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Apropos Leben // © Pollyana Ventura
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Apropos Leben Gefühltes Tagebuch: Komplimente gefällig?

rb - 01.03.2020 - 09:00 Uhr

Unser Weltraumgast suchte Antworten zum Thema Höflichkeit: „Heute möchte ich auf eine Eigenschaft der Erdenbewohner zu sprechen kommen, die uns sehr fremd erscheinen mag. Denn in unserer Gesellschaft ist es ja üblich, die Dinge beim Namen zu nennen, und dies ohne Umschweife und mit ehrlicher Absicht. Wie so oft, ist mir auch in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass die Menschen hier manchmal einen Umweg gehen. Das Wort „Höflichkeit“ bezieht sich wohl auf eine frühere Geschichtsperiode, als es noch Könige & Königinnen und Höfe gab, letztere huldigten den Herrschern. Dabei wurden auch sogenannte Komplimente gemacht, die bestimmt Vorzüge geistiger oder körperlicher Art hervorhoben. Nun ist ja die Monarchie nicht mehr die gängige Staatsform, allerdings hat sich dieser Brauch auch im bürgerlichen Umfeld der Demokratie erhalten. Denn auch jetzt gibt Menschen, die mit mehr Macht ausgestattet sind als andere.

Die einschlägige Forschung zu diesem Thema habe ich mir zu Gemüte geführt, und zwar anlässlich des „World Compliment Day“, der alljährlich Anfang März begangen wird. Auch im Januar gibt es einen ähnlichen Tag der Besinnung. Den Initiatoren beider Aktionstage ist die Absicht gemeinsam, positive Impulse im Umgang der Menschen miteinander zu vermitteln. Es ist also davon auszugehen, dass Komplimente gute Gefühle erzeugen. Voraussetzung dafür ist sicherlich, dass diese auch ehrlich gemeint und zutreffend sind. Wenn dies allerdings nicht der Fall ist, dann können Komplimente eine gegenteilige Wirkung haben. Ich habe zum Beispiel ein Kompliment erhalten für meine Kopfbedeckung: „Ihr roter Hut gefällt mir, der passt gut zu Ihren grünen Kopfantennen“. Da war ich mir nicht ganz sicher, wie das gemeint war. Es gibt auch Situationen, wo Menschen durch auffällige Bescheidenheit versuchen, Komplimente beim Gesprächspartner zu erzeugen. Beispiel: Wenn ein sehr gelehrter Mensch sagt, dass er ungebildet ist, dann würden manche ihm versichern, dass er sehr gebildet ist. Man nennt dies „Komplimente angeln“. Manchmal können Komplimente auch richtig böse sein: „Schönes Kleid! Gab es das auch deiner Größe?“.

Auch gibt es Unterschiede zwischen den Kulturen: In manchen asiatischen Ländern werden Komplimente gerne zurückgewiesen, um besondere Höflichkeit und Bescheidenheit an den Tag zu legen. In westlichen Ländern hingegen zeigt man sich oft erfreut und nimmt das Kompliment dankend an. Auch bei der Anbahnung von Freundschaft und Liebe werden Komplimente oft verwendet. Dabei ist besonderes Fingerspitzengefühl gefragt: Man sollte nicht unbedingt das absolut Naheliegende ansprechen, sondern einen Aspekt, der das Individuelle der angesprochenen Person hervorhebt. Also nicht: „Ich finde dich schön“, sondern besser: „Du riechst so gut“. Manche Menschen haben ein Talent für passende Komplimente. Man kann dies aber auch lernen. Ich habe mit jetzt bei der hiesigen Volkshochschule angemeldet zum Seminar „Komplimente leicht gemacht!“. Darüber werde ich bei nächster Gelegenheit Bericht erstatten. Die Abrechnung der Seminarkosten erfolgt wie üblich per Fernschreiben.

Welttag des Kompliments

Zwei Aktionstage widmen sich dem Thema Komplimente: Der „Compliment Day“ wurde von zwei US-amerikanischen Coaches im Jahre 1998 für den 24. Januar ausgerufen. Im Jahre 2003 hat ein Niederländer den „World Compliment Day“ für den 1. März an den Start gebracht, der jetzt auch in anderen europäischen Ländern begangen wird.

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