Leben zwischen LA und London Roland Emmerich schließt Rückkehr nach Deutschland aus
Der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich hat sich endgültig gegen eine Rückkehr nach Deutschland ausgesprochen und setzt lieber auf sein Leben zwischen Los Angeles und London. Für Fans seiner Blockbuster-Ästhetik beginnt nun das große Rätselraten: Wird der „Meister der Apokalypse“ sein Publikum weiterhin lieber auf Englisch in den Kinosessel drücken, als sich mit deutschen Amtsschimmeln herumzuschlagen? Emmerich selbst macht klar, dass er nach 36 Jahren in den USA fest verwurzelt ist – nur ein Weltkrieg unter Trump könnte ihm ein Umdenken abringen.
Das Wichtigste im Überblick
- Roland Emmerich lebt seit 36 Jahren in den USA und besitzt zudem ein Haus in London.
- Eine Rückkehr nach Deutschland schließt der 70-Jährige kategorisch aus, auch wegen der Sprache.
- Nur im absoluten Ernstfall („wenn Trump den Weltkrieg anfängt“) zieht er einen Deutschland-Umzug überhaupt in Erwägung.
Zwischen Hollywood, Themse und schwäbischem Pass
In Hamburg erklärte Roland Emmerich, dass London seiner deutschen Heimat weitaus näher kommt als Stuttgart – zumindest was die Lebensqualität betrifft. Er betont, dass er weiterhin die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und gemeinsam mit seinem Ehemann die Reisefreiheit schätzt. Seine Liebe zur englischen Sprache und die Leichtigkeit des kosmopolitischen Lebens geben für ihn den Ton an. Amerikamüde ist er trotz aktueller politischer Turbulenzen nicht. Für eine deutsche Bürokratie-Nachtmahr fehlt ihm schlichtweg die Motivation.
Filmemachen zwischen KI-Ängsten und Apokalypse-Kult
Die Digitalisierung und die Anforderungen des Marktes sieht Roland Emmerich ganz pragmatisch: Film sei heute leichter zu realisieren, aber das finanzielle Risiko wachse. Wer zweimal hintereinander an den Kassen floppt, hat laut Emmerich in Hollywood schnell ausgespielt. Mit Kult-Katastrophen wie „Independence Day“ hat Emmerich sein Können längst bewiesen – und lacht selbst über die Idee, noch einmal filmisch das Weiße Haus abzureißen: „Das ist ja schon ein alter Hut.“ Künstliche Intelligenz nutzt er aber noch nicht, die Option bleibt jedoch offen.
Boot statt Blockbuster – Emmerichs liebste Entspannung
Der Stuttgarter hat seine ganz eigene Methode gefunden, vom Blockbuster-Stress runterzukommen: Er schippert auf seinem fast hundertjährigen Holzboot durch die griechische Ägäis. Drehs in exotischen Kulissen reizten ihn früher – heute reist er meistens privat, wenn es Drehpläne und Festivalauftritte wie aktuell bei der Digitalmesse OMR in Hamburg erlauben. Seine Filmografie sieht er entspannt, bereut keinen einzigen Streifen und hält überraschenderweise nicht etwa einen Actionknaller, sondern das Shakespeare-Drama „Anonymus“ für seinen heimlichen Favoriten.
Zukunft bleibt international, aber nicht deutsch
Auch wenn Queer-Kino wie sein Film „Stonewall“ an den Kassen floppte, bleibt Roland Emmerich eine der prägnantesten Stimmen des internationalen Unterhaltungskinos. Ein Comeback in Deutschland schließt er weiter aus – zumindest, solange keine realen Apokalypsen drohen. Stattdessen kann sich sein Publikum auf neue Projekte freuen, bei denen englischer Lifestyle und Hollywood-Glamour wohl weiter die Hauptrolle spielen werden.