Direkt zum Inhalt

BBC sucht neuen ESC-Star Großbritannien will wieder gewinnen

Von ms - 28.10.2026 - 14:30 Uhr
BBC sucht neuen ESC-Star
Foto: IMAGO / Mandoga Media
ANZEIGE
Loading audio player...

Großbritannien will beim Eurovision Song Contest (ESC) 2027 wieder an frühere Erfolge anknüpfen. Nach zwei Platzierungen im hinteren Teilnehmerfeld hat die BBC jetzt die Suche nach einem neuen britischen Beitrag gestartet. Diesmal soll ein bereits etablierter Musikact mit umfangreicher Bühnenerfahrung das Land vertreten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die BBC und BBC Studios haben mit der Auswahl des britischen Beitrags für den Eurovision Song Contest 2027 begonnen.
  • Erfahrene Künstler gefragt: Gesucht wird ein etablierter britischer Musikact mit nachgewiesener Live-Erfahrung und einem Song aus britischer Produktion.
  • Bekannter Projektleiter: David May, früherer Manager des ESC-Zweitplatzierten Sam Ryder, verantwortet erneut die Auswahl.
  • Enttäuschende Vorjahre: Großbritannien belegte 2025 mit Remember Monday Platz 19 und 2026 mit Look Mum No Computer Platz 25.
  • Der ESC 2027 findet nach dem Sieg der Sängerin Dara mit „Bangaranga“ in Burgas statt. Das Finale ist für den 15. Mai geplant.

Neuer Plan für 2027

Wie die britische Rundfunkanstalt jetzt mitteilte, soll der ausgewählte Künstler oder die ausgewählte Gruppe die aktuelle britische Musikszene möglichst überzeugend repräsentieren. Besonderen Wert legt die BBC auf eine professionelle Live-Performance und einen hochwertigen Song, der von britischen Musikschaffenden entwickelt wird. Verantwortlich für die Auswahl ist erneut David May. Der britische Eurovision-Projektdirektor war früher Manager von Sam Ryder, der 2022 mit seinem ESC-Auftritt den zweiten Platz erreichte. May soll nun einen Act finden, der Großbritannien beim Wettbewerb im bulgarischen Burgas im Mai 2027 wieder in die Spitzengruppe führen kann.

Erfahrung statt Nachwuchstalente

Die Anforderungen an den künftigen britischen ESC-Beitrag hat May in einer Mitteilung der BBC erläutert. „Wir beabsichtigen, uns von einem herausragenden aktuellen britischen Act vertreten zu lassen, der von den allerbesten Songwriting- und Produktionstalenten unterstützt wird, die die britische Musikindustrie zu bieten hat“, erklärte er. Dabei soll nicht allein die Qualität der Musik entscheidend sein. Ebenso wichtig sei die Fähigkeit, einen Song auf einer großen internationalen Bühne überzeugend zu präsentieren. „Wir suchen einen Act mit bewährter Live-Erfahrung und einem Song, der im Vereinigten Königreich von den besten einheimischen Talenten geschaffen wurde“, sagte May. Die BBC setzt damit auf Künstler oder Gruppen, die bereits Erfahrung vor Publikum gesammelt haben. Ein konkreter Name wurde bislang nicht genannt. Auch über die musikalische Ausrichtung des geplanten Beitrags machte die Rundfunkanstalt zunächst keine Angaben.

Sam Ryder bleibt Vorbild

Mit der erneuten Berufung von David May verbindet die BBC die Hoffnung auf eine erfolgreiche Teilnahme. May hatte Sam Ryder vor dessen ESC-Erfolg 2022 als Manager betreut. Ryder erreichte damals den zweiten Platz und sorgte damit für eines der besten britischen Ergebnisse der vergangenen Jahre. Der Eurovision-Projektdirektor verwies auf die Möglichkeiten, die der internationale Musikwettbewerb auch für die weitere Karriere eines Künstlers bieten könne. „Ich habe 2022 aus erster Hand erlebt, was ein einziger Auftritt beim Eurovision Song Contest für die Karriere eines Künstlers bewirken kann. Diese Chance besteht nach wie vor, und es ist an der Zeit, dass das Vereinigte Königreich wieder an die Spitze der Eurovision-Ergebnisliste gelangt“, erklärte May. Der Wettbewerb könne damit nicht nur ein wichtiges Ereignis für die nationale Musikszene sein, sondern auch einzelnen Künstlern internationale Aufmerksamkeit verschaffen.

