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Taylor Swift in Nashville Emotionale Rede bei Ehrung mit überraschenden Geständnissen

Von ms - 28.10.2026 - 10:30 Uhr
Taylor Swift in Nashville
Foto: IMAGO / ZUMA Press
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Für Taylor Swift ist es eine besondere Anerkennung ihrer musikalischen Arbeit: Die 36-jährige US-Sängerin ist in die Nashville Songwriters Hall of Fame aufgenommen worden. Damit ist sie die jüngste Person, der diese Ehre bislang zuteilwurde. Bei der Feier am Montagabend (26. Oktober) blickte der internationale Popstar auf die Anfänge seiner Karriere zurück und sprach über die Bedeutung der Musikstadt Nashville für das eigene Leben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Historische Ehrung: Taylor Swift wurde mit 36 Jahren als jüngste Person aller Zeiten in die Nashville Songwriters Hall of Fame aufgenommen.
  • Persönliche Dankesrede: Die Sängerin erinnerte in ihrer fast zehnminütigen Ansprache an ihre musikalischen Anfänge, wichtige Wegbegleiter und den Einfluss Nashvilles auf ihre Karriere.
  • Humorvoller Seitenhieb: Swift erzählte von einem Tourstreich ihres Kollegen Brad Paisley, der ihren Tourbus einst mit Tausenden lebenden Grillen gefüllt hatte.
  • Erinnerungen an die Jugend: Bereits mit 14 Jahren erhielt sie einen Songwriting-Vertrag bei Sony Publishing und arbeitete später mit Liz Rose und Nathan Chapman zusammen.
  • Weitere Auszeichnungen: Auch Lyle Lovett, Bruce Channel, Shawn Camp und Lee Thomas Miller wurden aufgenommen. Country-Star George Strait nahm ebenfalls eine Ehrung entgegen.

Swift scherzt über Tourstreich

Fast zehn Minuten lang stand Swift am Rednerpult und hielt eine vorbereitete Rede. Dabei wechselten sich persönliche Erinnerungen, humorvolle Anekdoten und bewegende Dankesworte ab. Die Einführung übernahm Country-Musiker Brad Paisley. Neben Swift wurden auch Lyle Lovett, Bruce Channel, Shawn Camp und Lee Thomas Miller in die Ruhmeshalle aufgenommen. George Strait war ebenfalls anwesend, um eine Auszeichnung entgegenzunehmen. Gleich zu Beginn ihrer Rede bedankte sich Swift bei Country-Sängerin Lainey Wilson. Sie bezeichnete die Musikerin als einen der coolsten Menschen der Welt und verriet, dass sie deren neue Single „Kind of Love It“ derzeit in Dauerschleife höre.

Anschließend wandte sie sich an Brad Paisley, der sie zuvor vorgestellt hatte. Dabei erinnerte sie an einen Streich aus dem Jahr 2007. „Ehrlich gesagt bin ich ziemlich überrascht, dich hier zu sehen, denn wir sind seit 2007 zerstritten. Ich glaube, du weißt auch, warum“, sagte Swift scherzhaft. Paisley habe damals ihren gesamten Tourbus mit Tausenden lebenden Grillen gefüllt. Die Insekten hätten sie über Monate hinweg mit ihrem Zirpen um den Schlaf gebracht. Zeitweise habe sie sogar überlegt, sich eine Eidechse zuzulegen, um das Problem zu lösen. „Es war eine dunkle Zeit“, erklärte die Sängerin. Nach Paisleys gelungener Laudatio sei sie allerdings bereit, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Die beiden könnten ihre langjährige scherzhafte Fehde nun beenden.

Songwriting und Ruhm 

Den Mittelpunkt ihrer Ansprache bildeten drei Begriffe aus dem Namen der Auszeichnung: Nashville, Songwriter und Ruhm. Als Swift von ihrer Aufnahme erfahren habe, habe sie zunächst ungläubig auf die Worte „Nashville Songwriters Hall of Fame“ gestarrt. Besonders diese drei Begriffe hätten ihr Leben entscheidend beeinflusst. Schon als kleines Kind habe sie begonnen, eigene Lieder zu schreiben. Bereits nach ihrem ersten Song sei ihr klar gewesen, dass Musik unabhängig von einem möglichen beruflichen Erfolg immer ihre größte Leidenschaft bleiben würde. 

