Viel Aufregung In Italien Internet-Liebling Lollo Lacustre spricht über Bisexualität
Der italienische Influencer und Content Creator Lollo Lacustre hat offen über seine Sexualität gesprochen. Der 24-Jährige schließt aus, schwul zu sein, beschäftigt sich nach eigenen Worten aber immer wieder mit der Frage, ob er bisexuell sein könnte. Der junge Mann gehört mit rund 636.000 Followern zu den erfolgreichsten und beliebtesten Internet-Produzenten Italiens.
Das Wichtigste im Überblick
- Viel Aufregung um Italiens beliebten Influencer Lollo Lacustre.
- Der 24-Jährige sagt, er sei nicht schwul, frage sich aber, ob er bisexuell sein könnte.
- Der Content Creator berichtet davon, mehrfach Männer geküsst zu haben – beim Feiern, aber auch nüchtern.
- Äußerlich fühle er sich gleichermaßen zu Männern und Frauen hingezogen, bei Frauen verspüre er jedoch einen „zusätzlichen Funken“.
- Bereits 2025 hatte Lacustre erstmals von einem Kuss mit seinem besten Freund erzählt und erklärt, er fühle sich demisexuell.
- Ein endgültiges Label für seine sexuelle Orientierung möchte der 24-Jährige derzeit nicht wählen.
„Ich küsse gerne Jungs“
In einem ausführlichen Gespräch mit Riccardo Danile sprach Lacustre jetzt über Beziehungen, Anziehung und seine Erfahrungen mit Männern und Frauen. Dabei machte er deutlich, dass er sich derzeit nicht eindeutig festlegen möchte. „Schwul bin ich nicht, aber ob ich bisexuell bin, frage ich mich oft. Die Sache ist die: Ich weiß, dass ich gerne Jungs küsse. Ich habe das oft gemacht, auch beim Feiern, auch nüchtern. Man könnte denken, ich hätte es betrunken gemacht, aber nein, es ist auch nüchtern passiert“, sagte der Streamer. Ob er mit einem Mann auch über einen Kuss hinausgehen würde, könne er derzeit nicht sagen.
Anziehung zu Männern und Frauen
Auch bei der körperlichen Anziehung sieht Lacustre keinen eindeutigen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Gleichzeitig nehme er bei Frauen etwas wahr, das er bei Männern bislang offenbar vermisse. „Ob ich mich stärker zu Frauen hingezogen fühle? Nein, rein äußerlich ist es 50 zu 50. Aber bei Frauen gibt es einen zusätzlichen Funken. Vielleicht liegt das aber daran, dass ich eine Blockade habe oder am Stigma – ich weiß es nicht genau. Vielleicht werde ich es eines Tages herausfinden.“ Damit beschreibt Lacustre seine sexuelle Orientierung als einen noch offenen Prozess. Er spricht über Erfahrungen und Anziehung, ohne daraus ein endgültiges Coming-Out oder eine feste Selbstbezeichnung abzuleiten.
Sexualität als Thema
Es ist nicht das erste Mal, dass Lacustre das Thema öffentlich anspricht. Bereits im August 2023 reagierte er auf Spekulationen in sozialen Netzwerken über seine sexuelle Orientierung. Damals erklärte er ebenso, nicht homosexuell zu sein. Wäre er schwul, hätte er nach eigenen Angaben kein Problem damit, dies öffentlich zu sagen. Lacustre wandte sich damals auch gegen die Vorstellung, die Zurückweisung einer Frau bedeute automatisch, dass ein Mann sich zu Männern hingezogen fühle. Nicht jedes Verhalten in sozialen Netzwerken lasse Rückschlüsse auf die sexuelle Orientierung eines Menschen zu.
Im Mai 2025 wurde Lacustre konkreter. Während eines Twitch-Livestreams erzählte er, seinen besten Freund Nicolò geküsst zu haben. „Ein Mann, mit dem ich weitergehen würde? Nicolò, mein bester Freund. Mit ihm könnte ich mir etwas vorstellen. Es ist nicht so, dass ich danach suche, aber … okay, Schluss, ich gerate hier in ein Thema, das größer ist als ich. Zwischen uns ist nie etwas Ernstes passiert, aber letztes Jahr haben wir uns an Silvester geküsst“, sagte er damals. In demselben Gespräch bezeichnete Lacustre sich als demisexuell. „Ich betrachte das nicht als Coming-Out, aber wenn du mich fragst, wie ich mich fühle, dann fühle ich mich demisexuell. Ich empfinde nur etwas, wenn eine Bindung da ist.“
Vorliebe für feminine Jungs
Nun beschrieb der Influencer seine Überlegungen zuletzt ausführlicher. Im jüngsten Gespräch erklärte er auch, dass er sich im zwischenmenschlichen Umgang tendenziell mit Frauen wohler fühle. „Wenn wir darüber sprechen, wie ich mit Männern und Frauen zurechtkomme, hängt es von der Person ab, die ich vor mir habe. Tendenziell verstehe ich mich besser mit Frauen.“ Bei Männern fühle er sich besonders von solchen angezogen, die Eigenschaften hätten, die er selbst als eher weiblich beschreibt. „Tatsächlich mag ich Jungs lieber, die auch ein paar etwas ‚weiblichere‘ Eigenschaften haben, wenn wir es so nennen wollen. Mit ihnen kann ich auf allen Ebenen umgehen. Ich bin allerdings auch in einem weiblich geprägten Umfeld aufgewachsen.“
Vom Gamer zum Creator
Lollo Lacustre heißt mit bürgerlichem Namen Lorenzo Giacomin. Er wurde 2002 in Varese geboren und wuchs am Lago Maggiore auf. Seine Verbindung zum See gab den Ausschlag für den Künstlernamen „Lacustre“. Bekannt wurde er vor allem durch Gaming-Inhalte auf Twitch und YouTube. Eine wichtige Rolle spielte zunächst „Minecraft“, später produzierte er auch Inhalte zu „Brawl Stars“ und wurde im E-Sport aktiv. Seine Popularität ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. 2026 berichtete der „Corriere della Sera“ von Tausenden Fans, die zu einer Signierstunde für sein Buch „La battaglia degli eroi“ („Die Schlacht der Helden“) in die Mailänder Buchhandlung Mondadori Duomo kamen. Lacustre hat zudem öffentlich über Mobbing während seiner Schulzeit gesprochen und lässt seine Community inzwischen stärker an seinem Leben abseits des Gamings teilhaben. 2025 wurde er bei den Webboh Awards als „Best Streamer“ ausgezeichnet.