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Gay Games can change the World Bronze, Silber und Gold in Paris

js - 03.09.2018 - 07:00 Uhr
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Zu den Gay Games, treffen sich alle vier Jahre über 10.000 queere Sportler*innen, um sich mit den Besten ihrer Sportart zu messen. Die Sportveranstaltung gibt es seit 1982 und findet unter dem Dachverband der Federation of Gay Games statt. Die ersten Gay Games fanden 1982 in San Francisco statt. Damals nahmen 1.350 Sportler*innen aus 17 verschiedenen Sportarten teil. In diesem Jahr fand das Event vom 4. bis zum 12. August in Paris statt.

Mit von der Partie, unter den mehr als 10.000 Teilnehmern, waren auch Architekt Tomas Mathis und Oberarzt und Pathologe Dr. Sven Dillmann. Die beiden sind mit einer Delegation von 50 Rainbow-Golfern nach Paris gefahren, um Spaß zu haben, emotionale Sportmomente zu erleben und natürlich um Siege zu feiern.

„Es war wirklich ein tolles Erlebnis in diesen acht Tagen zu sehen, wie sich Paris in ein friedvolles, harmonisches Regenbogenmeer verwandelt. Wie auch bei der echten Olympiade, gibt es eine Eröffnungsfeier, inklusive Flamme entzünden, ein olympisches Dorf, das direkt vor dem Hotel de Ville liegt und eine tolle Abschlussfeier“, schwärmt Sven.

Zum Golfspiel ist das Paar über Tomas Eltern gekommen, die zum 60. Geburtstag eine Probemitgliedschaft bekommen haben. „Wir sind dann ein Paar Male mitgelaufen und haben es dann selbst mal versucht. Plötzlich waren wir vom Golffieber angesteckt“, sagt Tomas. Von einem Bekannten hörten die beiden, dass es auch schwul-lesbische Sportgruppen und Turniere in verschiedenen Sportarten gibt. Durch ein wenig Recherche sind Sven und Tomas so zu den „German-Rainbow-Golfern“ gekommen. Dieser Verein, in dem man allerdings nicht Mitglied sein muss, organisiert einmal im Jahr ein internationales LGBTI*-Turnier, die „German-Rainbow-Open“ mit 180 Teilnehmern und verschiedene regionale Events und Turniere.

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„Bis zu dieser Zeit, hatten wir eigentlich nur heterosexuelle Freunde, doch über den gemeinsamen Sport, haben wir nun auch sehr viele nette schwule und lesbische Freunde gefunden. Alter spielt hier keine Rolle. Für uns ist es toll, dort auch andere Paare gefunden zu haben, die schon über 40 Jahre zusammen sind und damit noch ganz andere Zeiten durchgemacht haben als wir.“, meint Sven.

In Vorbereitung auf ihr Turnier bei den Gay Games, haben Tomas und Sven zunächst zusammen mit guten Freunden aus dem Raum Stuttgart, Einspielrunden auf dem Turnierplatz nahe Versailles gemacht, um dann am Nachmittag noch andere Sportarten anzuschauen. „Wir waren bei Schwimmwettkämpfen, Ringen und beim Tanzen, wobei uns Letzteres sehr beeindruckt hat. So viel Eleganz auf dem Parkett. Es ist ein Genuss schwulen und lesbischen Paaren beim Standard oder Lateintanz zuzusehen“, erinnert sich Tomas.

Die Gay Games stehen unter dem Motto „allequal“. Jeder kann so sein, wie er ist. Mehr als 10.000 Teilnehmer aus 90 Ländern, einige sogar aus Ländern, in denen es noch die Todesstrafe für Homosexualität gibt, haben sich in Paris getroffen, um sich in 35 verschiedenen Sportarten zu messen. Ein einmaliges Event der Toleranz, Akzeptanz und der Inklusion.

Und wie sind die Gay Games für die beiden Golfer ausgegangen?
Tomas hat in seiner Handicap Klasse Gold gewonnen. Für Sven gab es in seiner Klasse Bronze. Zusammen als gut funktionierendes Team haben die beiden auch noch Silber gewonnen. „Hoffentlich ist unser Golftrainer stolz auf uns.“
„Ganz im Sinne, des diesjährig immer wieder gehörten Satzes: “Gay Games can change the World“, ist es unsere feste Absicht im Jahr 2022, bei den nächsten Gay Games in Hong Kong dabei zu sein, um auch dort für Gleichberechtigung, Weltoffenheit und gegen Homophobie einzustehen. Wir hoffen, dass es viele gleich tun. Es ist nur schade, dass die Medien, obwohl die Gay Games das größte Breitensportevent der Welt sind, kaum Notiz von dieser Veranstaltung nehmen.“, sind die beiden Sportler sich einig.

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Kennengelernt haben sich Tomas und Sven über „Gaychat“. Seit dem 1. August 2004 sind die beiden ein Paar und am 5. Juli 2007 sind sie die Lebenspartnerschaft eingegangen. Heute wohnen sie zusammen im Eigenheim im südbadischen Kippenheim. In den Familien herrschte schnell große Akzeptanz, nur Tomas Vater haderte etwas, öffentlich zur Homosexualität seines Sohnes zu stehen, da er noch das Amt des Bürgermeisters innehatte.

Neben dem Golfspiel teilen Tomas und Sven noch die Leidenschaft des Reisens. Vor allem Kreuzfahrten und Reisen nach Südafrika haben es ihnen angetan. „Einige Reedereien haben diese LGBT*-Treffpunkte ja fest im Programm stehen, wo man sich ganz ungezwungen an der Bar zum Drink treffen kann. So haben wir schon einige Paare aus den USA und England kennengelernt, mit denen wir auch heute noch Kontakt haben.

Wer noch mehr Fotos von Tomas und Sven sehen möchte, kann auf ihrem Instagram-Account „tusontour“ vorbeischauen.


Die Gay Games wurden 1982 von Tom Waddell, einem schwulen olympischen Zehnkämpfer ins Leben gerufen. Sein Ziel war es, ein Sportereignis zu schaffen, welches frei von Homophobie war. 2010 fanden die Gay Games unter dem Motto „Be part of it!“ in Köln statt. 2014 in Cleveland hieß das Motto „Go All Out!“, beide Veranstaltungen zählten rund 10.000 Besucher aus 70 Nationen.
Neben dem sportlichen Ereignis, stehen auch umfangreiche Kultur-, Politik- und Fun-Programme für weltweite Vernetzung. Die elften Gay Games werden 2022 in Hong Kong stattfinden. Zur Auswahl standen außerdem Guadalaja in Mexiko und die US-Hauptstadt Washington D.C.

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