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Whitneys verborgene Liebe Neue Biografie über die Liebesbeziehung zu Robyn Crawford

Von ms - 06.10.2026 - 16:00 Uhr
Whitneys verborgene Liebe
Foto: IMAGO / Capital Pictures
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Eine neue Biografie über Whitney Houston zeichnet die jahrzehntelange Beziehung der Sängerin zu ihrer Freundin und späteren Kreativdirektorin Robyn Crawford nach. Das Buch beschreibt eine Verbindung, die als Liebesbeziehung begann, später zu einer engen Freundschaft und beruflichen Partnerschaft wurde – und schließlich unter schmerzhaften Umständen zerbrach.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die neue Biografie „Holding Lightning: The Life, Loves And Art Of Whitney Houston“ von Emily Lordi beschäftigt sich ausführlich mit Whitney Houstons Beziehung zu ihrer langjährigen Vertrauten Robyn Crawford.
  • Crawford hatte bereits 2019 öffentlich gemacht, dass sie und Houston in jungen Jahren eine romantische und sexuelle Beziehung führten.
  • Lordis Biografie basiert auf vierjähriger Recherche und Gesprächen mit Freunden, Bandmitgliedern, Nachbarn und weiteren Wegbegleitern Houstons.
  • Houston und Crawford lernten sich als Schülerinnen bei der Arbeit in einem Sommercamp kennen. Ihre Beziehung entwickelte sich schnell.
  • Vor Houstons erstem Plattenvertrag 1983 beendeten sie ihre sexuelle Beziehung. Houston soll Crawford anschließend eine Bibel geschenkt haben, in der beide versprachen, sich „bedingungslos zu lieben“.
  • Crawford blieb über Jahre eine enge Vertraute und Mitarbeiterin. Als sie später eine Tänzerin aus Houstons Tournee-Umfeld datete, soll Houston äußerst eifersüchtig reagiert haben.
  • Die Freundschaft zwischen Houston und Crawford zerbrach schließlich vor dem Hintergrund von Houstons Ehe mit Bobby Brown, ihrer Karriere und ihren zunehmenden Drogenproblemen.
  • Houston hatte Gerüchte über ihre Sexualität zu Lebzeiten öffentlich zurückgewiesen, setzte sich zugleich aber immer wieder für die LGBTIQ+-Community ein.

Große Biografie über den Popstar 

Die Journalistin Emily Lordi hat für „Holding Lightning: The Life, Loves And Art Of Whitney Houston“ vier Jahre recherchiert. Sie sprach mit engen Freunden Houstons, Bandmitgliedern, Nachbarn und anderen Menschen, die die 2012 gestorbene Sängerin persönlich kannten. Das Buch wird als „erste große Biografie“ Houstons bezeichnet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ihrer Beziehung zu Crawford, die bereits 2019 in ihren Memoiren „A Song For You: My Life With Whitney Houston“ öffentlich gemacht hatte, dass sie und Houston in jungen Jahren ein Liebespaar waren.

Lordi beschreibt, wie sich Houston und Crawford als Schülerinnen kennenlernten. Beide arbeiteten als Betreuerinnen in einem Sommercamp und kamen sich schnell näher. Nach einem Bericht des britischen Telegraph über die Biografie zeichnet Lordi Crawford als eine Frau, die möglicherweise die große Liebe in Houstons Leben gewesen sein könnte. Auch Einzelheiten über den Beginn ihrer sexuellen Beziehung finden sich in dem Buch. Vor ihrem ersten intimen Erlebnis in der Wohnung eines Cousins von Houston soll die spätere Sängerin Marihuana geraucht und aus der Bibel gelesen haben. Außerdem habe sie darüber gesprochen, „wie cool Jesus war“. Die Beziehung fiel in eine Zeit unmittelbar vor Houstons Aufstieg zu einem der größten Musikstars der Welt.

Karriere verändert die Beziehung

1983 unterschrieb Houston mit gerade einmal 19 Jahren ihren ersten Plattenvertrag bei Arista. Bereits im Vorfeld soll sie Crawford gesagt haben, dass die beiden nicht länger miteinander schlafen könnten. Etwa zur selben Zeit hätten sie gemeinsam beschlossen, kein Marihuana und keine anderen Substanzen mehr zu konsumieren, um Houstons bevorstehende Karriere nicht zu gefährden. Diese Darstellung deckt sich in wesentlichen Punkten mit der Geschichte im 2022 erschienenen Biopic „Whitney Houston: I Wanna Dance With Somebody“ von Regisseurin Kasi Lemmons. Dort wird auch Houstons Vater John thematisiert, der sich zu dieser Zeit selbst zu ihrem Manager gemacht hatte. Im Film fordert er seine Tochter ausdrücklich dazu auf, Abstand zu Crawford zu halten. Als schwarze, lesbische Sängerin werde sie sonst in der Musikindustrie nicht weit kommen, lautet dort seine Warnung.

