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Sechs Jahrzehnte in den Charts This is Thriller: Michael Jacksons alleiniger Charts-Rekord

Von kw - 12.11.2025 - 13:30 Uhr
This is Thriller: Michael Jacksons alleiniger Charts-Rekord
Foto: © IMAGO / MediaPunch
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Michael Jackson hat der Pop-Geschichte ein weiteres spektakuläres Kapitel hinzugefügt: Sein ikonischer Song „Thriller“ ist inzwischen zurück in die Top Ten der amerikanischen Billboard-Charts geklettert. Damit gelingt dem „King of Pop“ ein Rekord, den bisher kein anderer Künstler für sich verbuchen konnte: Top-10-Platzierungen in sechs aufeinanderfolgenden Jahrzehnten. Das überraschende Charts-Comeback gibt Impulse für eine gesellschaftliche Debatte über musikalische Langlebigkeit, Erinnerungskultur und die Rolle der Medien bei der Mythenbildung verstorbener Superstars.

 

Sechs Jahrzehnte Präsenz in den Charts

Wenn ein Popsong 41 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung wieder an der Charts-Spitze steht, sind außergewöhnliche Faktoren im Spiel. Im Fall von „Thriller“ sorgten gleich zwei Ereignisse für einen Hype: Zu Halloween erlebt der Song traditionell jedes Jahr ein Revival – Streamingzahlen schnellen in die Höhe, während Partys und soziale Medien die Grusel-Ästhetik von Jacksons Meisterwerk feiern. Noch einmal verstärkt wurde der Hype durch die Präsentation des ersten Trailers für das neue Biopic über Michael Jackson, das 2026 in die Kinos kommen soll und dessen Start auf den Beginn eines regelrechten Medienrummels hindeutet.

Jacksons jüngste Top-Ten-Platzierung ist dabei kein einmaliges Phänomen, sondern Krönung einer beispiellosen Erfolgsgeschichte: Seit seinem Solo-Debüt mit „Got To Be There“ (1971) platzierte er insgesamt 30 Songs in den amerikanischen Top Ten, davon 13 auf dem Spitzenplatz. Auch posthum war Michael Jackson erfolgreich, etwa 2018 als Teil eines Gastauftritts bei Drake. Dass „Thriller“ nun ganz aktuell wieder vorn liegt, ist also Resultat sowohl wirkungsmächtiger Nostalgie als auch moderner Vermarktungsmechanismen.

 

Digitalisierung und Biopic: Moderne Mythenbildung

Klassiker der Musikgeschichte tauchen heute mit erstaunlicher Regelmäßigkeit in den Streaming-Hitlisten auf. Das liegt zum einen an Streamingdiensten, die durch kuratierte Playlists einen „ewigen“ Musikzirkel erzeugen und generationsübergreifende Zugänge ermöglichen. Im Fall von Michael Jackson kommt hinzu, dass das bevorstehende Biopic „Michael“ von Medien schon frühzeitig als Event inszeniert wird. Die Hauptrolle wird von Jacksons Neffen Jaafar Jackson übernommen – ein Schachzug, der Familiengeschichte, Populärkultur und Authentizitätsversprechen miteinander verschränkt.

Besonders der erste Teaser-Trailer entwickelte innerhalb nur eines Tages enorme Reichweite: Über 116 Millionen Abrufe machten ihn zum meistgesehenen Trailer zu einem Musik-Biopic aller Zeiten – noch vor Produktionen wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Elvis“. Branchenanalysten werten das als Indiz dafür, dass Michael Jacksons Erbe nicht nur durch nostalgische Verklärung - ausgeblendet werden die Missbrauchsvorwürfe, die nie vollkommen aufgeklärt wurden -, sondern auch durch ein gezieltes Zusammenspiel von Musikindustrie, Film und sozialen Netzwerken wachgehalten wird.

 

Ein Rekord, der Diskussionen anstößt

„Dass Michael Jackson als einzige Musiklegende in sechs Dekaden Top-Ten-Erfolge feiern kann, zeigt einerseits seine beispiellose globale Anziehungskraft, andererseits, wie kontinuierlich Medien und Fans seine Ikonografie pflegen. Nicht zuletzt spiegelt sich hier die neue Logik des Musikmarkts wider, in der Algorithmen, Feiertage und virale Momente Alben und Hits zurück ins Rampenlicht katapultieren.“— Musiksoziologin Dr. Katja Hopf, Universität Leipzig

Aktuelle Zahlen aus der Industrie bestätigen diesen Trend: Gerade Songs mit Kultstatus flackern seit dem Aufstieg digitaler Plattformen immer wieder in die Charts. Die alten Hitparaden von Vinyl oder CD werden heute durch Playlists und algorithmische Empfehlungen ersetzt, mit zum Teil kuriosen Effekten: Jugendliche greifen zu Klassikern wie „Thriller“, weil sie auf TikTok, YouTube oder Instagram Trends setzen. Das Phänomen der „posthumen Chart-Erfolge“ weckt sowohl Begeisterung als auch Debatten über Authentizität und die Gefahr der Überkommerzialisierung verstorbener Legenden.

 

Das Vermächtnis im Zeitalter des Überangebots

Kritische Stimmen stellen seit Jahren die Frage, wie langlebig eine Musikmarke heute tatsächlich ist – und ob digitale Mechanismen nicht eher Gleichförmigkeit als Innovation fördern. Im Falle Jacksons ist die Antwort komplex: Einerseits verrät das Dauerinteresse eine tiefe, generationsübergreifende Verwurzelung seiner Musik im kollektiven Gedächtnis. Andererseits lebt diese Präsenz auch von einer fortlaufenden medienökonomischen Inszenierung, welche weniger den Künstler als vielmehr die Marke „Jackson“ pflegt.

Mit Blick auf das kommende Biopic wird Michael Jacksons kulturelle und kommerzielle Bedeutung erneut in den Mittelpunkt rücken. Der enge Schulterschluss von Musikindustrie, Streaming-Plattformen und Filmstudios dürfte dafür sorgen, dass Klassiker wie „Thriller“ weiterhin zum globalen Medienereignis werden – und Jackson als „King of Pop“ eine der wenigen wirklichen Pop-Ikonen bleibt, deren Einfluss auch nach ihrem Tod stetig wächst und weiterverarbeitet wird.

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