Direkt zum Inhalt
Klage gegen queeren US-Verein

Klage gegen queeren US-Verein US-Justizministerium verklagt einen Anwalt von Lambda Legal

ms - 11.09.2025 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Ein bisher einzigartiger Vorgang: Das US-Justizministerium hat Klage gegen einen Anwalt der queeren Rechtsorganisation Lambda Legal eingereicht – dieser soll falsch unter Eid vor Gericht ausgesagt haben. Der Fall geht dabei auf eine Untersuchung zurück, bei der der betreffende Anwalt Carl Charles versucht haben soll, die Justiz zu beeinflussen, um so ein positives Urteil zu erlangen. 

Meineid vor Gericht?

Der Vorfall ereignete sich laut der Rechtsplattform Law Dork im Jahr 2022 in Alabama. Charles soll die Kanzlei eines Richters des US-Bezirksgerichts angerufen haben, um zu bewirken, dass ein Richter bei einem Prozess eingesetzt wird, der der Community ideologisch wohlgesonnen ist. Bei dem Fall ging es um eine Klage gegen ein Verbot von medizinischen Behandlungen für trans* Jugendliche. Charles selbst ist ein trans* Mann. 

Bereits im Februar dieses Jahres hatte der US-Bezirksrichter Liles Burke vom Northern District of Alabama Charles mit zwei anderen Anwälten deswegen sanktioniert, weil sie laut Reuters versucht hatten, „das System auszutricksen”, indem sie ihm zugewiesene Fälle zurückzogen und eine neue Klage in einem anderen Bezirk einreichten. Charles hatte den Anruf bei der Kanzlei des Richters zunächst bestritten, dann aber zugegeben, mit dem Sekretär gesprochen zu haben.  

Lambda steht hinter Anwalt 

Nun schaltete sich das US-Justizministerium ein und klagte Charles wegen Meineid an. Charles plädiert auf nicht schuldig und Lambda Legal erklärte dazu: „Diese ungerechtfertigte Anklage auf Bundesebene ist ein empörender Akt der Übergriffigkeit der Regierung. Lambda Legal lehnt die Vorstellung ab, dass die US-Regierung Anwälte und Anwaltskanzleien dafür bestrafen kann, dass sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben, indem sie sich für Anliegen einsetzen, die Regierungsbeamten missfallen (…) Wir stehen uneingeschränkt hinter Carl und allen unseren Anwälten, die sich täglich an die höchsten ethischen und beruflichen Standards halten, um unsere Mission zur Förderung und Verteidigung der Rechte von LGBTIQ+-Personen zu verfolgen.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eskalation in der Türkei

Prozess gegen LGBTIQ+-Aktivisten

Die Lage in der Türkei spitzt sich weiter zu, jetzt stehen elf LGBTIQ+-Aktivisten vor Gericht wegen „Unanständigkeit“, ihnen drohen drei Jahre Haft.
Auch San Francisco diskutiert

Stadtrat stimmt über Gay-Saunen ab

Erstmals seit fast vier Jahrzehnten erwägt die Stadt Minneapolis, schwule Badehäuser und Sex-Clubs wieder legal zuzulassen.
Immer mehr queere Asylanträge

Kritik an Glaubwürdigkeitsbemessung

Ein US-Einwanderungsrichter sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem er einem schwulen Asylbewerber intime Fragen zu seinem Privatleben stellte.
Cascio-Geschwister klagen

Nicht öffentliches Verfahren

Vier Geschwister der Familie Cascio, die zum engsten Kreis von Michael Jackson zählten, haben den Verstorbenen wegen sexuellen Missbrauchs verklagt.
Klimapolitik ohne LGBTIQ+

Forscher betonen politische Lücke

Bei Klimaplänen werden LGBTIQ+-Menschen bis heute zumeist nicht mit einbezogen, warnt das Williams Institute und fordert Nachbesserungen.
Lebensgefahr in Bangladesch

Schwule zunehmend gefährdet

Die Lage insbesondere für Schwule in Bangladesch hat sich 2025 dramatisch verschlechtert, berichtet eine französische Menschenrechtsorganisation.
Homophobe Richter

US-Anwälte schlagen Alarm

Viele US-Richter hätten kein Verständnis für die Gefahrenlage von LGBTIQ+-Asylbewerbern in ihrer Heimat, kritisieren jetzt mehrere Fachverbände.
Klage in England

Kritik an Verteidigungsministerium

Zwei schwule britische Veteranen bekommen keine Pauschalentschädigung, weil sie damals nach Drohungen „freiwillig“ aus dem Militär ausgeschieden sind.
Forderung vor WM-Qualispiel

Queerer Fanblock bei Fußballspiel

Beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Österreich soll es einen queeren Fußballfanblock geben. Zudem hoffen queere Fans auf mehr Outings