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HIV-positiv Conchita geht einen mutigen Schritt

Von id - 15.04.2018 - 07:00 Uhr
© Markus Morianz
Foto: © Markus Morianz
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Am Sonntagabend hat die österreichische Sängerin und Drag-Queen Conchita Wurst auf ihrem Instagram-Account ein bewegendes Statement abgegeben. Sie schreibt davon, dass der Tag gekommen ist, sich von einem Damoklesschwert zu befreien. Auch wenn es für die Öffentlichkeit irrelevant sein sollte und dieser Schritt nicht ganz freiwillig ist, so will Conchita damit der den Erpressungsversuchen und drohenden Enthüllungen zuvor kommen. Conchita outet sich in ihrem Statement als HIV-positiv. Sie erklärt dazu weiter, dass sie selber davon bereits seit vielen Jahren weiß und dass auch enge Freunde und die Familie darüber informiert waren.

Conchita weiter: „Ich wollte aus mehreren Gründen bisher nicht damit an die Öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: der wichtigste war mir meine Familie, die seit dem ersten Tag Bescheid weiß und mich bedingungslos unterstützt hat. Ihnen hätte ich die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart. Genauso wissen meine Freunde seit geraumer Zeit Bescheid und gehen in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde. Zweitens ist es eine Information, die meiner Meinung nach hauptsächlich für diejenigen Menschen von Relevanz ist, mit denen sexueller Kontakt infrage kommt.“

Erste Reaktionen waren durchaus positiv. Viele Fans bekunden via der sozialen Medien ihre Solidarität. Die Berliner Drag-Queen Barbie Breakout, selbst HIV-Positiv und Role-Model bei der „Ich weiß, was ich tu“-Kampagne, äußerte sich via Facebook mit den Worten: „Ich könnte nicht stolzer sein, mein Herz fließt über vor Liebe!“

Allerdings ist es erschreckend, das es offenbar auch im Jahr 2018 noch möglich ist, nur durch die Androhung von der Veröffentlichung solch intimer Details jemanden dazu zwingen kann, die Flucht nach vorne anzutreten. Es sollte doch jedem Menschen selber überlassen sein, wem und zu welchem Zeitpunkt man etwas so privates von sich preisgeben möchte. SCHWULISSIMO zollt Conchita an dieser Stelle dafür großen Respekt.

Sie selbst schreibt in ihrem Statement dazu: „Coming out ist besser als von Dritten geoutet zu werden. Ich hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt zu setzen gegen die Stigmatisierung von Menschen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert haben.“

Und auch ihren Fans gibt Conchita noch etwas mit auf den Weg: „Die Information über meinen HIV-Status mag neu für euch sein – mein Status ist es nicht! Es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. Danke für eure Unterstützung!“

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