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Apropos Leben Gefühltes Tagebuch: Träume weiter...

Von rb - 08.03.2021 - 09:00 Uhr
Apropos Leben // © PeopleImages
Foto: Apropos Leben // © PeopleImages
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Unser Alien kann es nicht glauben: „Der Mensch ist schon eine sehr interessante Spezies. In der Phase seiner irdischen Aktivitäten strebt er nach höchster Effizienz und Lebensqualität. Das sind gut sechzig Prozent seiner Zeit. Dann legt er sich hin für viele Stunden und macht gar nichts. Kein Wunder, dass die Menschheit noch Lichtjahre hinter dem Entwicklungsstand unserer Galaxie hinterherhinkt.“

Schlaf ist tatsächlich ein faszinierendes Phänomen. Für viele hat er einen schlechten Ruf -  als unnützer, aber leider kaum vermeidbarer Zeitfresser. In diesen sechs bis acht Stunden könnte man doch so viel Geld verdienen oder sich anderen wichtigen Dingen widmen. Eine sozusagen tote Zeit. Apropos Schlafes Bruder: Im Mittelalter schlief man im Sitzen, weil sonst ja zu viel Blut in das Gehirn strömen würde. Man glaubte damals, dass dies zum Tode führen könnte. So waren die Betten etwas kürzer, das sparte zugleich auch Platz in den kleinen Stuben der einfachen Leute. Die neuere Forschung belegt jedoch: Schlaf ist gesund und heilsam. Schlummern ist eine aktive Phase, mit einer Art Generalüberholung für Körper und Seele. Wer nicht genug schläft, riskiert nicht nur quälende Müdigkeit am Tage, sondern auch schwere Krankheiten und sogar den Tod. Wer fehlenden Schlaf mit Koffein und anderen Substanzen kompensieren möchte, verlagert nur das Problem auf später. Denn Körper und Geist verlangen ihr Recht auf die schlafende Erholung. Ausdruck dafür ist wahrscheinlich auch das Gähnen. Dieses seltsame Aufreißen des Mundes könnte ein soziales Signal sein für die Schlafenszeit, das noch aus unserer Primaten-Frühzeit stammt. Daher ist Gähnen ein soziales Verhalten und eben „ansteckend“. Heute gilt es jedoch als unhöflich und wird verschämt versteckt. Ein weiteres „schlafthematisches“ Aufreißen von Mund und Nase ist das Schnarchen, dies geschieht allerdings erst innerhalb des Schlafvorgangs. Es geht einher mit lauten Geräuschen, die teilweise ohrenbetäubende Lautstärke erreichen können. Die Schlafqualität des Schnarchenden und anwesender Bettgenossen kann durch das „Sägen“ empfindlich gestört werden. Da dieses ungute Knattern beim Ratzen auch weitere gesundheitliche Probleme verursachen kann, sollte man sich als Betroffener über mögliche Abhilfe informieren.

Faszinierend beim Schlaf ist aber ganz besonders das Träumen. Diese schlafbedingten Halluzinationen sind merkwürdige Fantasien, deren Bedeutung, Sinn und Wirkung den Forschern noch einige Rätsel aufgeben. Im Altertum dachte man, dass Träume die Zukunft vorhersagen könnten. In der Psychoanalyse ging man davon aus, dass der Traum über Symbole mögliche innere Konflikte zum Ausdruck bringt. Die Neurowissenschaften gehen heute davon aus, dass im Traum diese seelischen Konflikte aktiv bearbeitet und einer möglichen Lösung nähergebracht werden. Albträume hingegen sind belastend und schränken die positiven Wirkungen des Schlafs ein. Durch die Wiederkehr ähnlicher Krisensituationen im Traum wird sicherlich auf bestimmte Ängste indirekt hingewiesen. Das träumerische Versinken in Wasser und Fallen aus großer Höhe könnten zum Beispiel auf existenzielle Nöte im Leben hindeuten. Manchmal wachen wir dann schweißgebadet auf und können uns sogar noch an die letzten Bilder des Traums gut erinnern. Dies ist allerdings in den meisten Fällen bei „gewöhnlichen“ Träumen nicht der Fall. Der Traum kann auch eine Art Problemlöser sein: Die Angewohnheit, bei schwierigen Entscheidungen „nochmal darüber zu schlafen“, erweist sich auch nach neuesten Erkenntnissen der Forschung als sehr hilfreich. Denn der Traum ist ebenfalls eine kreative Quelle: Viele Errungenschaften in Wissenschaft und Kunst sind so entstanden. Außerdem werden beim Träumen die biologischen, physikalischen und chemischen Prozesse im Gehirn nachjustiert und selbiges für die neuen Aufgaben des kommenden Tages vorbereitet. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die durchaus angenehmen, teilweise sexuellen Traumgespinste, welche die Schlummerphase zum schönen Erlebnis machen. Der Volksmund fasst es so zusammen: „Träume und Gedanken kennen keine Schranken.“

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