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Mysteriöse Hautbilder // © PeopleImages
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Apropo Leben Mysteriöse Hautbilder...

rb - 18.10.2019 - 15:00 Uhr
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Der Bericht eines Alien, der zu Forschungszwecken inkognito auf die Erde geschickt worden ist: „Und nun möge mir die Hohe Kommission noch eine Bemerkung gestatten, die wohl einen tiefen Einblick in die seelische Verfassung der hiesigen Bewohner gibt. Die Rede ist von diesen seltsamen Hautbildern, mit denen sich eine Vielzahl von Erdbewohnern seit geraumer Zeit schmücken. Es ist dies ein wesentlicher Unterschied zu unserer Lebenskultur, da sich ja eine Bemalung oder Imprägnierung unserer physischen Peripherie aus bekannten Gründen verbietet. Was nun bezwecken die Menschen mit diesen Äußerungen, die sich übrigens auch rein textbasiert finden lassen?

Dazu sollte man zwei Dinge berücksichtigen: Erstens die Platzierung am Körper, zweitens die inhaltlich-formale Gestaltung. In letzter Zeit konnte ich beobachten, dass vor allem junge Individuen, die besonders fortschrittlich sind, nur einen Arm vom Handgelenk bis zur Schulter mit oft sehr facettenreichen Miniaturen in unterschiedlichen Farben bedecken. Das sogenannte Tätowieren, ein uraltes und anthropologisch bedeutendes Kunsthandwerk, wird in kleinen Studios vollzogen, oft unter Schmerzen. Nach dieser Prozedur scheinen die Menschen sehr glücklich zu sein, natürlich nur, wenn das Ergebnis der Bemühungen auch ihren Vorstellungen entspricht. Und gerne wird dann auch die diametral gegenüberliegende Wade ebenfalls mit Hautbildern verziert. Aus beruflichen Gründen verstecken manche allerdings die Stechereien unter der Bekleidung. Diese werden dann zur Sommerzeit wieder sichtbar. Mir ist auch ein Individuum aufgefallen, welches ein Spinnennetz am Hals trägt. Dies ist wohl ein Zeichen für die Sympathie mit der krabbelnden Tierwelt auf diesem Planeten. Ich habe mir erlaubt, mal eine Typologie der graphischen und textlichen Motive der Darstellungen zu versuchen:

Besonders beliebt sind Bilder der Vergänglichkeit, also Skelette, Schädel oder furchterregende Gestalten aus der Mythologie. Der tiefere Sinn dessen hat sich mir allerdings noch nicht ganz erschlossen. Vielleicht ist dies Ausdruck von Furchtlosigkeit oder aber von Angst?  Auch Waffen und Folterinstrumente gehören in diese Kategorie. Der Zweck könnte sein, mögliche Gegner abzuschrecken. Dies funktioniert nach meiner Erfahrung zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn es darum geht, einen Sitzplatz zu ergattern. Dann gibt es romantische und sexuelle Motive, nackte Körper und oft sogar die Verbindung mit der Todessymbolik. Schriftlich gibt es sehr klare Botschaften an die Umwelt, oft in englischer Sprache, um auch auf Reisen weitgehend verstanden zu werden: z.B. „Fuck off – I have enough friends“. Dieses Individuum legt also anscheinend keinen besonderen Wert auf die Erweiterung seines Freundeskreises. Wahrscheinlich aus Zeitmangel. Oder „Live full - die empty“, dies könnte ein Ratschlag an die Zeitgenossen bei suboptimaler Verdauung sein. Es gibt viele weitere Lebensweisheiten und auch Anweisungen: „Insert coin below“, angebracht über der hinteren Körperöffnung. Man möchte sich auch an schöne Erlebnisse erinnern: „Dick was here“. Zahlenreihen und sogenannte Barcodes sind wahrscheinlich Hilfestellungen für die Behörden. Und in letzter Zeit haben sich manche Studios darauf spezialisiert, mangelnde Rechtschreibkenntnisse der Kunden oder die zittrige Handarbeit bei der Anbringung mit kunstvollen Ergänzungen zu korrigieren. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich dieses Phänomen auch weiterhin beobachten und zu gegebener Zeit wieder Bericht erstatten.“
 

Tattoos

Tätowierungen haben eine sehr lange Tradition in vielen Kulturräumen. In der westlichen Welt waren diese früher das Kennzeichen einer Gruppenzugehörigkeit, oft in weniger respektablen Milieus. Heute sind Tattoos eher Ausdruck von Individualismus. Bei der Tätowierung sollte besonders auf Hygiene geachtet werden, am besten wendet man sich an ausgewiesene Fachleute. Da Tattoos nur schwer zu entfernen sind, sollte man die Entscheidung dazu gut überlegen.

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