Schwache ESC-Ergebnisse in Folge

May war bereits in den beiden vergangenen Jahren für das britische Auswahlverfahren verantwortlich. 2025 entschied sich Großbritannien für die Gruppe Remember Monday. Mit dem Titel „What the Hell Just Happened?“ belegte sie beim Eurovision Song Contest den 19. Platz. Ein Jahr später trat der Musiker Look Mum No Computer mit dem Lied „Eins, Zwei, Drei“ für das Vereinigte Königreich an. Der Beitrag erreichte 2026 lediglich Platz 25. Nach diesen Ergebnissen soll die Auswahl für 2027 nun einen neuen Anlauf ermöglichen. Ob die neue Ausrichtung zu einer besseren Platzierung führt, wird sich allerdings erst beim Wettbewerb zeigen.

Für die Bekanntgabe des neuen Beitrags hat die BBC bereits einen zeitlichen Rahmen festgelegt. Sowohl der ausgewählte Act als auch der dazugehörige Song sollen vor März 2027 vorgestellt werden. Damit will die Rundfunkanstalt die offizielle Einreichungsfrist der Europäischen Rundfunkunion (EBU) einhalten. Wie das Auswahlverfahren im Einzelnen ablaufen wird und welche Künstler dafür infrage kommen, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.

Eurovision Song Contest in Burgas

Austragungsort des kommenden Eurovision Song Contest ist die bulgarische Stadt Burgas. Bulgarien hatte den Wettbewerb 2026 mit der Sängerin Dara und ihrem Lied „Bangaranga“ gewonnen und sich damit das Recht gesichert, die nächste Ausgabe auszurichten. Als Veranstaltungsort wurde die Arena Burgas ausgewählt. Die Halle gilt als Bulgariens neueste Sport- und Veranstaltungsstätte. Die beiden Halbfinalshows sind für den 11. und 13. Mai 2027 angesetzt. Das große Finale findet am Samstag, dem 15. Mai, statt.

Martin Green CBE, Direktor des Eurovision Song Contest, erklärte zur Entscheidung für Bulgarien, er sei „hocherfreut“, das Land als Gastgeber des Wettbewerbs 2027 begrüßen zu dürfen. Damit steht der organisatorische Rahmen des kommenden Wettbewerbs bereits fest, während die Suche nach den nationalen Beiträgen begonnen hat. In Großbritannien können Zuschauer den Eurovision Song Contest 2027 erneut über verschiedene Angebote der BBC verfolgen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostMit dem Stöckelschuh gegen Monster: „Queens of the Dead“Süddeutsche ZeitungBaden-Württemberg: Hagel sagt, Transpersonen hätten ihn überzeugtDER SPIEGEL»Selling Sunset«-Star: Chrishell Stause gibt Trennung von G Flip bekanntBerliner MorgenpostBerliner Theater senden Zeichen an LGBTQ-Community: „Ihr gehört dazu“Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Pride-Strategien für 2027

Europas Prides vor einem Wandel

Wie können Prides 2027 politisch mehr bewirken? Die ILGA-Europe will bei einem Gipfel mit europäischen Aktivisten neue Strategien entwickeln.
„Maxxing“ ist Wort des Jahres

Selbstoptimierung als Internettrend

Von Fitness bis Schönheit: „Maxxing“ prägt die Sprache sozialer Medien. Dictionary.com kürt den Begriff zum Wort des Jahres 2026.
US-Lesbenbar vor dem Aus

Maskenpflicht polarisiert Community

Die lesbische Bar The Last Ditch in Massachusetts stellt ihren regulären Betrieb ein. Zuvor hatten gelockerte Corona-Regeln für viel Kritik gesorgt.
Empörung über Nicki Minaj

Rapperin gegen trans* Jugendliche

Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump kritisierte Nicki Minaj erneut geschlechtsangleichende Behandlungen für trans* Minderjährige.
Italiens Sexualkunde

Verbotsgesetz wird überprüft

Italiens Kassationsgericht macht den Weg frei für eine Volksabstimmung über ein Gesetz, das Sexualbildung inklusive LGBTIQ+ an Schulen einschränkt.
Auszeichnung für Tugay Saraç

Ehrung für mutige Aufklärungsarbeit

Der schwule 29-jährige Tugay Saraç wird für seine Präventionsarbeit an Schulen und seinen Einsatz für LGBTIQ+-Muslime mit 10.000 Euro ausgezeichnet.
ESC 2027 ohne Niederlande

Rundfunk zieht Teilnahme zurück

Die Niederlande verzichten trotz vorheriger Zusage doch auf den ESC 2027. Hintergrund sind anhaltende Konflikte über Israels Teilnahme.
Trauer um André Höhl

Fernsehballett-Star ist tot

Der langjährige schwule Tänzer des Deutschen Fernsehballetts André Höhl ist tot. Viele gemeinsame Auftritte verbinden ihn mit bekannten Musikstars.
Regenbogenbänke in ganz Berlin

Zeichen gegen Queerfeindlichkeit

Nach wiederholten Beschädigungen der Gedenkbank im Tiergarten wollen Berliner Kulturinstitutionen mit Regenbogenbänken Solidarität zeigen.