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So beeinflussen Haustiere unser Leben Jochen Bendel spricht über den Tod von Gizmo

Von spot/FASH - 17.04.2024 - 16:00 Uhr
Jochen Bendel beim Besuch eines Seniorenheims in Paderborn mit dem gemeinnützigen Verein "Tiere bauen Brücken e.V.". - Getty Images für Purina
Foto: Getty Images für Purina
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Jochen Bendel (56) ist nicht nur als Moderator, Autor und Synchronsprecher erfolgreich, seit 2018 ist er auch ausgebildeter Hundetrainer. Seine Hundeliebe begleitet Bendel bereits seit Kindheitstagen. "Für mich sind Hunde unverzichtbar und gehören einfach dazu." Der 56-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren für den Tierschutz. Als Purina-Markenbotschafter unterstützt er aktuell den gemeinnützigen Verein "Tiere bauen Brücken e.V.".

Was sich genau dahinter verbirgt, erklärt er im Rahmen seines Besuchs in einem Seniorenheim in der Nähe von Paderborn. Dabei kommt er auch auf seine eigenen Hunde zu sprechen. Im Dezember verstarb sein geliebter Mops Gizmo, der ihn in vielen TV-Sendungen begleitet hatte. "Als sein Herz aufhörte zu schlagen, hörte ich meines zerbrechen", erinnert er sich im Interview an den traurigen Tag zurück.
 


Gemeinsam mit Purina unterstützen Sie aktuell den Verein "Tiere bauen Brücken e.V." - ein echtes Herzensprojekt?

Jochen Bendel: Ja, absolut. Ich durfte heute die Arbeit des gemeinnützigen Vereins in einem Seniorenheim in der Nähe von Paderborn begleiten, die der Tiernahrungshersteller im Rahmen seines gesellschaftlichen Engagements unterstützt. Dort haben speziell ausgebildete Mensch-Hund-Teams die Bewohnerinnen und Bewohner besucht. Es war wirklich berührend zu sehen, wie die älteren Menschen aus ihrem gewohnten Alltag herausgeholt wurden und innige Momente mit den Hunden erlebten. Solche Begegnungen wünsche ich mir häufiger. Oftmals werden ältere Menschen leider am Rand unserer Gesellschaft vergessen. Daher finde ich es bewundernswert, solche neuen Impulse zu setzen und den Seniorinnen und Senioren ein Stück Lebensfreude zurückgeben.

 

Welche Vorteile bietet die Begleitung eines Hundes für Senioren in Bezug auf emotionales Wohlbefinden, Gesundheit und soziale Interaktionen?

Bendel: Seit Jahren wissen wir bereits, was für einen großen Einfluss Tiere auf unser Wohlbefinden haben können. Eine Umfrage von Purina hat letztes Jahr gezeigt, dass Haustiere einen positiven Einfluss auf unsere mentale und physische Gesundheit haben. Besonders im Seniorenheim habe ich erlebt, wie die Besuchshunde den Bewohnerinnen und Bewohnern Freude und Trost geschenkt haben. Es ist inspirierend zu sehen, wie die Hunde eine Verbindung zu den älteren Menschen aufbauen, Erinnerungen wecken und sie für kurze Zeit aus ihrer Routine und Einsamkeit herausholen. Gerade bei Menschen mit einer demenziellen Erkrankung, die oft mit Depressionen und Angst einhergeht, können Hunde Lebensqualität verbessern.

 

Die Bindung zwischen Mensch und Tier tut nicht nur älteren Menschen gut, auch in anderen sozialen Einrichtungen helfen Besuchshunde Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sie haben sich selbst in Ihren Büchern mit dem Thema Bindung beschäftigt. Was kann sie bewirken?

Bendel: In meinen Büchern und meiner täglichen Arbeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Bindung, sei es zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Hund. In der tiergestützten Therapie werden Haustiere eingesetzt, um einen Zugang zu oft verschlossenen Menschen in schwierigen Lebenssituationen herzustellen - etwa in Kitas, Hospizen oder in Seniorenheimen. Durch das Streicheln und die Interaktion mit Hunden werden Bindungshormone freigesetzt, die Glücksgefühle auslösen. Besuche von Mensch-Hund-Teams in solchen Einrichtungen bringen Freude und Glück in den Alltag der Menschen jeden Alters und geben Hoffnung. Die bedingungslose Liebe der Hunde berührt die Herzen und schafft besondere Momente. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sich die Menschen freuen und Vertrauen aufbauen, wenn sie mit einem Hund interagieren. Solche Erfahrungen können wirklich viel bewirken.

 

Könnten Sie sich selbst ein Leben ohne Hund überhaupt vorstellen?

Bendel: Auf gar keinen Fall! Ich kann mir grundsätzlich kein Leben ohne Hund vorstellen. Für mich sind Hunde unverzichtbar und gehören einfach dazu. Ein Hund bedeutet aber auch Verantwortung. Da ich schon sehr lange Hunde habe, weiß ich, was das bedeutet. Ich möchte deshalb auch darauf aufmerksam machen, dass es neben einer Bereicherung auch Arbeit ist, das Leben mit einem Haustier zu teilen.

 

Im Dezember verstarb Ihr geliebter Mops Gizmo. Mit welchen Gefühlen denken Sie an ihn zurück?

