Direkt zum Inhalt

Schauspieler Colman Domingo "Rustin"-Darsteller über sein Coming-Out und Fitness im Alter

Von ms - 20.05.2026 - 16:00 Uhr
US-Schauspieler Colman Domingo
Foto: Men Health UK / Chris Floyd / Hearst Owned
ANZEIGE
Loading audio player...

US-Schauspieler Colman Domingo (56) hat in einem Interview offen über sein Coming-Out, seine Familie und seinen Umgang mit dem Älterwerden gesprochen. Anlass ist die neue Ausgabe des Fitnessmagazins „Men’s Health UK“, für die der 56-Jährige freizügig posierte.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schauspieler Colman Domingo spricht offen über sein Coming-Out in den frühen 1990er Jahren
  • Der Oscar-nominierte Darsteller berichtet von unterstützenden Reaktionen seiner Familie
  • Besonders sein Stiefvater habe ihm früh Rückhalt gegeben
  • Domingo erzählt zudem über seine Fitnessroutine und den Umgang mit dem Älterwerden
  • Der Schauspieler ist Titelstar der Juni-Ausgabe 2026 von Men’s Health UK

Outing bei den Geschwistern

Der Oscar-nominierte Schauspieler erzählt im Interview auch von seiner Jugend und davon, dass er früher keineswegs so selbstbewusst gewesen sei, wie viele ihn heute wahrnehmen. Mit seiner markanten Stimme und seinem selbstsicheren Auftreten sei kaum vorstellbar, dass er sich einst als schüchternen und introvertierten Jugendlichen erlebt habe. Im Gespräch beschreibt sich Domingo rückblickend als „sehr dünn“, „sehr unbeholfen“ und zurückhaltend. Zudem habe er gelispelt und damals seinen zweiten Vornamen Jason verwendet.

Ein Wendepunkt sei seine frühe Erwachsenenzeit gewesen. Anfang der 1990er Jahre habe er sich seinem älteren Bruder anvertraut — nachdem dieser ihn zuvor in einen Stripclub mitgenommen hatte. „Ich sagte ihm, dass ich schwul bin. Er schaute mich an und meinte nur: ‚Was?‘ Er konnte es einfach nicht glauben“, so Domingo. „Irgendwann sagte er dann: ‚Ist mir egal, Mann. Ich liebe dich trotzdem.‘“ Auch seine ältere Schwester habe emotional reagiert, nachdem sie erfahren hatte, dass Domingo zuerst mit seinem Bruder gesprochen hatte. „Sie war sauer. Ich sagte: ‚Hör zu, ja, es war wirklich schwer für mich, es ihm zu sagen.‘ Sie meinte: ‚Nein, nein, nein. Warum hast du es mir nicht zuerst gesagt?‘ Sie war sauer, weil sie die Information nicht zuerst bekommen hatte“, berichtete Domingo lachend.

Besonders positiv erinnert sich der Schauspieler an die Unterstützung seiner Mutter und seines Stiefvaters. Laut Domingo sagte sein Stiefvater damals: „Du bist ein guter Junge, und es gibt nichts, was du mir sagen könntest, das dazu führen würde, dass ich dich nicht mehr liebe.“ Der Schauspieler betonte, wie wichtig familiäre Unterstützung während eines Coming-Outs sei. Diese könne entscheidend für das Selbstwertgefühl und die persönliche Entwicklung sein.

Testosteron wie ein 16-Jähriger

Neben persönlichen Themen sprach Domingo auch über seine Fitnessroutine. Der Schauspieler erklärte, dass er im Zuge des Älterwerdens über eine Testosterontherapie nachgedacht habe und deshalb seine Werte untersuchen ließ. „Ich ging zu einem Arzt, um herauszufinden, ob ich für zusätzliches Testosteron infrage komme oder es brauche“, sagte Domingo. „Und er sagte mir, dass mein Testosteronspiegel genauso hoch sei wie mit 16 Jahren.“

Auf zusätzliche Präparate verzichte er deshalb. Stattdessen halte er sich mit regelmäßigem Training fit. Dabei konzentriere er sich vor allem auf Cardio-Einheiten und trainiere in einem Fitnessstudio, das sich auf Menschen über 50 spezialisiert hat. Besonders muskulös wolle er bewusst nicht werden. Stattdessen lege er Wert darauf, schlank und beweglich zu bleiben — auch wegen seiner Arbeit in der Modewelt. „Für die Modewelt, zu der ich gehöre, muss ich in Kleidung gut aussehen“, sagte Domingo. „Ich bin 1,88 Meter groß und wiege 83 Kilo. Ich passe in Mustergrößen, deshalb muss ich so bleiben.“ Die Juni-Ausgabe 2026 von „Men’s Health UK“ mit Colman Domingo als Titelstar ist ab sofort erhältlich.

Domingo gehört seit Jahren zu den renommiertesten Charakterdarstellern Hollywoods. Internationale Bekanntheit erlangte er unter anderem durch Rollen in den Serien „Fear the Walking Dead“ und „Euphoria“ sowie durch Filme wie „Rustin“, für den er eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt. Neben seiner Arbeit als Schauspieler ist Domingo auch als Regisseur, Produzent und Theaterautor tätig und wurde mehrfach mit bedeutenden Film- und Theaterpreisen ausgezeichnet.

Anzeige

Auch Interessant

Joe Baggs als Katie Price

Diese Verwandlung sitzt

Joe Baggs kopiert Katie Prices auffälligen NTA-Look. Hinter der Halloween-Verwandlung steckt Dragqueen A’whora – und eine sehr spezielle Idee.
Mike Manning erzählt

Die Liebe blieb kein Traum

Mike Manning spricht über sein Coming-out und Ehemann Nick. Früher hielt er Ehe und Familie für unerreichbar – heute lebt er seinen Traum.
Caleb Shomo bleibt sich treu

Freiheit ist ihm jeden Fan wert

Beartooth-Sänger Caleb Shomo spricht über verlorene Fans nach seinem Coming-out. Im neuen Interview macht er klar, was ihm wichtiger ist.
Rückkehr zu Kurt Hummel

Glee-Fans drücken die Daumen

Der frühere „Glee“-Star Chris Colfer kann sich eine Rückkehr zur Kultserie vorstellen und spricht über seine neue Horrorfilmrolle.
Pet Shop Boys forever

45 Jahre Musikgeschichte

Neil Tennant und Chris Lowe haben mit ihren Hits Musikgeschichte geschrieben – und der schwulen Community eine unverwechselbare Stimme gegeben.
Elton und David

Eine Liebe, die Geschichte schrieb

Elton John und David Furnish leben seit mehr als drei Jahrzehnten offen ihre Liebe – und wurden zu einem der bekanntesten schwulen Paare der Welt.
Neuer Rekord für Dion

Einnahmen bei Paris-Shows

Mit ihrer Rückkehr auf die Konzertbühne hat Céline Dion in Paris einen finanziellen Rekord aufgestellt und mehr als eine halbe Million Fans begeistert
Kerkelings Leben im Kino

Drehschluss für neuen Film

Die Verfilmung von Hape Kerkelings Bestseller „Gebt mir etwas Zeit“ erzählt über drei Jahrhunderte hinweg von Liebe, Identität und familiären Wurzeln.
Donatella erinnert an Gianni

Ein Leben für Mode und Vielfalt

Donatella Versace spricht über den Verlust ihres Bruders, ihre Verbundenheit mit der LGBTIQ+-Community und ihr Engagement für mehr Gleichberechtigung.