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Homophobie in Berlin Neue Studie belegt Probleme auch in der Regenbogenhauptstadt

Von ms - 24.02.2026 - 08:00 Uhr
Homophobie in Berlin
Foto: iStock / bluejayphoto
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Seit 2019 werden mit der Studienreihe „Berlin-Monitor“ die Einstellungen der Hauptstadtbürger mit Blick auf ihre politischen Ansichten, Vorurteile oder auch Diskriminierungserfahrungen abgefragt. Die neuste Umfrage von 2025 zeigt nun auf: Jeder fünfte Bewohner (20%) der Regenbogenhauptstadt findet es „ekelhaft“, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen.

Weniger gesellschaftliche Akzeptanz 

Die Ablehnung von Intimität bei schwulen und lesbischen Paaren ist dabei in allen Altersgruppen fast gleich stark ausgeprägt, besonders viel negative Reaktionen gab es allerdings in der Gruppe der 25-bis-34-Jährigen, hier sprachen sich fast 30 Prozent dagegen aus. Die Autoren der Studie betonen dabei weiter, dass die Anerkennung sexueller sowie geschlechtlicher Vielfalt keineswegs so selbstverständlich ist wie dies in demokratischen Gesellschaften überwiegend angenommen wird: „Aktuelle Diskurse sowie Studien zeigen jedoch, dass diese Themen und Entwicklungen weitaus weniger auf breite gesellschaftliche Akzeptanz stoßen als vielfach dargestellt.“ 

Insbesondere seit der Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes 2024 zeige sich laut dem Berliner Monitor „in Teilen der deutschen Gesellschaft deutliche Widerstände und Vorbehalte gegen diese Liberalisierungsprozesse.“ 19 Prozent der Berliner und Berlinerinnen sind so aktuell der Auffassung, Transgeschlechtlichkeit sei „eine Gefahr für die gesellschaftliche Ordnung“. 

Dazu passend verweisen die Autoren auf die ansteigenden Fallzahlen an LGBTIQ+-feindlichen Straftaten und sprechen von einem „alarmierenden Höchststand“. Ebenso wird im Bericht auch der Vielfaltsbarometer der Robert Bosch Stiftung erwähnt, der zuletzt bereits einen Rückgang der Akzeptanz von Vielfalt in Deutschland zwischen 2019 und 2025 um fünf Prozentpunkte dokumentierte. 

Auseinandersetzung mit Problemen

Insgesamt zeigt die jüngste Monitor-Studie dabei auf: Nur noch 64 Prozent der Hauptstadtbewohner haben keinerlei Probleme mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Auch wenn dies noch eine Mehrheit darstellt, sei es „bedenklich und nicht leichtfertig zu ignorieren, dass sich ein Drittel der Berliner Bevölkerung offen zeigt für antifeministische und sexistische Positionen“, resümieren die Studienautoren und bekräftigen daher: „Aufgrund dessen und nicht zuletzt auch im Hinblick auf die zunehmende Zahl an Straf- und Gewalttaten gegenüber Mitgliedern der LGBTQI+ - Gemeinschaft ist eine Auseinandersetzung mit der Ablehnung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Teilen der Berliner Bevölkerung unerlässlich.“ 

Kein Vertrauen in die Politik 

Als Begründung, warum so viele Berliner und Berlinerinnen diese Einstellung gegenüber der Community zeigen, verweist die Studie auf eine „wahrgenommene Bedrohung der heteronormativen Lebensform“ in der Gesellschaft. Diese Angst wiederum werde dabei gerne von rechtsextremen und rechtspopulistischen Akteuren gezielt aufgegriffen und instrumentalisiert. 

Der Berliner Monitor offenbart überdies aber noch einen weiteren, sehr bedenklichen Trend: Immer mehr Bürger verlieren das Vertrauen in die Grundwerte der Gesellschaft. Nur noch 62 Prozent der Befragten sind mit der Demokratie in Deutschland zufrieden, der niedrigste Wert seit den ersten Umfragen von 2019. Rund 57 Prozent sind dabei inzwischen der festen Überzeugung, dass man Politikern nicht trauen kann. 

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