Bendel: Mir fällt es immer noch sehr schwer, darüber zu sprechen. Gizmo war mein Seelenhund. Er war wie ein Kind und der Star meiner Bücher und vieler TV-Sendungen. Er hat mich durch gute und weniger gute Zeiten begleitet und ist mit uns von München an die Nordsee gezogen. Er hat das Meer geliebt und selbst als er nicht mehr gehen konnte, haben wir ihn jeden Tag in einem kleinen Bollerwagen an den Strand mitgenommen. Da saß er dann und hat die Wellen und Schiffe beobachtet. Als sein Herz aufhörte zu schlagen, hörte ich meines zerbrechen. Wir haben in unserem Garten einen speziellen Ort geschaffen, um ihm zu gedenken - dort hat er immer in der Sonne gelegen.

 

Wie haben Ihnen Ihre anderen beiden Hunde über den Verlust hinweggeholfen?

Bendel: Unsere anderen beiden Hunde spielten eine entscheidende Rolle in meiner Trauerbewältigung. Ihre täglichen Bedürfnisse wie das Training, Spaziergänge und Spielzeit erforderten meine Aufmerksamkeit und halfen mir, mich abzulenken und Trost zu finden. Es ist schwer vorstellbar, wie ich den Verlust allein bewältigt hätte, ohne die Anwesenheit der anderen Hunde. Ihr Zuspruch und ihre Gegenwart waren ein Lichtblick in dieser schweren Zeit. Es war auch spürbar, wie unsere Hündin Khaleesi um den Verlust von Gizmo trauerte, sie haben viele gemeinsame Jahre verbracht. Snoopy haben wir kurz vor dem Verlust von Gizmo aus vom Tierschutz adoptiert und sind überglücklich, dass wir ihm damit ein liebevolles neues Zuhause schenken konnten.

 

Jochen Bendel und sein Partner Matthias Pridoehl bei der Gala Premiere vom Musical Mamma Mia! in Hamburg // © APress
Jochen Bendel und Sein Partner Matthias Pridoehl bei der Gala Premiere vom Musical Mamma Mia! ind HAmburg // © APress

 

Ihre Hundeliebe teilen Sie mit Ihrem Ehemann und führen sogar einen gemeinsamen Hunde-Podcast. Sie sind beide ausgebildete Hundetrainer, sind Sie sich in der Hundeerziehung immer einig?

Bendel: In vielen Dingen sind wir uns einig, aber natürlich gibt es auch Bereiche, in denen wir unterschiedliche Ansichten haben. Ähnlich wie bei Eltern in der Kindererziehung haben wir unsere individuellen Vorstellungen. Zum Beispiel das Thema Konsequenz. Hunde spüren, ob wir etwas ernst meinen und deshalb sollten wir versuchen authentisch zu sein. Ein klares 'Nein' bedeutet 'Nein', 'Runter von der Couch' heißt 'Runter von der Couch', und 'Sitz' bedeutet 'Sitz'. Ehrlich, mir fällt es manchmal schwer, konsequent zu sein. Meinem Mann fällt das leichter. Wir sind beide Hundetrainer und jeder hat sein Spezialgebiet. Uns macht die Arbeit Spaß, kann aber auch frustrierend sein, wenn wir sie ins Privatleben mitnehmen. Deshalb haben wir eine Vereinbarung getroffen: Während des Spaziergangs mit den Hunden sind wir mal keine Trainer und korrigieren uns zum Beispiel nicht. Wir sind ganz im Hier und Jetzt und genießen einfach die Zeit. In unserem Podcast 'Holy Dog' teilen wir unsere Erfahrungen und Geschichten.

 

Könnten Sie sich vorstellen, mit Ihrem Mann auch eine Tiersendung zu moderieren?

Bendel: Vor zwei Jahren moderierten wir bereits gemeinsam die Sendung "Letzte Chance für vier Pfoten", in der wir Menschen besucht haben, die ihre Hunde oder Katzen ins Tierheim geben wollten, weil sie nicht mehr mit ihnen zurechtkamen. Vor Ort entwickelten wir ein Trainingskonzept und holten ausgebildete Trainerinnen und Trainer hinzu, um die Besitzerinnen und Besitzer ein halbes Jahr lang zu begleiten und realistische Veränderungen zu zeigen. Unser Ziel war es, zu dokumentieren, dass gewaltfreies Training auf Basis positiver Verstärkung tatsächlich wirksam ist. Eine weitere gemeinsame Moderation können wir uns jederzeit vorstellen - vielleicht sogar im Rahmen unseres neuen Academy-Projekts.

 

Welche Pläne haben Sie für dieses Jahr noch?

Bendel: Wir haben aufregende Pläne! Derzeit gestalten wir eine alte Gärtnerei in der Nähe der Nordsee zu einem einzigartigen Rückzugsort für Mensch und Hund um. Diese Oase wird eine Academy beherbergen, in der Kurse und Workshops angeboten werden, um die Bindung zwischen Mensch und Hund zu stärken, während sie gemeinsam Zeit in der Natur verbringen. Unser Ziel ist es, dass dieser Ort wie ein aktiver Urlaub für Mensch und Hund wird, voller gemeinsamer Abenteuer. Wir freuen uns darauf, dass Menschen mit ihren Hunden dort Urlaub machen und unvergessliche Erfahrungen teilen können. Die offizielle Eröffnung ist für nächstes Jahr geplant, aber wir teilen dieses Jahr schon die ersten Eindrücke mit unseren Followern.

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