Der US-Schauspieler Matthew Lillard (56) verbindet mit der Neuverfilmung von Stephen Kings Horrorklassiker „Carrie“ eine besondere Hoffnung: Menschen, die wegen ihrer Identität oder Persönlichkeit ausgegrenzt wurden, sollen sich in der Geschichte wiedererkennen können. Vor allem für queere Zuschauer könnte die Serie nach Einschätzung des 56-Jährigen eine persönliche Bedeutung haben.
Das Wichtigste im Überblick
- Schauspieler Matthew Lillard sieht in der neuen „Carrie“-Serie eine Geschichte, die besonders queere Menschen ansprechen könnte.
- 56-Jährige kennt das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, und ist selbst Vater eines nicht-binären Kindes.
- Neuauflage des Horrorklassikers: Regisseur Mike Flanagan erzählt Stephen Kings Geschichte mit Summer H. Howell in der Hauptrolle neu.
- Engagement für Minderheiten: Lillard setzt sich öffentlich für LGBTIQ+-Jugendliche ein und kritisiert gesellschaftliche Ausgrenzung.
Horrorklassiker neu erzählt
Lillard äußerte sich jetzt gemeinsam mit seiner Schauspielkollegin Amber Midthunder über die Dreharbeiten, eigene Erfahrungen als Außenseiter und die Herausforderungen, mit denen queere Jugendliche konfrontiert sind – die neue Mini-Serie ist diese Woche bei Amazon Prime erschienen. Die neue „Carrie“-Serie entsteht unter der Regie von Mike Flanagan und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Stephen King. Im Mittelpunkt steht die Jugendliche Carrie White, die unter der strengen Erziehung ihrer Mutter und den Anfeindungen ihrer Mitschüler leidet. Während sich die Konflikte zuspitzen, entdeckt sie übernatürliche Fähigkeiten. Die Hauptrolle übernimmt Summer H. Howell. Samantha Sloyan spielt Carries Mutter Margaret. Zum weiteren Ensemble gehören Amber Midthunder, Matthew Lillard, Josie Totah, Alison Thornton, Joel Oulette und Arthur Conti. Als Lillard im Interview dabei um eine Botschaft der Liebe und Hoffnung für die LGBTIQ+-Community gebeten wurde, reagierte der Schauspieler emotional. „Bring mich nicht zum Weinen!“
Außenseiter unter sich
Die Geschichte wurde bereits mehrfach für Film und Fernsehen adaptiert. Die neue Serienfassung nimmt sich mehr Zeit für die Entwicklung der Figuren und ihre persönlichen Konflikte. Dabei gelingt es Horrormeister Flanagan, der bekannten Handlung neue Facetten abzugewinnen. Besonders die Darstellungen von Howell und Sloyan werden hervorgehoben. Auch der berüchtigte Abschlussball, der für den Verlauf der Geschichte entscheidend ist, spielt in der Neuinterpretation eine zentrale Rolle. Für Lillard ist die Geschichte von Carrie White eng mit persönlichen Erfahrungen verbunden.
Der Schauspieler wuchs in einem Umfeld auf, in dem er sich nach eigener Darstellung häufig nicht zu den beliebten Jugendlichen zählte. Auch seine Erfahrungen als Vater eines queeren Kindes prägen seinen Blick auf die Serie. „Und ich glaube wirklich, dass Menschen, wenn man queere Kinder hat und selbst ein Kind war, das mit Theater aufgewachsen ist und sich immer so gefühlt hat, als wäre es nie cool oder würde nie zu diesem angesagten Kreis gehören, vor dieser Fernsehserie sitzen und sich darin wiedererkennen werden.“ Die Verbindung zwischen Horrorgeschichten und Erfahrungen gesellschaftlicher Ausgrenzung ist ein wiederkehrendes Motiv des Genres. Figuren, die missverstanden, abgelehnt oder bedroht werden, können insbesondere Menschen ansprechen, die selbst Diskriminierung erlebt haben.
Entdecke deine Superkraft
Bei Carrie White treffen diese Erfahrungen auf eine Geschichte über die Entdeckung außergewöhnlicher Fähigkeiten. „Es ist die Geschichte eines Kindes, das sich aus der Asche erhebt, um seine eigene Superkraft zu entdecken“, erklärte Lillard. Er bezeichnete den von ihm gespielten Schulleiter dabei scherzhaft als moralischen Kompass der gesamten Serie. Amber Midthunder widersprach ihm allerdings zumindest teilweise. Sie bezweifelte, dass seine Figur tatsächlich alles unternommen habe, um Carrie zu helfen. Beide Schauspieler äußerten sich begeistert über die Zusammenarbeit mit Mike Flanagan. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von der aufwendigen Kulisse des Abschlussballs, die für die Produktion errichtet wurde. Lillard bezeichnete die Arbeit an „Carrie“ als eine der bereicherndsten Erfahrungen seiner gesamten Schauspielkarriere. Der US-Amerikaner ist seit Jahrzehnten im Filmgeschäft tätig und wurde insbesondere durch seine Auftritte in Horrorproduktionen bekannt.
Unterstützung queerer Jugendlicher
Auch außerhalb seiner Filmprojekte engagiert sich Lillard für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten. Der Schauspieler ist Vater eines nicht-binären Kindes und hat sich wiederholt öffentlich für LGBTIQ+-Jugendliche ausgesprochen. Im Podcast „I've Never Said This Before“ griff er das Thema erneut auf: „Ich finde diese Vorstellung, dass Menschen andere Menschen canceln, einfach schrecklich“, erklärte er. Mit Blick auf seine eigene Jugend sagte der Schauspieler: „Und weil ich selbst ein Kind war, das sich sein ganzes Leben lang als Außenseiter gefühlt hat, glaube ich einfach, dass die meisten Menschen anderen mit Liebe begegnen sollten.“ Lillard wurde 1996 durch seine Rolle als Stu Macher im Horrorfilm „Scream“ einem breiten Publikum bekannt. Später spielte er Shaggy Rogers in den Realverfilmungen von „Scooby-Doo“. Mit der neuen „Carrie“-Serie kehrt er erneut zu einem Stoff zurück, der Horror mit gesellschaftlichen Konflikten verbindet.