Erster schwuler Polizeichef Er wünscht sich sichtbare Vorbilder und vielseitige Rekruten
Als Adrian Hanstock im Februar 2021 temporär die British Transport Police (BTP) übernahm, wurde er gleichzeitig der erste offen schwule Polizeipräsident Großbritanniens. Kurz vor seiner Pensionierung begleitete ihn ITV News Meridian nun auf seiner letzten Patrouille, um mit ihm über Diversität in der Polizei zu sprechen.
Die Polizei der 80er
„Damals Mitte der 80er war es ein Risiko“, erinnerte sich Hanstock. Irgendwie anders zu sein schien nichts, was zur Polizeiarbeit passte. Offensichtliche Schwulenfeindlichkeit war allgegenwärtig. Und Homosexuelle schien es in der Polizei gar keine zu geben. Hanstock „hatte wirklich Zweifel, ob ich es machen soll“. Doch dann dachte er sich: „Was kann schon passieren?“ Schlimmstenfalls würde er halt wieder gehen.
Die Polizei heute
Seither haben sich die Ansichten innerhalb der Polizei stark gewandelt. Einzelne Kolleg:innen mit „extremen Ansichten“ gäbe es allerdings noch immer. Außerdem müsse mehr getan werden, um Anwärter:innen aus diversen ethnischen Hintergründen anzuwerben: „Wir brauchen ihre Erfahrungen, Lebenskompetenz und ihr Verständnis.“ Dazu brauche es mehr „sichtbare Vorbilder“. Das sei nun die Aufgabe der Polizei, insbesondere ihrer Führungspersönlichkeiten: „Ob du schwul bist oder eine Frau im Polizeidienst, ob du Schwarz bist oder einer ethnischen Minderheit angehörst – all diese Faktoren tragen dazu bei, eine repräsentativere, aber auch professionellere [Polizei-]Kultur zu schaffen.“