„Selbst wenn ich daraus niemals einen Beruf machen könnte, würde es immer meine Leidenschaft bleiben. Es würde das sein, worauf ich mein gesamtes Leben ausrichte“, erinnerte sich Swift. Nashville sei während ihrer Schulzeit der Ort gewesen, von dem sie immer wieder geträumt habe. Dort habe sie all das Wissen vermutet, das sie sich als junge Musikerin aneignen wollte. Die Stadt sei für sie ein nahezu magischer Ort gewesen, an dem sie alles über das Schreiben von Songs lernen könne. Rückblickend habe Nashville diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen.

Chaotische Momente 

Über ihre weltweite Bekanntheit sprach Swift mit einer Mischung aus Dankbarkeit und Selbstironie. Ruhm sei für sie vor allem eine Begleiterscheinung ihrer Liebe zur Musik. Sie beschrieb ihren Lebensweg mit einer einfachen Gleichung: „Songwriter plus Nashville gleich Ruhm.“ Dadurch würden heute Millionen Menschen ihre Lieder und Texte kennen. Gleichzeitig bringe die Bekanntheit immer wieder ungewöhnliche und chaotische Situationen mit sich. Manchmal geschehe dies täglich, gelegentlich sogar im Abstand weniger Stunden. Um damit umzugehen, greife sie auf persönliche Erinnerungen zurück. Diese würden ihr helfen, in besonders turbulenten Phasen wieder ein Gefühl von Normalität zu entwickeln. Vor allem die Zeit ihrer ersten Songwriting-Erfahrungen in Nashville spiele dabei eine entscheidende Rolle.

Mit 14 Jahren erster Vertrag

Swift erinnerte daran, dass sie bereits im Alter von 14 Jahren einen Vertrag bei Sony Publishing erhalten hatte. Danach habe sie praktisch jeden Tag Songs geschrieben und versucht, möglichst viel von erfahrenen Musikern und Songwritern zu lernen. Sie verglich sich mit einem Schwamm, der neues Wissen aufsauge. Wegen ihrer damals sehr lockigen, blonden Haare habe sie sogar ein wenig wie ein Schwamm ausgesehen, scherzte die Sängerin. Das wichtigste Prinzip ihrer Ausbildung sei die ständige Wiederholung gewesen. Ein Handwerk lerne man erst wirklich, wenn man es immer wieder ausübe. Genau diese Arbeitsweise habe sie bei den Songwritern in Nashville kennengelernt. Die dortige Musikgemeinschaft sei für sie einzigartig. „Es gibt einfach keine andere Musikgemeinschaft wie diese hier“, sagte Swift. Sie habe inzwischen viele Musikgemeinschaften kennengelernt, aber nirgendwo werde so gearbeitet wie in Nashville. 

Von anderen Songwritern lernen

Während ihrer ersten Jahre in der Musikbranche habe Swift nicht nur gelernt, Melodien und Texte zu entwickeln. Auch der Umgang mit kreativen Blockaden und unterschiedlichen Persönlichkeiten sei Teil ihrer Ausbildung gewesen. Sie habe beispielsweise herausfinden müssen, wann es sich lohne, für eine musikalische Idee zu kämpfen, und wann es besser sei, sie aufzugeben. Zugleich habe sie gelernt, sich auf ihre jeweiligen Schreibpartner einzustellen. Manchmal sei ein Kollege mit einem Kater zur gemeinsamen Arbeit erschienen. In anderen Fällen habe jemand zunächst ausführlich über seine Scheidung sprechen müssen, bevor überhaupt an das Schreiben eines Songs zu denken gewesen sei. Songwriter verfügten zwar häufig über ein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, menschliche Erfahrungen künstlerisch zu verarbeiten. Trotzdem seien auch sie gewöhnliche Menschen mit persönlichen Problemen. Viele dieser Kollegen hätten sie während ihrer Jugend begleitet und entscheidend geprägt.

