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Teddy Bryce beendet Karriere Pornostar setzt auf Fetischmode

Von ms - 19.10.2026 - 15:30 Uhr
Teddy Bryce beendet Karriere
Foto: Teddy Bryce privat online
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Nach fast zwei Jahrzehnten in der Pornobranche will sich der unter dem Künstlernamen Teddy Bryce bekannte Darsteller Colton Long von OnlyFans und schwulen Hardcore-Produktionen zurückziehen. Der Grund sei vor allem der Erfolg seines neuen Unternehmens Strapp Metal.

Das Wichtigste im Überblick

  • Nach fast 20 Jahren in der Erotikbranche beendet Colton Long seine regelmäßige Arbeit als Teddy Bryce.
  • Gemeinsam mit seinem Partner Lee Finnigan konzentriert er sich auf Strapp Metal, eine Marke für schwule Mode, Unterwäsche und Fetischkleidung.
  • Long spricht über die unterschätzte Arbeitsbelastung von OnlyFans-Creatorn und sexuelle Grenzüberschreitungen durch Fans.
  • Neues Selbstbild: Der frühere Pornodarsteller will künftig verstärkt unter seinem bürgerlichen Namen auftreten und seine künstlerischen Fähigkeiten nutzen.
  • Rückkehr nicht ausgeschlossen: Long hält es für möglich, auch künftig erotische Inhalte zu veröffentlichen.

„Sexarbeit ist ein richtiger Beruf“

Die schwule Mode- und Fetischmarke gründete er gemeinsam mit seinem Partner Lee Finnigan. Das Sortiment umfasst unter anderem Unterwäsche, Harnesse und T-Shirts mit Motiven, die Erotik, Heavy-Metal-Ästhetik und schwule Kunst verbinden. „Es war weniger eine Erkenntnis als vielmehr eine Notwendigkeit“, sagte Long über seinen Rückzug. Das Unternehmen sei so schnell gewachsen, dass ihm die Zeit fehle, regelmäßig neue Inhalte hochzuladen und mit Abonnenten zu kommunizieren. „In gewisser Weise war ich also gezwungen aufzuhören.“

Long arbeitete im Laufe seiner Karriere für Pornostudios, auf Fanplattformen und als Escort. Sexarbeit habe er dabei stets als Möglichkeit betrachtet, andere berufliche Ziele zu finanzieren – darunter Ausbildungen und den Einstieg in neue Tätigkeiten. Dass OnlyFans-Creator lediglich Nacktbilder veröffentlichen und damit mühelos viel Geld verdienen würden, sei ein verbreitetes Vorurteil. Tatsächlich müssten sie als Selbstständige zahlreiche Aufgaben übernehmen: Videos bearbeiten, soziale Medien betreuen, ihre Marke aufbauen, mit Kunden kommunizieren und sich ständig auf Veränderungen des Marktes einstellen. „Man schaltet eigentlich nie wirklich ab“, sagte Long. Die Tätigkeit sei mit erheblichem Zeitaufwand und Überstunden verbunden. Er wünsche sich deshalb eine ernsthafte gesellschaftliche Diskussion darüber, dass Sexarbeit ein regulärer Beruf sei.

Fans überschreiten Grenzen

Neben der Arbeitsbelastung kritisierte Long den respektlosen Umgang mit Menschen aus der Erotikbranche. Manche Fans glaubten, durch den Kauf sexueller Inhalte auch im persönlichen Kontakt besondere Rechte zu haben. „Das kann dazu führen, dass manche Menschen glauben, es sei in Ordnung, uns anzufassen, wenn sie uns begegnen, oder uns in der Öffentlichkeit völlig unangemessene Dinge zu sagen“, erklärte er. Mitunter sprächen ihn Fremde in Gegenwart seiner Freunde unvermittelt auf ausgesprochen sexuelle Weise an. Long sieht darin eine Folge sogenannter parasozialer Beziehungen. Fans hätten das Gefühl, ihn persönlich zu kennen, obwohl die Vertrautheit nur einseitig bestehe. „Ich glaube, dass sich das, was online passiert, nicht unbedingt auf die reale Welt übertragen lässt.“

Schwierige Beziehung zum Körper

Auch die ständige Bewertung seines Aussehens habe Spuren hinterlassen. Long berichtete von einem wechselhaften Verhältnis zu seinem Körper und seinem Selbstbewusstsein. Einige Probleme habe er bereits aufgearbeitet, bei anderen könne professionelle Hilfe sinnvoll sein. Rückblickend habe er jedoch gelernt, sich selbst weniger kritisch zu betrachten. In einem etwa zehn Jahre alten Video, für das er sich damals zu dünn gefunden habe, sehe er heute einen attraktiven Mann. „Langsam beginne ich zu verstehen, wie viel Kraft darin liegt, sich selbst in jeder Lebensphase so zu akzeptieren, wie man gerade ist.“ Diese Haltung wolle er auch mit Strapp Metal vermitteln. „Wir möchten, dass sich alle sexy fühlen“, sagte Long. Obwohl die Marke häufig muskulöse Models einsetze, werde die Passform auch an unterschiedlichen Körperformen getestet.

Schwule Kunst statt Pornokarriere

Für Long ist Strapp Metal vor allem die Möglichkeit, seine künstlerische Ausbildung beruflich zu nutzen. Er hat Malerei und Bildhauerei studiert und zeitweise als Tätowierer gearbeitet. Schon lange interessiere er sich für Heavy-Metal-Grafiken, männliche Körper und ältere schwule Erotikcomics. Pornografie habe ihm zwar Spaß gemacht, ihn künstlerisch aber nicht erfüllt. „Mit Strapp kann ich jetzt schwule erotische Motive zeichnen. Ich kann Kleidung für Männer entwerfen. Ich kann Heavy-Metal-Grafiken gestalten.“ Viele T-Shirt-Motive entwerfe er selbst. Daneben arbeite das Unternehmen mit anderen schwulen Künstlern und Illustratoren zusammen.

Mit dem beruflichen Wechsel möchte Long auch seinen Künstlernamen zunehmend hinter sich lassen. Die Figur Teddy Bryce habe ihm über viele Jahre geholfen, sei aber nicht mehr unbedingt notwendig. „Ich würde sagen, dass ich in gewisser Weise aus dieser Figur herausgewachsen bin“, sagte er. Künftig wolle er sich häufiger als Colton vorstellen. Seinen bürgerlichen Namen möge er ohnehin sehr: „Ehrlich gesagt klingt er sogar mehr nach einem Pornonamen als Teddy Bryce.“ Ein endgültiges Ende seiner erotischen Onlinepräsenz schließt Long allerdings aus. Er glaube kaum einem Sexarbeiter, der behaupte, nie wieder entsprechende Inhalte veröffentlichen zu wollen. „Ich glaube, dass Sexarbeit für die meisten Menschen, die darin tätig waren, auf irgendeine Weise immer ein Teil ihres Lebens bleiben wird.“ Scherzhaft fügte er hinzu, dass er wahrscheinlich bis zu seinem Tod weiterhin gelegentlich seinen Hintern im Internet zeigen werde.

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