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Tilda Swinton und Aids Die Schausppielerin appeliert an das Wir-Gefühl der Community

Von ms - 25.11.2025 - 15:00 Uhr
Tilda Swinton und Aids
Foto: IMAGO / SGPItalia
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Die preisgekrönte Schauspielerin Tilda Swinton (65), die als Muse und Verbündete für viele Menschen der LGBTIQ+-Community bekannt ist, sprach jetzt in einem CNN-Interview über die Auswirkungen der Aids-Krise auf ihr Leben. In den ersten Jahren der Pandemie habe sie viele gute Freunde verloren. 

Grausame Jahre der Aids-Epidemie 

Swinton erzählte dabei: „Als ich 1994, im Alter von 33 Jahren, zu 43 Beerdigungen ging, war eine davon für Derek Jarman, den schwulen Mann, der mich in meinem Debütfilm ´Caravaggio´ und mehreren anderen Filmen wie ´The Last of England´, ´Edward II´ und ´The Garden´ inszenierte.“ Jarman war dabei nicht nur ein enger Freund, sondern auch eine prägende Figur in Swintons Karriere. „Es war eine frühe prägende Erfahrung. Es begleitet mich. Ich trage all meine Geliebten die ganze Zeit mit mir“, so die schottische Schauspielerin, zu deren bekanntesten Filme „The Beach“, „Constantine“, „Doctor Strange“, „Avengers: Endgame“ und der Mehrteiler „Die Chroniken von Narnia“ gehören. Bis heute spielt sie dabei besonders gerne auch in Independent- und Arthouse-Produktionen mit, darunter „Broken Flowers“, „We Need to Talk About Kevin“ oder „Grand Budapest Hotel“. 

Für ihre Nebenrolle in „Michael Clayton“ an der Seite von George Clooney wurde sie 2008 mit dem Oscar ausgezeichnet. Daneben gewann sie zahlreiche weitere Preise, darunter auch den Teddy Award, den Goldenen Löwen von Venedig als Ehrenpreis für ihr Lebenswerk wie auch zuletzt im Dezember 2024 den Goldenen Ehrenbären der 75. Berlinale für ihr Lebenswerk. 

Wir-Gefühl der Community 

Swinton ist seit vielen Jahren auch eine große Unterstützerin der LGBTIQ+-Community und setzt sich darüber hinaus auch leidenschaftlich für die Rechte von Menschen mit HIV ein. Im CNN-Interview erinnerte sie sich daran, was ihre Großmutter zu ihr über die Aids-Pandemie gesagt hatte: „Das ist der Krieg deiner Generation“. 

Dabei reflektierte die, in London geborene Schottin auch ihre Erfahrungen in den 1980er Jahren im Vereinigten Königreich, in der seitens der Regierung die Viruskrankheit lange Zeit ignoriert worden war: „Ich glaube, dass wir in den 1980er Jahren, sicherlich in London, eine Art gemeinsames Wir-Gefühl hatten (…) Und ich fühle mich ermutigt, wenn ich sehe, dass es das immer noch gibt – ich glaube nicht, dass es uns je verlassen wird. Wir müssen daran glauben, dass es uns niemals verlassen wird. Es ist entscheidend, der Unfreundlichkeit zu trotzen.“ 

Fluidität und Identität

Darauf angesprochen, dass sich Swinton immer wieder gerne auch neu erfindet, sowohl optisch wie inhaltlich und damit eine besondere Fluidität an den Tag lege, entgegnete die 65-Jährige: „Ich halte es für einen Fehler, seine Identität festzulegen., Ich glaube nicht, dass uns das dient. Wir wissen alle, was es bedeutet, fluid und flexibel zu sein, besonders als Kinder und in unserer Jugend. Das haben wir alle erlebt. Selbst die Menschen, die so tun, als hätten sie nie das Gefühl gehabt, ein Freak zu sein. Jeder fühlt sich mal wie ein Freak.“ Es sei wichtig, diese Erinnerung zu nutzen, um sich mit anderen Menschen zu verbinden, „die ihre Fluidität und Flexibilität mit sich tragen und sich mit ihnen zu beschäftigen“, fügte sie hinzu. „Es gibt nichts, worüber man sich fürchten müsste, wenn man so fluid ist.“

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