Direkt zum Inhalt

Ein Ende der Folter Kanadas Unterhaus stimmt Konversionstherapie-Verbot zu

Von co - 03.12.2021 - 13:00 Uhr
Kanadas Unterhaus stimmt Konversionstherapie-Verbot zu
Foto: © Marc Bruxelle
ANZEIGE
Loading audio player...

Mit einer Therapie die sexuelle Orientierung oder auch die Geschlechtsidentität verändern – das ist erstens wissenschaftlich nicht möglich und zweitens schon in einigen Ländern verboten. Zu diesen gesellt sich wahrscheinlich nun auch Kanada.

Das Unterhaus ist sich einig

Das kanadische Unterhaus stimmte am 1. Dezember einstimmig für ein Verbot. Sind Minderjährige betroffen oder gehört der Täter zur Familie, erhöht sich die Haftstrafe laut der Bild auf bis zu drei Jahre. Vorgeschlagen wurde das Gesetz von der liberalen Regierung Premierminister Justin Trudeaus. Jetzt muss noch der Senat zustimmen. Schon im Juni hatte das Unterhaus eine erste Version des Gesetzes abgesegnet, die es aber durch die vorgezogenen Parlamentswahlen nicht mehr durch den Senat schaffte. Dass das Gesetz erneut scheitert, wird nicht erwartet.

Ein wunderbarer Tag

„Es ist ein wichtiger Tag, um [...] sich auszudrücken und sich so zu verstehen, wie man ist und wie man sein will“, so Justizminister David Lametti laut Reuters. Ältere homosexuelle Liberale kämpften mit den Tränen – für sie bedeutet die Abstimmung ein Ende der Misshandlungen. „Niemand kann der Folter zustimmen“, so Tourismusminister Randy Boissonnault, der zugleich Trudeaus Sonderberater in LGBTI*-Fragen ist. „Das ist ein großartiger Tag für Überlebende – zu wissen, dass keine andere Person das durchmachen muss, was sie durchmachen mussten.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER STANDARDWegen lockerer Maskenpflicht: Wie eine Lesben-Bar in einen "woken Shitstorm" gerietBR24Wasserzeichen in ChatGPT-Texten: Das sollten Sie beachtenDER STANDARDMareike Fallwickl: "Ein Frauenleben ist auch ohne Männer sehr erfüllt"DER SPIEGELFitness: Queere Körperideale - »Jetzt werde ich auch einer von denen«Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Scruff kauft Growlr

Millionen für Dating-App

Die Scruff-Firma Perry Street Software übernimmt die Bear-Dating-App Growlr und will Millionen in einen kompletten Neustart der Plattform investieren.
Verknallt in Testosteron-Jesus

Anti-LGBTIQ+-Influencer schwärmt

Der christliche Anti-LGBTIQ+-YouTuber Gabe Poirot sagt, er habe im Koma Jesus getroffen und dieser sei sehr „männlich“ und voller „Testosteron“.
McHenry startet in Italien

Offen schwul in der SuperLega

Der schwule US-Volleyballer Merrick McHenry wechselt nach Piacenza, schreibt als offen schwuler Profi Geschichte und hat Olympia 2028 im Blick.
Rekord bei Buchverboten

Strikte Zensur in den USA

Fast 12.000 Buchverbote registriert PEN America aktuell an US-Schulen – besonders häufig betroffen sind Werke über Sexualität, LGBTIQ+ und Rassismus.
Eiskunstlaufstar aus Südafrika

Bodasing schreibt Sportgeschichte

Shiven Bodasing schreibt südafrikanische Eiskunstlauf-Geschichte – neben seinem Beruf als Jurist und seinem Einsatz für LGBTIQ+.
Pionier Donald Webster Cory

Vom Vorkämpfer zur Reizfigur

Ein neuer Dokumentarfilm beleuchtet Donald Webster Cory, der die frühe US-Schwulenbewegung prägte und später mit seinen Ansichten empörte.
Flucht vor Todesdrohungen

Aktivisten erreichen Spanien

Zwei schwule LGBTIQ+-Aktivisten aus Sierra Leone sind nach ihrer Flucht in Spanien angekommen. Sie berichten von massiven Todesdrohungen.
Trump verspottet Aktivisten

„Gays for Palestine“ im Visier

Donald Trump verspottet „Gays for Palestine“ und deutet an, queere Aktivisten würden von einer Reise in die Region nicht zurückkehren.
Trauer um Hélène Hazera

Ein Leben voller Kämpfe

Die französische Journalistin, trans* Aktivistin und Vorkämpferin der Community Hélène Hazera ist am Montag mit 74 Jahren gestorben.