Direkt zum Inhalt
Kassel: Polizei ermittelt nach homofeindlicher Attacke

Gewalt gegen schwules Paar Kassel: Polizei ermittelt nach homofeindlicher Attacke

mr - 21.01.2026 - 14:30 Uhr
Loading audio player...

Drei Jugendliche haben am Sonntagabend in einer Kasseler Straßenbahn ein schwules Paar auf offener Strecke beleidigt, bespuckt und mit Gewalt bedroht. Die Polizei stuft das Vorgehen klar als homofeindlich ein und ermittelt nun mit der Abteilung Staatsschutz. Der Vorfall erschüttert viele Menschen in der Region – und wirft die Frage auf, wie sicher queere Personen im öffentlichen Raum wirklich sind.

 

Homofeindlicher Angriff in Kasseler Straßenbahn

Am frühen Abend des 18. Januars 2026 kam es in der Linie 7 zwischen Königsplatz und Weserspitze zur Attacke auf die beiden jungen Männer. Die drei etwa 16-jährigen Tatverdächtigen beleidigten das Paar zunächst verbal und mit eindeutigen Gesten. Nachdem einer der Betroffenen die Jugendlichen aufforderte, aufzuhören, verschärfte sich die Situation: Beim Ausstieg bespuckten die Angreifer die beiden und drohten mit geballten Fäusten – sogar von außen gegen die Straßenbahnscheibe wurde geschlagen. Die Täter flohen unerkannt; die Polizei bittet Fahrgäste dringend um Hinweise.

 

Polizei und Community sind alarmiert

Die Ermittlungen laufen derzeit auf Hochtouren. Neben Zeugengesuchen werten die Behörden Videoaufnahmen der Bahn aus, um die Angreifer zu identifizieren. Das Polizeipräsidium Nordhessen verweist auf eigene Ansprechpersonen für LGBTIQ+-Anliegen und betont, dass solche Kontakte Brücken bauen, Vorurteile abbauen und aufklären sollen. Das Engagement der Polizei reicht jedoch allein nicht aus: Beratungsstellen berichten von einer Zunahme homofeindlicher Vorfälle in Hessen und Umgebung – teils belegt durch steigende Zahlen im polizeilichen Melderegister. Bundesweit wurden laut Kriminalstatistik zuletzt jährlich mehr als 1000 Straftaten mit queerfeindlichen Motiven erfasst, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Premium-Abo mit Goldkante?

Preismodell schon jetzt in Kritik

Die beliebte Dating-App Grindr startet in ausgewählten Regionen ein Premium-Abonnement zum stolzen Preis von bis zu 500 US-Dollar pro Monat.
Dobrindt verweist auf Tatort

Verfahren gegen nichtbinäre Maja T.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verteidigt das strafrechtliche Vorgehen und das Urteil gegen die nichtbinäre deutsche Person Maja T. in Ungarn.
Neues Maß für das Arbeitsrecht

Weisungsrecht beim Gendern betont

Urteil in Hamburg: Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitenden geschlechtergerechte Sprache verbindlich vorschreiben.
Mehr Finanzmittel gefordert

Auszeichnung für queeres Engagement

Mit der Übergabe der „Goldmarie“ beim Queeren Neujahrsempfang 2026 wurden zwei herausragende Persönlichkeiten für ihr Engagement im geehrt.
Penisgate bei Olympia

Wenn die Beule zu groß ist

Penisgate! Der Intimbereich der Skispringer wird bei den Olympischen Winterspielen ab heute exakt vermessen, denn die Beule darf nicht zu groß sein.
Morde in Brasilien

Höchste Opferzahlen bei LGBTIQ+

Für Schwule und trans* Menschen bleibt Brasilien ein tödliches Pflaster mit hohen Mordraten. Weltweit die meisten trans* Personen werden dort ermordet
Homophobe Schmähungen

Neuer Vorfall im britischen Fußball

In England sorgen homophobe Beleidigungen bei einem Fußballspiel erneut für Schlagzeilen - einer von rund 1.400 gemeldeten Vorfälle der Saison.
Social-Media-Verbot

CDU-Plan für Deutschland

Die CDU will ein Social-Media-Verbot für alle Unter-16-Jährigen einführen. Dazu müssten die Daten aller Nutzer registriert werden.
Teilweise Kehrtwende

Behandlung queerer US-Jugendlicher

Zwei große US-Ärzteverbände sprechen sich jetzt gegen Operationen bei trans* Jugendlichen aus. Queere Verbände betonen einen Rückschritt für LGBTIQ+.