Civitas wollte „Hunky Jesus“ aus dem Genfer Festivalprogramm drängen. Der Dokumentarfilm lief trotzdem. Nun erwägt die rechtskonservative katholische Organisation eine Strafanzeige gegen das Queer-Filmfestival Everybody’s Perfect. Darüber berichtete die Tribune de Genève; kath.ch dokumentiert den Streit und die Reaktion der Festivalleitung.
Das Wichtigste im Überblick
- Civitas erwägt rechtliche Schritte wegen „Hunky Jesus“.
- Das Festival zeigte den Film auch am 17. Oktober.
- Die Leitung verteidigt Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven.
Streit um einen Jesus-Wettbewerb
Regisseurin Jennifer M. Kroot begleitet einen ungewöhnlichen Osterbrauch in San Francisco: Die Sisters of Perpetual Indulgence suchen den sexiesten Jesus-Doppelgänger. Die offizielle Filmvorstellung des Festivals beschreibt eine Mischung aus Wettbewerb, Kabarett und der Geschichte der queeren Schwestern. Die Bewegung entstand 1979 und setzt sich für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Lebensfreude ein.
Civitas wirft dem Film eine Verhöhnung des christlichen Glaubens vor. Die Organisation hatte öffentlich dazu aufgerufen, am 17. Oktober in Genf den Rosenkranz zu beten. Den Aufruf verbreitete das Portal Médias-Presse-Info. Die kantonalen Behörden genehmigten die geplante Aktion vor dem Kino Grütli nicht.
Festival weist Forderung zurück
Die Festivalleitung lehnte es ab, den Film abzusetzen. In ihrem von kath.ch wiedergegebenen Schreiben verwies sie auf das Recht auf unterschiedliche Sichtweisen. Der Film erzähle auch vom Engagement gegen HIV und Aids und von Menschen, die ihrem Glauben verbunden seien. Niemand werde gezwungen, eine Vorstellung zu besuchen.
Everybody’s Perfect fand vom 9. bis 18. Oktober statt. „Hunky Jesus“ stand an drei Tagen auf dem Programm. In Deutschland ist der Film ebenfalls zu sehen: Für Montag, 26. Oktober, ist eine Vorstellung um 22 Uhr im Kommunalen Kino Hannover angekündigt.