scott zu sehen. In der Dokumentarfilm-Sektion setzte sich „Darlene Love: I Know Where I’ve Been“ von Barry Avrich durch. Der Film widmet sich der Karriere der Sängerin Darlene Love, die über lange Zeit als unterschätzt galt, und zeichnet deren bewegte Laufbahn nach. Auch in der Midnight-Madness-Reihe entschieden die Zuschauer über ihren Favoriten. Dort gewann „Ladies and Gentlemen, Brian Mulroney“ von Matthew Rankin.

Entscheidung des Publikums

Das TIFF präsentierte während seiner elftägigen Laufzeit insgesamt 294 Filme aus 72 Ländern. Eine Besonderheit des Festivals ist die Art, wie die wichtigsten Publikumspreise vergeben werden. Während bei Veranstaltungen wie den Filmfestivals in Cannes, Berlin oder Venedig Jurys über die zentralen Auszeichnungen entscheiden, liegt die Entscheidung in Toronto unmittelbar bei den Festivalbesuchern. Sie stimmen über die Filme ab, die sie besonders überzeugt haben.

Der People’s Choice Award besitzt deshalb über das Festival hinaus eine besondere Bedeutung. Er gilt als wichtiger Gradmesser dafür, welche Produktionen beim Publikum auf Resonanz stoßen könnten. Mehrfach wurden frühere Gewinner des Preises später auch bei bedeutenden internationalen Filmpreisen ausgezeichnet. Die Entscheidung der Zuschauer in Toronto wird deshalb von der Filmbranche mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Mit dem Sieg von „La Bola Negra“ rückt in diesem Jahr ein Film in den Mittelpunkt, der sich mit Menschenrechtsfragen und gesellschaftlicher Ausgrenzung beschäftigt. 

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