Besondere Orte in Nashville

Besonders ausführlich sprach Swift über zwei Gebäude, in denen sie während ihrer frühen Karriere regelmäßig Songs geschrieben hatte. Einer dieser Orte war die Sony Fire Hall. Dort habe sie durch die Wände hören können, wie andere Songwriter an ihren Liedern arbeiteten. Dabei habe sie sich gerne vorgestellt, im berühmten New Yorker Brill Building zu sitzen, das für seine Geschichte als Zentrum der populären Musik bekannt ist. Noch wichtiger sei für sie jedoch das unabhängige Musikverlagsunternehmen Jody Williams Music gewesen. Der Verlag befand sich in einem kleinen Haus im Craftsman-Stil. Swift beschrieb eine typische Erinnerung aus dem Jahr 2005: Ihre Mutter habe sie von der Hendersonville High School abgeholt und anschließend in die Innenstadt gefahren. Dort sei sie in das Gebäude von Jody Williams Music gelaufen und habe zunächst Catherine am Empfang begrüßt. Gelegentlich sei auch deren damaliger Freund Eric zu Besuch gewesen. Die beiden seien inzwischen seit rund 20 Jahren verheiratet und hätten mehrere Kinder. Erst nach dieser Erzählung verriet Swift, um wen es sich bei Eric handelte: den später erfolgreichen Country-Sänger Eric Church.

Nach ihrer Ankunft im Verlag sei Swift meist direkt nach oben gegangen, wo sie sich in einem rot gestrichenen Raum auf eine Couch gegenüber der Songwriterin Liz Rose gesetzt habe. Dort habe sie von ihren Erlebnissen in der Schule berichtet und Ideen für neue Songs vorgestellt. Oft seien die beiden anschließend sofort mit dem Schreiben beschäftigt gewesen. Swift erinnerte sich daran, wie schnell sie gemeinsam an neuen Liedern gearbeitet hätten. Nach Abschluss einer solchen Session sei sie häufig durch den Hinterausgang in den Garten gelaufen. Dort stand ein kleiner Schuppen, in dem sich ein Ein-Personen-Tonstudio befand. In diesem Studio arbeitete der Produzent Nathan Chapman, der für Jody Williams Music Demoaufnahmen erstellte. Chapman habe bei diesen Aufnahmen sämtliche Instrumente selbst eingespielt. Besonders beeindruckt habe Swift, wie intuitiv der Produzent ihre musikalischen Vorstellungen verstand und umsetzte. Deshalb habe sie sich später ausdrücklich dafür eingesetzt, dass Chapman ihr gesamtes Debütalbum produzieren durfte. Für beide sei es das erste Album gewesen.

Debütalbum feiert Jubiläum

Während ihrer Rede verwies Swift auch auf einen besonderen Jahrestag ihrer Karriere. Ihr erstes Studioalbum war erst wenige Tage vor der Veranstaltung 20 Jahre alt geworden. „Ich bin wirklich schockiert und völlig verblüfft, wenn ich daran denke, dass dieses Album seit ein paar Tagen tatsächlich schon 20 Jahre alt ist“, sagte sie. Die Zusammenarbeit mit Chapman sei ein entscheidender Bestandteil ihrer frühen musikalischen Entwicklung gewesen. Seitdem habe sie zahlreiche unterschiedliche Erfahrungen sammeln dürfen. Sie habe in verschiedenen Musikgenres gearbeitet, sei um die Welt gereist und habe mit vielen unterschiedlichen Künstlern Songs geschrieben. Dass sie heute musikalisch so vielseitig arbeiten könne, verdanke sie vor allem den Grundlagen, die sie in Nashville erlernt habe.

Zum Ende ihrer Ansprache wurde die Sängerin besonders persönlich. Sie betonte, dass sie ihre frühen Erfahrungen in Nashville niemals vergessen werde. Die Stadt habe nicht nur ihre Karriere ermöglicht, sondern vor allem ihre Fähigkeiten als Songwriterin geprägt. „Und der einzige Grund, weshalb ich in meinem kreativen Schaffensprozess diese Vielseitigkeit entwickeln konnte, liegt in den Grundlagen und dem Fundament, das ich hier in Nashville gelernt habe“, erklärte Swift. Diese Erfahrungen würden sie bis heute begleiten. Sie spreche auch gegenüber anderen Menschen regelmäßig darüber, welche besondere musikalische Gemeinschaft in Nashville existiere. Die Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame bezeichnete sie als außergewöhnliche Ehre, gerade zu diesem Zeitpunkt ihres Lebens. Nashville sei der Ort, an dem jene Fähigkeit geformt und weiterentwickelt worden sei, auf die sie in ihrem Leben am meisten stolz sei: das Schreiben von Songs. „Es ist für mich eine unglaublich große Ehre, in diesen besonderen, fast heiligen Kreis aufgenommen zu werden“, sagte Swift. Sie werde die Auszeichnung für immer in Ehren halten. „Es fühlt sich an wie einer dieser wunderbaren Nashville-Momente, an die ich mich an einem regnerischen Tag irgendwann wieder erinnern werde.“

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