Eisige Kräfte, aber endlich auch Herzklopfen für einen Mann? Iceman könnte bei Marvels großem X-Men-Neustart eine Chance bekommen, die ihm die bisherigen Kinofilme verwehrten. Neue Insiderberichte bringen Bobby Drake für den kommenden Film ins Spiel. Für Fans seines schwulen Comic-Alter-Egos ist damit eine besonders spannende Frage verbunden: Darf der Eisheld auf der Leinwand endlich so lieben wie in der Vorlage?
Ein Gerücht heizt die Vorfreude an
Das Filmportal The Direct berichtet unter Berufung auf Brancheninsider Alex Perez, dass Iceman zum neuen X-Men-Team gehören soll. Auch der für seine Filmgerüchte bekannte Daniel Richtman stützte demnach die Meldung. Eine offizielle Marvel-Bestätigung für Bobby Drakes Auftritt oder die Ausgestaltung seiner Sexualität liegt bislang nicht vor. Der mögliche schwule Kinoheld ist damit noch kein angekündigter Filmfakt – aber reichlich Stoff für Vorfreude.
In den Comics längst geoutet
Wer Iceman vor allem aus den alten X-Men-Filmen kennt, kennt allerdings nur einen Teil seiner Geschichte. Bobby Drake gehört seit dem ersten X-Men-Heft von 1963 zum Team. Seine Fähigkeit, Eis zu erzeugen und sich selbst in einen Eiskörper zu verwandeln, machte ihn zu einem der markantesten Mutanten. Sein Liebesleben bekam Jahrzehnte später eine neue Richtung.
2015 wurde zunächst die jüngere, durch eine Zeitreise in die Gegenwart versetzte Version von Bobby in „All-New X-Men“ Nummer 40 als schwul gezeigt. Später stellte sich auch der erwachsene Iceman in „Uncanny X-Men“ Nummer 600 seiner Sexualität. Seine früheren Beziehungen zu Frauen waren damit Teil einer Geschichte über Verdrängung und Selbstakzeptanz. Heute zählt Marvel ihn ganz selbstverständlich zu seinen queeren Helden.
Shawn Ashmore war schon offen dafür
Im Kino spielte Shawn Ashmore Bobby Drake in vier X-Men-Filmen. Dort standen seine Gefühle für Rogue im Mittelpunkt; sein schwules Coming-out blieb aus. Am Schauspieler hätte eine solche Entwicklung offenbar nicht scheitern müssen: Bereits 2015 sagte Ashmore im Interview mit IGN, er fände diese Richtung für die Figur spannend und wäre dafür offen. Eine aktuelle Rückkehrzusage ist das nicht.
Ein Neustart könnte die Liebesgeschichte nun von Anfang an anders erzählen. Keine nachträgliche Erklärung alter Filmromanzen, sondern ein Bobby, der als schwuler junger Mann seinen Platz unter den Mutanten findet. Ob Marvel diesen Weg tatsächlich geht, bleibt abzuwarten. Eine reizvolle Geschichte gäbe die Comicvorlage jedenfalls her.
Mehr als nur der nächste Eis-Effekt
Dass queere Figuren bei Marvel auch persönliche Geschichten tragen können, zeigt die Debatte um Ruaridh Mollica und seine „VisionQuest“-Rolle. Bei Iceman wäre der Reiz besonders groß: Ein vertrauter Held bekäme endlich eine Seite, die das Kinopublikum bislang kaum kennenlernen durfte. Jetzt müsste Marvel die Gerüchte nur noch in eine gute Geschichte verwandeln.