Erotik Gefühltes Tagebuch: Schaumtraum
In letzter Zeit schlafe ich etwas unruhig. Hin und her wälzen, grübeln und mit kaltem Schweiß auf der Stirn immer wieder aufwachen. Wenn ich dann mal zur Ruhe komme, dann träume ich wirres Zeug. Oft kann ich mich nicht daran erinnern. Aber wenn, dann erscheint es mir doch sehr suspekt. Neulich war es so, dass ich im Traum an einem wunderschönen Strand lag. Ein süßer Typ kam vorbei und wollte mir eine Muschelkette verkaufen. Plötzlich kam das Wasser näher, und ich wurde weggespült. Ich tanzte auf den Wogen, ohne unterzugehen. Das Gefühl dabei war beängstigend und erhebend zugleich. Als ich wieder am Strand lag, war überall Schaum. Dann bin ich aufgewacht. Natürlich habe ich darüber nachgedacht. Es war ein feuchter Traum, allerdings ohne die schöne Erregung. Mit meinem Freund habe ich am nächsten Tage darüber beim Frühstück geredet. Er sagte nur: „Träume sind Schäume“. Ich weiß gar nicht, ob das ein Zitat oder Sprichwort ist, aber die Antwort hat mich nicht wirklich froh gemacht.
Also schaue ich doch mal in das schlaue Internet. Da gibt ganz viel zu Traumsymbolen. Unter dem Begriff Meer finde ich etwas Interessantes: Wenn es unruhig ist, dann könnte das ein Hinweis auf Gefahr und Not bedeuten. Wer im Meer treibt, der sollte sich schleunigst nach dem Ufer umsehen. Eigentlich logisch. Und dann der Schaum: Da steht was von Vergänglichkeit in der Liebe, Täuschung durch die Millionen von Luftblasen. Das könnte auf mich zutreffen. Denn in meiner Beziehung bin ich wohl eher der Gebende. Mein Freund ist im besten Sinne ein Luftikus, der jeden Tag so nimmt, wie er kommt. Ich hingegen plane viel, denke nach über die Zukunft. So ergänzen wir uns natürlich prächtig auf der einen Seite. Auf der anderen Seite mache ich mir dann wieder Sorgen, während mein Freund darüber einfach hinweg geht. Das macht mich manchmal etwas traurig und auch ein bisschen neidisch auf sein sonniges Gemüt. Egal, ich lese mich ein in die Materie und fange an, ein Traumtagebuch zu führen. Manchmal sind meine Träume sehr erotisch, besonders wenn er auf Reisen ist, und wir so länger keinen Sex haben. Und manchmal treffe ich Leute aus meinem täglichen Leben im Traum wieder, die machen ganz unmögliche Dinge: Die Frau aus der Reinigung führt plötzlich einen Tanz auf in einem Seidenkostüm, der Bäcker jongliert mit den Brötchen, der Werkstattmensch macht Bankdrücken mit einer Autoachse. Das sind schon seltsame Sachen, die man so auch nicht im Traumlexikon findet.
Ich probiere mal was aus. Viele berühmte Leute, auch Staatsmänner und sogar Könige hatten ihre Berater für Astrologie, Esoterik und auch Träume. Ich gehe jetzt zu einer Frau, die sich in diesen Gefilden der Seele gut auskennt. Bei ihr finde ich Verständnis für meine sonderbaren Nachtgespinste. Wir reden lange über mögliche Vorahnungen, die sich im Traum offenbaren können. Vielleicht wirkt sich das auch positiv auf meine Beziehung aus? Ich würde es mir wünschen...
Traumdeutung
Die Bedeutung von Träumen wird in der Forschung kontrovers diskutiert. In der Tiefenpsychologie werden Träume als Mittel zur Selbsterkenntnis von manchen Wissenschaftlern betrachtet. In den Neurowissenschaften denken manche Forscher, dass Träume lediglich Ausdruck von einer Art Reinigungsvorgang des Gehirns sind. Tatsache ist allerdings, dass Träume schon seit Menschengedenken Quelle für kreative Tätigkeiten in Kunst und Kultur sind.