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Erotik // © Deagreez
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Erotik Mein schönstes Liebeserlebnis: Selbermachen

rb - 22.12.2018 - 07:00 Uhr
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Der Baumarkt, mein liebster Ort zum Shopping. Meine Freunde haben anfangs noch geschmunzelt, da ich auch schwierige Aufgaben im häuslichen Handwerk nicht scheue. Doch dann kamen erste Anfragen, ob ich nicht mal helfen könnte. Gesagt, getan. Ich bin aber nicht mit zwei linken Händen auf die Welt gekommen, das muss ich gestehen: Einige blaue Daumennägel und Schrammen habe ich mir schon geholt. Man macht eben seine Erfahrungen, wie überall im Leben. Dann habe ich einschlägige Literatur gewälzt, Tipps vom Fachmann eingeholt und umgesetzt. Auf das richtige Werkzeug kommt es natürlich auch an. So ist am Samstag der Ausflug in den Baumarkt zu einer lieben und vor allem nützlichen Gewohnheit geworden. Also schlendere ich wieder durch die Gänge mit den hohen Regalen, bleibe mal an der Schraubentheke und auch beim Sanitärbedarf stehen. Die Badewanne sieht schon ein bisschen gammelig aus, der Fugenkleber hat seine besten Tage hinter sich und zeigt schwarze Schimmelspuren. Frage ist halt hier: raus damit und neu machen, oder Antischimmel-Spray benutzen. Ein paar Schritte entfernt von mir steht ein Fachverkäufer und rückt die Ware zurecht. Ich versuche, seine Aufmerksamkeit auf mich mit einem Räuspern zu lenken. „Ja, was kann ich für Sie tun?“, fragt er höflich. Ich erkläre ihm den Fall, wir kommen ins Fachsimpeln. „Das kommt auf den Befall natürlich an“, meint er sachkundig. Er empfiehlt erst mal die konservative Methode mit dem Schimmelspray. „Wenn das nicht hilft – rauskloppen kann man es immer noch, ist halt ein größerer Aufriss.“

Am nächsten Wochenende bin ich wieder im Baumarkt. Ich muss wohl doch anders vorgehen. An gleicher Stelle treffe ich jetzt aber nicht mehr den netten Verkäufer. Dafür steht da ein Kunde, gepflegter Bart-Typ, der sich die Badewannen genau anschaut. Anscheinend sehe ich aus wie ein kundiger Sanitärmensch, denn er fragt mich wie selbstverständlich, ob wir das Modell auch in Lindgrün haben. Bevor ich noch ihm noch erklären kann, dass ich nicht zum Personal gehöre, erzählt er mir, dass seine alte Badewanne Schimmel angesetzt hat. Also, ich gebe einfach mein Wissen von letzter Woche an ihn weiter. „Ich bin ja kein Profi, haben Sie hier Leute, die da helfen können?“, fragt er, sichtlich besorgt. Ich sage ihm wahrheitsgemäß, dass ich nicht hier arbeite, aber dasselbe Problem habe und handwerklich geschickt bin. „Na, wenn das kein Zufall ist“. Wir könnten ja uns gegenseitig helfen, schlage ich vor, dann geht es auch schneller. Es stellt sich heraus, dass er Tim heißt, im Nachbardorf wohnt, und sein Freund vor nicht allzu langer Zeit nach einem dollen Streit ausgezogen ist.

Wir verabreden uns für das kommende Wochenende, um dem lästigen Pilz den Garaus zu machen. Im blauen Overall und mit der Handwerkskiste bewaffnet, stehe ich um drei Uhr am Nachmittag vor seiner Tür. Tim hat schon alles vorbereitet, einschließlich der Kiste mit alkoholfreiem Bier. Und munter arbeiten wir im Team, bis uns der Schweiß auf der Stirn steht. Dann ist erst mal Pause, wir sind ein gutes Stück weitergekommen. Tim hat einen Fusel an der Stirn, den ich ihm zärtlich weg puste. Er lächelt ein wenig kokett und sagt zärtlich „Danke...“. Wir lassen Hammer und Spachtel liegen und küssen uns innig. Wie schön, dass wir beide jetzt Hobby und Freizeit gemeinsam gestalten können. Und es gibt noch so viel zu tun, wir packen es gemeinsam an.

DIY
Die Do-it-yourself- Bewegung ist mittlerweile regelrecht zu einer Ideologie geworden und beschränkt sich nicht mehr nur auf das Heimwerken. Vielmehr betrifft dies alle Bereiche des täglichen Lebens und auch der Kultur. DIY nutzt die Kraft der Improvisation und des kreativen Individualismus. So kann diese selbstbestimmte Lebensphilosophie neue Freiheiten erobern und das eigene Selbstbewusstsein stärken. Allerdings ist es in vielen Fällen auch empfehlenswert, die Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen, um Schaden zu vermeiden.

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