Houston wollte Crawford dennoch nicht aus ihrem Leben verbannen. Die sexuelle Beziehung endete, doch Crawford blieb Teil ihres engsten Umfelds und arbeitete später in ihrem Kreativteam. Besondere Bedeutung bekam dabei erneut eine Bibel. Houston soll Crawford ein Exemplar geschenkt haben. Auf den hinteren Seiten hätten die beiden „Versprechen geschrieben, einander bedingungslos zu lieben“. Crawford begleitete Houston anschließend über Jahre. Sie war im Studio und bei Tourneen rund um die Welt dabei, übernahm verschiedene Produktionsaufgaben und kümmerte sich darum, dass sich die Menschen im Umfeld der Sängerin – von Musikern bis zu Haar- und Make-up-Künstlern – als Teil einer Gemeinschaft willkommen fühlten. Die romantische Beziehung war beendet, die persönliche Nähe blieb.

Neue Beziehung sorgt für Streit

Zum Wendepunkt wurde Lordis Darstellung zufolge Crawfords Beziehung mit einer Tänzerin aus Houstons Tournee-Umfeld. Houston war damals bereits mit Bobby Brown verheiratet und hatte zuvor selbst weitere Beziehungen geführt. Dennoch soll sie wütend reagiert haben, als sie von Crawfords neuer Partnerin erfuhr. Der Biografie zufolge ging ihre Reaktion weit über einen gewöhnlichen Streit hinaus. Houston soll die Tänzerin entlassen haben. Zudem soll sie jene Seiten aus der gemeinsamen Bibel herausgerissen haben, auf denen Crawford und sie einst ihre Versprechen festgehalten hatten, sich „bedingungslos zu lieben“. Die Spannungen um Crawfords neue Beziehung scheinen nach Lordis Darstellung den Anfang vom Ende ihrer langjährigen Freundschaft markiert zu haben.

Houstons Vater und Ende der Beziehung

Die Biografie greift auch eine besonders drastische Geschichte aus dem Jahr 1995 auf. Damals behauptete ein Mann namens Kevin Ammons gegenüber dem National Enquirer, Houstons Vater habe ihm 6.000 Dollar angeboten, Crawford die Kniescheiben zu brechen – „nur um sie loszuwerden“. Ob die Behauptung mit den Konflikten um Crawford zusammenhing, ist unklar. Houston soll ihren Vater wegen der Anschuldigung wütend zur Rede gestellt haben. Dieser habe entschieden bestritten, ein solches Angebot gemacht zu haben. Zu der angeblich geplanten Gewalttat kam es nicht.

Der konkrete Konflikt wegen Crawfords neuer Partnerin kommt im Film „I Wanna Dance With Somebody“ nicht vor. Das Biopic schildert den späteren Bruch der beiden Frauen jedoch vor dem Hintergrund von Houstons zunehmenden Drogenproblemen. Der Film zeigt eine erschöpfte Houston während ihrer Welttournee 1999. Crawford bittet ihre langjährige Freundin darin eindringlich, die Tour abzubrechen und nach Hause zurückzukehren. Houston ignoriert die Bitte. Schließlich gingen die beiden Frauen getrennte Wege. Crawford hatte in ihren 2019 veröffentlichten Memoiren selbst beschrieben, dass sie lange Teil von Houstons engstem Umfeld blieb. Erst im Zusammenhang mit Houstons Beziehung zu Bobby Brown und ihren zunehmenden Problemen mit Drogen endete auch diese Verbindung.

Gerüchte halten sich hartnäckig 

Spekulationen über Houstons sexuelle Orientierung begleiteten die Sängerin über einen langen Zeitraum weiter. Houston selbst hatte entsprechende Gerüchte öffentlich immer zurückgewiesen. Zugleich positionierte sie sich wiederholt als Unterstützerin der LGBTIQ+-Community – zu einer Zeit, in der ein solches öffentliches Engagement unter großen Stars noch deutlich weniger selbstverständlich war. Crawfords Memoiren sorgten deshalb 2019 für besondere Aufmerksamkeit. Erstmals bestätigte eine der unmittelbar Beteiligten, dass die Beziehung zwischen den beiden Frauen tatsächlich romantischer und sexueller Natur gewesen war. Lordis neue Biografie bestätigt Crawfords Darstellung und ergänzt sie um weitere Einzelheiten über die Entwicklung und das spätere Scheitern ihrer Verbindung. Nach dem Ende der Freundschaft mit Crawford setzte Houston ihre Karriere fort, kämpfte jedoch weiterhin mit ihren persönlichen Problemen und ihrer Drogensucht. Am 11. Februar 2012 wurde sie bewusstlos in der Badewanne ihrer Suite im Beverly Hilton gefunden. Houston starb im Alter von 48 Jahren. 

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