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CDU und CSU vielfältiger LSU: Ehrung für Alexander Vogt für Queer-Politik

Von mr - 25.11.2025 - 20:30 Uhr
LSU: Ehrung für Alexander Vogt für Queer-Politik
Foto: © IMAGO / Future Image
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Am Wochenende wurde Alexander Vogt auf der Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwule in der Union (LSU) in Essen einstimmig zum Ehrenmitglied gekürt. Mit dieser Entscheidung würdigte die LSU Vogts langjähriges Engagement für eine stärkere Sichtbarkeit queerer Themen in den Unionsparteien. Dieser Schritt steht exemplarisch für den mühsamen Wandel, den CDU und CSU in den vergangenen Jahren im Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt durchlaufen haben.

 

Pionier für Sichtbarkeit und Akzeptanz

Vogt gehörte der LSU seit ihrer Gründung im Jahr 2000 an und war seit 2003 durchgehend im Bundesvorstand aktiv. Als Bundesvorsitzender prägte er von 2010 bis 2023 maßgeblich die Entwicklung des einstigen Arbeitskreises zu einer offiziellen Parteiorganisation der CDU. Ein historischer Meilenstein gelang 2022, als die CDU die LSU als gleichberechtigte innerparteiliche Gruppe anerkannte – ein symbolischer Fortschritt für queere Christdemokratinnen und Christdemokraten.

Vogt galt jedoch nicht nur als Vermittler, sondern scheute sich auch nicht vor öffentlichen klaren Worten: So forderte er etwa von der damaligen Parteichefin eine Entschuldigung nach einem queerenfeindlichen Vorfall während einer Karnevalsrede. Der Druck, queere Themen in einem oft konservativen Umfeld salonfähig zu machen, blieb über Jahre enorm – Vorurteile und verbale Ausfälle sind laut aktuellen Analysen nach wie vor präsent.

 

Neue Spitze und alte Herausforderungen

Parallel zur Ehrung wurde bei der Versammlung Sönke Siegmann erneut zum Bundesvorsitzenden gewählt. Dem neuen Führungsteam gehören ausschließlich Männer an – ein Indiz, wie diversitätsfördernde Strukturen etwa für lesbische und bisexuelle Frauen weiterhin Gestaltungsraum benötigen. Die Veranstaltung zog nicht nur prominente Mitglieder der Unionsparteien an, sondern auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst per Videobotschaft.

„Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Akzeptanz queerer Menschen auch in konservativen, religiösen oder ländlichen Milieus weiter zu stärken.“
— Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

 

Quo vadis: Queeres Engagement in der Politik?

Die Vergangenheit der LSU zeigt, wie wichtig kontinuierliches und sichtbares Engagement ist. Die Herausforderungen bleiben: Immer wieder sorgen queerfeindliche Kommentare – auch aus Reihen der Unionsjugend – für Debatten. Gleichzeitig wächst der öffentliche Rückhalt für die Initiative von Vogt und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, wie Umfragen zur Akzeptanz lesbischer, schwuler, bisexueller und trans* Personen in Politik und Gesellschaft belegen. Die Frage bleibt offen, wie die neue Führung der LSU diese Dynamik nutzt und ob die CDU den Kurs einer inklusiveren Partei weiterverfolgt.

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