Direkt zum Inhalt

Großstreik bei Disney Aussagen von CEO Bob Chapek der Anlass

Von ms - 21.03.2022 - 12:30 Uhr
Großstreik der LGBTI*-Mitarbeiter bei Disney // © IMAGO NurPhoto xArturxWidakx
Foto: Großstreik der LGBTI*-Mitarbeiter bei Disney // © IMAGO NurPhoto xArturxWidakx
ANZEIGE
Loading audio player...

Am Dienstag wollen LGBTI*- und queerfreundliche Mitarbeiter von Disney gemeinsam aus Protest gegen das „Don't Say Gay"-Gesetz ihre Arbeit niederlegen. Dabei soll es zu großen Streiks sowohl im betroffenen Bundesstaat Florida wie auch in Kalifornien kommen, womit die Protestaktionen gegen den Mickey-Mouse-Konzern ihren Höhepunkt erreichen werden.

Hintergrund sind die Aussagen von  CEO Bob Chapek, der trotz des mächtigen Einflusses des Konzerns auf die Politik des Bundesstaats viel zu lange schwieg und sich nicht gegen das queerfeindliche Gesetz aussprach, das LGBTI*-Themen unter Strafandrohung aus allen Grundschulen dauerhaft verbannen soll.

Erst spät und auf massiven Druck meldete sich Chapek zu Wort, wich dabei der Thematik erst halbherzig aus und gab schlussendlich ein eher nichtssagendes Statement von sich. So erklärten LGBTI*-Mitarbeiter des Disney-Konzerns gegenüber NBC News: 

„Die Erklärungen der Disney-Führung über die Gesetzgebung in Florida werden dem Ausmaß der Bedrohung für die Sicherheit von LGBTI* durch diese Gesetzgebung überhaupt nicht gerecht.“

Zudem für Negativ-Schlagzeilen hatte die Tatsache geführt, dass hinter den Kulissen Vertreter aus dem Hause Disney die konservative Linie des republikanischen Gouverneurs und seines Gesetzvorhabens finanziell unterstützt hatten. Auch Chapeks späte Reue konnte die Wogen nicht glätten: "Ich habe in diesem Fall das Ziel verfehlt, aber ich bin ein Verbündeter, auf den ihr zählen könnt - und ich werde mich offen für den Schutz, die Sichtbarkeit und die Chancen einsetzen, die die LGBTI*-Community verdient."

Tatsächlich scheint der Einfluss von Disney eine der letzten realistischen Chancen zu sein, das Gesetz tatsächlich noch zu verhindern. Der Gesetzestext passierte bereits Senat und Repräsentantenhaus in Florida und liegt unterschriftsreif bei Gouverneur Ron DeSantis, der ein großer Freund des geplanten Gesetzes ist.

Der Einfluss von Walt Disney World dürfte trotzdem nicht unterschätzt werden, das Unternehmen ist der größte private Arbeitgeber des Bundesstaates mit mehr als 75.000 Mitarbeitern. Zudem zeigte sich Disney auch stets finanziell äußerst spendabel gegenüber der Regierung Floridas.

Auch Präsident Joe Biden und weitere Vertreter der Regierung hatten sich öffentlich mit scharfen Worten gegen das Gesetzesvorhaben gestellt und trafen sich zuletzt Ende dieser Woche mit LGBTI*-Schülern aus Florida. Dabei bekräftigte auch Bildungsminister Miguel Cardona die Unterstützung der Regierung für LGBTI*-Jugendliche und ihre Familien:

"Gesetze im ganzen Land, auch in Florida, haben einige unserer schwächsten Schüler und Familien ins Visier genommen und versuchen, sie zu schikanieren und unsere Schulen zu spalten. Meine Botschaft an Sie ist, dass diese Regierung Mobbing oder Diskriminierung jeglicher Art nicht dulden wird, und wir werden all unsere Befugnisse nutzen, um LGBTI*-Schüler zu schützen und zu unterstützen."

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

FalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesndQueer | Razzia in Casa Kuá schüchtert Berliner trans* Community eintazRazzia in queerem Community-Ort: Alles wegen ein paar TablettenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Brasilien vor Richtungswahl

LGBTIQ+-Rechte im Fokus

Brasilien steht vor einer knappen Präsidentenwahl. Für LGBTIQ+-Menschen könnte der Ausgang die künftige Gleichstellungspolitik entscheidend prägen.
Angriff auf Weltstrafgericht

Amnesty fordert Schutz durch EU

US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof alarmieren Amnesty International. Der Verein fordert Schutz für die internationale Justiz.
Razzia in Berlin

Reaktionen nach Polizeiaktion

Nach einer Durchsuchung im queeren Zentrum Casa Kuà in Berlin streiten Polizei und Queerverbände über Arzneimittelrecht und Versorgungslücken.
Historischer Erfolg bei UN

Schwule und Lesben im Fokus

Frankreich gewinnt 52 weitere Staaten für eine UN-Erklärung zur Entkriminalisierung von Homosexualität – trotz erheblicher Widerstände.
Kritik von Volker Beck

Vorwürfe gegen Berliner Linke

Der frühere Grünenpolitiker Volker Beck warnt vor einem Bündnis mit der Berliner Linken und kritisiert deren Umgang mit Antisemitismus.
Ermittlungen in Arizona

Polizei beschlagnahmt Waffen

Ein 32-Jähriger soll mit einer Attacke auf eine Pride-Parade gedroht haben. Ermittler fanden Waffen. Die Festnahme erfolgte am 12. Oktober.
Heiße Heated Rivalry-Stars

TV-Serie räumt Nominierungen ab

Die „Heated Rivalry“-Stars Hudson Williams und Connor Storrie sind bei den Grindr Awards gleich mehrfach für ihre sexy Körper nominiert.
Ferran Torres leicht bekleidet

Fußballstar polarisiert mit Fotos

Spaniens Fußballstar Ferran Torres sorgt mit einer freizügigen Unterwäschekampagne für Aufsehen – und entfacht erneut Diskussionen in sozialen Medien.
Türklinke im Hintern

Kuriose Fälle in Notaufnahmen

Mehr als 1.500 Briten suchten binnen eines Jahres in England wegen Fremdkörpern im Hintern eine Notaufnahme auf. Ärzte warnen vor Verletzungsgefahren.