Studentin schreibt Geschichte Lesbische Teilnehmerin gewinnt Miss-Wahl in Großbritannien
Grace Richardson (20) ist die erste offen lesbische Frau, die jetzt in Großbritannien zur Miss England gewählt wurde. Für die junge Musical-Theater-Studentin aus Leicester ist das in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Sieg, denn jahrelang erlebte sie in der Schule Mobbing aufgrund ihrer Homosexualität. „Seit ich mich vor fünf Jahren geoutet habe, war meine Geschichte nicht immer einfach, aber ich habe meine Herausforderungen in meine größte Stärke verwandelt“, so Richardson.
Vorreiterin für die Community
Die 20-Jährige gewann den Titel nach einer Reihe von Qualifikationswettbewerben. Richardson sicherte sich ihren Sieg, nachdem sie die Ost-Midlands bei den Finals in Wolverhampton im Grand Station vertreten hatte. Die junge Frau arbeitet nebenbei auch als Model und zeigte sich nach dem Sieg dankbar und emotional: „Zu wissen, dass ich meine Geschichte teilen und einen Teil unserer Community vertreten kann, der bisher auf diese Weise noch nicht repräsentiert wurde, ist wirklich etwas Besonderes“, sagte sie im Interview mit Birmingham Live. „Es ist wichtig, dass junge Menschen aus der LGBTIQ+-Community andere Menschen sehen, die sie in allen Bereichen des Lebens repräsentieren.“
Die Wettbewerbe der letzten zwei Jahre seien für sie dabei eine große und unbeschreiblich spannende Reise gewesen, die kaum in Worte zu fassen sei: „Vom Eintritt in die Miss Leicestershire Wahl im Alter von 18 Jahren, über das Starten meines eigenen ´Beauty With a Purpose´-Projekts bis hin zu dem Moment, an dem ich hier stehen und sagen kann, dass ich England 2026 bei Miss World vertreten werde! Es ist mir eine Ehre zu sagen, dass ich durch den Wettbewerb einige der unglaublichsten Freundschaften geschlossen habe und zu der Frau gewachsen bin, die ich heute bin!“
Offene Gespräche über Homosexualität
Ihre Homosexualität sei dabei von besonderer Bedeutung, wie Richardson noch einmal explizit betonte – sie war auch die erste Person in einem Schönheitswettbewerb, die in dieser Art und Weise über ihre Sexualität sprechen konnte: „Ich habe noch niemanden in der Welt der Schönheitswettbewerbe gesehen, der über Sexualität so spricht wie ich, und es ist mir wichtig, dass sich andere dadurch gesehen fühlen.“ Richardson hofft, dass ihr Sieg andere inspiriert. Sie erzählte weiter, dass sie, nachdem sie sich mit 15 geoutet hatte und gemobbt wurde, viele Schwierigkeiten hatte, sich selbst zu akzeptieren. Der Gewinn habe sie jedoch „kraftvoll und stolz“ gemacht.
Nächstes Ziel: Miss World
Jetzt sei es an der Zeit, erneut an die Arbeit zu gehen und sich auf das nächste Ziel vorzubereiten, so die 20-Jährige weiter: „Die Möglichkeit, England bei einem so prestigeträchtigen Wettbewerb zu vertreten und nächstes Jahr zur Miss World zu gehen, fühlt sich an, als würde ich all die Barrieren und Erwartungen, die meine Mitmenschen an mich gestellt haben, einreißen.“
Auf Instagram dankte Richardson ihren Eltern für ihre unerschütterliche Unterstützung. Sie postete ein Bild, auf dem sie zwischen ihren Eltern steht, und schrieb: „Meine Eltern waren die Stützen bei allem, was ich getan habe. Sie haben die Rollen von Fahrer, Fotograf, Lichthalter, Teekocher, Sicherheitsbeauftragtem und vielen mehr übernommen. Aber im Ernst, ohne sie wäre ich nicht die selbstbewusste Frau, die ich heute bin.“ Die diesjährigen Finalistinnen sammelten insgesamt 42.000 britische Pfund für „Beauty with a Purpose“, die Wohltätigkeitsorganisation von Miss World, die humanitäre Projekte weltweit unterstützt. Nun wird Richardson England bei der Miss-World-Wahl 2026 vertreten.