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Gehirnkrebs bei Jason Collins „Ein Monster mit Tentakeln“, so der schwule Ex-Basketballer

Von ms - 15.12.2025 - 09:30 Uhr
Gehirnkrebs bei Jason Collins
Foto: IMAGO / UPI Photo
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Der ehemalige US-Basketballspieler Jason Collins (47) hat Krebs. Collins war 2013 der erste aktive NBA-Profi, der sich als schwul geoutet hatte. Nun berichtete er erstmals ausführlich gegenüber ESPN von seinem Diagnose, ein Glioblastom im Stadium 4, eine der aggressivsten und tödlichsten Formen von Gehirnkrebs. „Ein Monster mit Tentakeln“, so der 47-Jährige.  

Schnell wachsender Gehirnkrebs

Zudem betonte er: „Vor einigen Monaten gab meine Familie eine kurze Erklärung ab, dass ich einen Gehirntumor habe. Sie war bewusst vage, um meine Privatsphäre zu schützen, während ich mental nicht in der Lage war, selbst zu sprechen und wir versuchten zu verstehen, was genau vor sich ging“, erklärte Collins. „Aber jetzt ist es an der Zeit, dass die Menschen direkt von mir hören: Ich habe ein Glioblastom im Stadium 4, eine der tödlichsten Formen von Gehirnkrebs. Es kam unglaublich schnell“, sagte er weiter.

Collins erklärte, dass er sich dazu entschloss, öffentlich über seine Krankheit zu sprechen, genau wie er sich 2013 dazu entschloss, sein Coming-Out zu veröffentlichen. „Dein Leben wird so viel besser, wenn du einfach du selbst bist, ohne Angst, in der Öffentlichkeit oder privat du selbst zu sein. Das bin ich. Und das ist, womit ich kämpfe“, betonte er.

Eine Hydra im Kopf 

Glioblastom ist eine besonders aggressive Krebsart, die im Gehirn oder Rückenmark entsteht und derzeit nicht heilbar ist. Laut der Mayo-Klinik breitet sich ein Glioblastom schnell aus. „Was das Glioblastom so gefährlich macht, ist, dass es in einem sehr engen, eingeschlossenen Raum wächst — dem Schädel — und sich dann sehr aggressiv ausbreiten kann. In meinem Fall ist es besonders schwer zu behandeln, da der Tumor direkt an meinem Frontallappen sitzt – der Teil des Gehirns, der das ‚Ich‘ ausmacht. Mein Glioblastom ist ‚multiform‘. Stell dir ein Monster vor, dessen Tentakel sich unter meinem Gehirn ausbreiten und die Breite eines Baseballs erreichen“, fügte Collins hinzu. 

In einer Biopsie wurde festgestellt, dass der Tumor einen Wachstumsfaktor von 30 Prozent hatte. Dies bedeutete, dass der Tumor innerhalb von Wochen so viel Raum beanspruchen würde, dass Collins möglicherweise in nur sechs Wochen bis drei Monaten verstorben wäre, wenn keine Behandlung erfolgt wäre. Collins erklärte weiter, dass seine Form des Glioblastoms der „wild type“ sei und „Mutationen“ enthalten würde, die die Behandlung noch schwieriger und die Krankheit noch tödlicher machten. „Es ist wie das mythische Wesen Hydra. Du schneidest einen Kopf ab, aber zwei wachsen nach“, sagte er.

Erste Symptome von Collins' Erkrankung

Zu den ersten Symptomen eines Glioblastoms gehören oft Kopfschmerzen, Verwirrung, Gedächtnisprobleme, Veränderungen der Persönlichkeit, Sprachprobleme und Sehstörungen. Collins erzählte, dass er und sein Ehemann, Brunson Green, erste Anzeichen bemerkten, als sie ihre jährliche Reise zum US Open absagen mussten, weil Collins sich nicht genug konzentrieren konnte, um seine Tasche zu packen.

„Ich hatte bereits ein bis zwei Wochen lang seltsame Symptome, aber ich dachte mir: ‚Wenn es nicht wirklich ernst ist, werde ich einfach weitermachen‘, weil ich ein ‚Athlet‘ bin“, sagte Collins. Nach dem Vorfall mit dem verpassten Flug begab sich Collins zu UCLA für einen CT-Scan. Nach nur fünf Minuten wurde er jedoch aus der Maschine geholt und man teilte ihm mit, dass er einen Spezialisten aufsuchen müsse. Collins, der bereits mehrere CT-Scans hatte, wusste sofort, dass dies ein schlechtes Zeichen war.

„Laut meiner Familie verschwanden innerhalb weniger Stunden meine geistige Klarheit, mein Kurzzeitgedächtnis und meine Auffassungsgabe. Ich verwandelte mich in die ‚Dory‘-Version eines NBA-Spielers aus ‚Findet Nemo‘. In den folgenden Wochen fanden wir heraus, wie schlimm es wirklich war“, sagte er. Collins’ Familie berichtete später, dass er im Krankenhaus seltsam auftrat und in einem „Nebel“ war. „Brunson sagte, ich hätte das Interesse an Tennis verloren und mich für ruhige, koreanische Soaps interessiert – in koreanischer Sprache.“ Brunson nahm ihm auch das Handy weg, nachdem er entdeckte, dass Collins „sehr merkwürdige Nachrichten“ schickte und „stundenlang sinnlose TikToks“ ansah.

Behandlung des Glioblastoms

Obwohl ein Glioblastom derzeit unheilbar ist, können Behandlungen das Tumorwachstum verlangsamen und Symptome lindern. Collins erklärte, dass er nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus mit der Einnahme von Avastin, einem Medikament zur Tumorbekämpfung, begann, das er als „meine beste Chance, das Tumorwachstum zu stoppen und meine Lebensqualität zurückzugewinnen“, bezeichnete. Zusätzlich erhielt er Strahlentherapien, die einige seiner Symptome linderten. „Innerhalb weniger Tage begann ich, aus meinem ‚Nebel‘ herauszukommen“, sagte er. „Beim ersten Strahlentherapie-Termin musste man mich noch schieben. Beim dritten Mal konnte ich schon wieder laufen.“

Bis Mitte Oktober konnte Collins wieder kurze Spaziergänge machen. „Mein Ehemann gab mir sogar mein Handy zurück“, sagte er. Collins erhält derzeit eine experimentelle Behandlung in einer Klinik in Singapur, die eine gezielte Chemotherapie anbietet. Diese nutzt eine Technologie, die als „Trojanisches Pferd“ funktioniert und die giftige Substanz direkt in den Tumor transportiert, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.

Das Ziel dieser Therapie ist es, das Tumorwachstum lange genug zu bekämpfen, bis eine personalisierte Immuntherapie für ihn entwickelt werden kann. „Mein Plan ist, den Krebs auf eine Weise zu bekämpfen, wie er noch nie bekämpft wurde – mit Strahlentherapie, Chemotherapie und einer Immuntherapie, die noch in der Forschung ist, aber das größte Potenzial für eine Heilung bei dieser Krebsart bietet“, sagte Collins. Er betonte außerdem, dass er „glücklich“ sei, finanziell in der Lage zu sein, „überall hin zu gehen, wo auch immer ich hin muss, um die bestmögliche Behandlung zu erhalten.“ Und weiter: „Wenn das, was ich tue, mich nicht rettet, ist es gut zu wissen, dass es vielleicht anderen helfen wird, die eines Tages eine ähnliche Diagnose erhalten.“

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