Direkt zum Inhalt
Homophober Ausraster
ANZEIGE

Homophober Ausraster Eishockeyspieler beschimpft Schiedsrichterr als "Schwanzlutscher"

ms - 24.02.2026 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Der tschechische Olympiateilnehmer Radko Gudas hat während des Viertelfinalspiels gegen Kanada bei den olympischen Winterspielen in Italien einen homophoben Ausraster gehabt und den Schiedsrichter verbal attackiert. Der Fall wurde erst nach Ende von Olympia bekannt, nun werden Rufe nach Konsequenzen laut. 

„Verdammter Schwanzlutscher“

Gudas, der auch in der National Hockey League (NHL) für die Anaheim Ducks spielt, soll den schwedischen Schiedsrichter Mikael Holm während eines Protests gegen eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Beinstellens am Kanadier Brandon Hagel angeschrien haben: „Steh auf deinen verdammten Knien, du verdammter Schwanzlutscher!“

Während einige Kommentatoren im Internet betonten, dass der Spieler den Ausdruck möglicherweise „nicht gezielt“ als Homosexuellenbeleidigung gemeint habe, bekräftigen Kritiker, dass die Äußerung so oder so eindeutig homophob ist. Die NHL-Regeln verbieten dabei derartige Beleidigungen, und Spieler wurden in der Vergangenheit bereits mit Geldstrafen von bis zu 10.000 US-Dollar belegt, wenn sie homophobe Ausdrücke dieser Art gegen Schiedsrichter richteten beziehungsweise generell im Spiel verwendet haben. 

Bisher keine Entschuldigung

Ob Gudas für seine Äußerung nun disziplinarische Konsequenzen zu erwarten hat, ist bislang indes unklar. Bis jetzt gab es keine öffentliche Entschuldigung für die homophobe Bemerkung. Zusätzlich kritisierten Fans und Medien den Spieler für einen Check gegen Kanadas Kapitän Sidney Crosby fünf Minuten nach Beginn des zweiten Drittels, durch den Crosby eine Verletzung des Unterkörpers erlitt und das Spielfeld verlassen musste.

Für die Verletzung von Crosby entschuldigte sich Gudas allerdings später: „Ich habe versucht, hart zu spielen, wie alle anderen auch. Es war wie ein Playoff-Spiel. Ich hoffe, Sid geht es gut. Man will nie sehen, dass jemand verletzt wird, besonders in großen Turnieren wie diesem“, sagte er der tschechischen Plattform Idnes.cz. Das Team der Tschechischen Republik verlor die Partie 4:3 nach Verlängerung.

Engagement gegen Homophobie 

Gudas ist bekannt dafür, andere Spieler häufig zu verletzen. Er wurde bereits mehrfach für überharte Checks gesperrt, erntete Kritik in der Sportpresse und trägt den Spitznamen „The Butcher“, also „Der Metzger“. Die NHL ist seit 2016 Teil der Initiative „You Can Play“, die sich gegen Homophobie und Transphobie im Sport engagiert. Dennoch hat bislang kein offen schwuler Spieler in einem regulären NHL-Spiel gespielt. Im Juli 2021 machte der Nachwuchsspieler Luke Prokop (Nashville Predators) als erster NHL-Spieler unter Vertrag öffentlich, dass er schwul ist. Prokop hat bisher jedoch noch kein Ligaspiel absolviert. Der Fokus auf homophobe Männlichkeit im Umfeld von Eishockey hat seit dem Hype um die kanadische Hit-Serie „Heated Rivalry“ zuletzt stark zugenommen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.
Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.