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Minneapolis plant Legalisierung "schwuler Badehäuser"
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Auch San Francisco diskutiert Minneapolis plant Legalisierung "schwuler Badehäuser"

tb - 08.04.2026 - 20:30 Uhr
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Erstmals seit fast vier Jahrzehnten erwägt die Stadt Minneapolis, schwule Badehäuser und Sex-Clubs wieder legal zuzulassen. Ein aktueller Vorschlag im Stadtrat sieht vor, die entsprechenden Bauvorschriften zu modernisieren und neue Hygieneanforderungen zu definieren, um den Betrieb legaler Begegnungsorte für queere Menschen zu ermöglichen. Diese Initiative markiert einen bedeutenden Schritt für die LGBTIQ+-Community, die seit der Schließung der letzten legalen Badehäuser in den 1980er Jahren auf legale Rückzugsräume verzichten musste.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Minneapolis prüft eine Änderung der städtischen Vorschriften, um schwule Badehäuser zu legalisieren.
  • Das letzte Badehaus der Stadt wurde im Jahr 1988 geschlossen.
  • Die neuen Vorschriften sollen moderne Hygienestandards und sichere Räume für queere Personen garantieren.
  • Auch San Francisco diskutiert derzeit über eine Rückkehr legaler Badehäuser.
  • Moderne HIV-Prävention und veränderte gesellschaftliche Einstellungen stärken die Bewegung.

 

Wiederbelebung queerer Treffpunkte in Minneapolis

Der Vorstoß im Stadtrat, der unter anderem von Council-Präsident Elliott Payne unterstützt wird, reagiert auf Forderungen nach sicheren, legalen Orten für queeres Leben. Während der Aids-Krise der 1980er wurden in vielen US-Großstädten wie Minneapolis die Badehäuser mit Hinweis auf Infektionsschutz geschlossen. Damals galt anonymer Sex als ein Hauptgrund für die rasante Verbreitung von HIV. Heute sehen Wissenschaftlerinnen  und Wissenschaftler sowie Aktivistinnen und Aktivistinnen darin einen vorgeschobenen Grund: Es ging auch um die Kontrolle queerer Begegnungsorte abseits des Mainstreams.

Stattdessen bieten heute moderne Präventionsmaßnahmen wie PrEP und antiretrovirale Medikamente wirksamen Schutz vor HIV, was das Risiko anonymen Sexes deutlich senkt. Dies argumentieren die Befürworterinnen und Befürworter der Gesetzesänderung. Payne betont außerdem die gesellschaftliche Bedeutung solcher Orte, gerade weil viele LGBTIQ+-Personen durch bundespolitische Entwicklungen wieder häufiger Diskriminierung und Überwachung erleben.

 

Historische Dimension und nationale Entwicklungen

Noch 1988 schloss in Minneapolis das letzte Badehaus als Reaktion auf lokale Gesetze – ein Schritt, der vielerorts als sozialer Rückschritt empfunden wurde. In San Francisco, das als Vorreiter queerer Kultur gilt, läuft seit Jahren eine vergleichbare Initiative. Dort ist City Supervisor Rafael Mandelman federführend. Er verweist darauf, dass Badehäuser international nicht nur als Orte für Sex, sondern als soziale Zentren und eine Art Community-Hub funktionieren.

Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung aus Minneapolis bestätigt: In sechs US-Städten können Badehäuser mit Sondergenehmigungen betrieben werden, ohne dass es laut Behörden zu nennenswerten Problemen gekommen ist. Mit voranschreitender Rückkehr solcher Einrichtungen könnten also neue Formen sozialer Begegnung, Prävention und Community-Bildung entstehen.

„Erfahrungen aus anderen US-Städten zeigen, dass legal betriebene Badehäuser keine größeren Probleme verursachen und ein wichtiger Baustein moderner Gesundheitsvorsorge sein können“, erklärt Rafael Mandelman aus San Francisco.

 

Perspektiven für Minneapolis und andere Metropolen

Sollten die vorgeschlagenen Regelungen umgesetzt werden, könnte Minneapolis erstmals seit Jahrzehnten wieder ein legaler Anlaufpunkt für schwule und queere Begegnungen werden. Auch in anderen Städten rückt das Thema wieder auf die Agenda – teils befördert durch die Kritik an teuren Dating-Apps und das Bedürfnis nach realen sozialen Kontakten. Die endgültige Abstimmung des Stadtrats steht noch aus. Offene Fragen bleiben vor allem bei der konkreten Umsetzung der Hygiene- und Sicherheitsstandards. Die gesellschaftliche Signalwirkung des Vorhabens gilt jedoch schon jetzt als bemerkenswert.

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